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Vorwort


Es sind in den letzten Jahren bestimmt viele Biografien über Großmeister (GM) Chen Xiaowang verfasst worden. Jede einzelne beruft sich auf Fakten, die zum Teil im Internet recherchiert werden können sowie auf Aussagen lebender Meister und Lehrer des Chen Taijiquans, die Kontakt zum GM haben. Ich hatte die Möglichkeit, Chen Xiaowangs zweiten Sohn Chen Yingjun im Juli 2011 in Hamburg interviewen zu können. Chen Yingjun vertritt die Unterrichtsstruktur und das traditionelle Lehrkonzept seines Vaters. Er hat ein umfangreiches und sehr tiefes Verständnis des Taijiquan. Auf meine Frage, warum sein Vater (trotz der damaligen widrigen Umstände, als er noch in China lebte) so gut im Taijiquan wurde, sagte er: „Du musst bereit sein, hart zu trainieren, du brauchst einen guten Lehrer und du brauchst ein gewisses Gefühl für Bewegung“. Des weiteren erwähnte er noch, dass die in Chenjiagou lebende Bevölkerung kaum Ablenkungen wie Fernsehen, Computer oder Handy im Alltag hatte und somit konzentrierter trainieren konnte. Welche Ablenkungen diese Dinge erzeugen, kennen wir nur all zu gut. Leider, so sagt Chen Yingjun, nehmen inzwischen zu viele Chinesen diese Ablenkungen an und orientieren sich an falschen Vorbildern. Dadurch vernachlässigen sie ihren Körper und ihren Geist. Worte, die ich auch von Meister Jan Silberstorff schon des Öfteren gehört habe.

Ich versuche, in meiner Biografie über den Großmeister, die Zusammenhänge zwischen der Einzigartigkeit der Fähigkeiten des Großmeisters und seinem Weg des Lernens hervorzuheben. Ich greife deshalb auch auf ein Interview mit Chen Xiaoxing (dem jüngeren Bruder von Chen Xiaowang) aus dem Jahre 2006 zurück, der darin eindrucksvoll die Lebensumstände in Chenjiagou in den 50er bis 70er Jahren des letzten Jahrhunderts beschreibt. Dieses Hintergrundwissen ist unerlässlich für das Verständnis der Verbreitung des Taijiquan und der Umstände, unter denen die Familie Chen ihre Tradition bewahrt hat.

Mit diesen Informationen kann der Leser seine eigene Trainingssituation überprüfen und beurteilen, denn eines ist klar: unter den Bedingungen, die sich dem Großmeister in der Zeit seines frühen Lernens stellten, muss heute in unserer Welt (zumindest der sog. zivilisierten westlichen Welt) keiner mehr lernen. Und noch eines steht fest: trotz der weltweiten Verbreitung des Taijiquans gibt es nicht zwangsläufig mehr herausragende Persönlichkeiten als früher.

Ein Anspruch auf Vollständigkeit der Fakten kann nicht erhoben werden, da es sehr schwer ist, alle Informationen aus erster Hand zu bekommen. Das bedeutet, es gab und gibt bestimmte private Informationen, die, wie in jeder anderen Familie auch, einer breiten Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden sollen.