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Faszination
Schwert
Das Schwert - die Waffe des Altertums
Das Schwert symbolisiert Stärke und Geschicklichkeit,
Macht und Hoheit, Gerechtigkeit und Herrschaft. In fast jedem Reich
war es das Zeichen der Staatsgewalt und hoher Ämter. Ein Schwert
zu tragen war ein Privileg, das man sich oft erst verdienen musste.
Keine andere Waffe wurde je zu klareren Zielen entworfen. Dies ist die
Waffe des Altertums, die einzig und allein gegen Menschen entwickelt
wurde und nicht von Jagdwaffen abstammt.
Viele Geschichten und Legenden sind überliefert
über diese Waffe, die auch so manchen von uns fasziniert. Ebenso
viele Geschichten und Legenden ranken um die Herstellung dieser königlichen
Waffe. Bis in die Bereiche des Mystischen geht das geheimnisumwitterte
Schmieden dieser Waffe, die auch in Europa ihre Fechtschulen, Duelle
und Legenden hat.
Das Chinesische Schwert
Erste historische Beweise für eine Waffenherstellung
aus anderem Material denn als Stein finden sich in der Zeit 2690-2590
vor Christus, der Zeit des Huang Di, dem Gelben Kaiser. Huang Di lies
Schwerter aus Jade, Kupfer und Gold herstellen. Diese Zeit bildet den
Anfang der metallurgischen Forschung für Waffenherstellung in China.
In der Zeit der Shang Dynastie (1751-1111 v. Chr.) kamen die ersten
Bronze-Schwerter auf. In der folgenden Chou Dynastie (1111-221 v. Chr.)
machte die Metallurgie Fortschritte und härtere und schärfere
Schwerter konnten hergestellt werden. Es folgte eine Zeit der Bürgerkriege,
die als Frühling- und Herbstperiode oder als Zeit der kriegsführenden
Staaten Geschichte schrieben. In dieser Zeit wurde den Schwertschmieden
höchsten Respekt entgegen gebracht. Während der Han Dynastie
(206 v. Chr.-220 n. Chr.) wurde der Vorgang der Eisenherstellung erstmals
in dem Buch „Huai Nan Wan Hua Shu“ (Huai Nan´s tausend
Handwerke), einem Buch der Metallurgie, beschrieben.
Aus der 3 Königreiche Periode bis zur nördlichen
Chou Dynastie (Bei Choui 557-581 n. Chr.) ist wenig über die gebrauchten
Waffen überliefert.
In der friedlichsten Zeit in Chinas Historie, der Sui- und Tang-Dynastie
(581-907 n. Chr.) wurden eher die schönen Künste entwickelt
und die Kriegskünste vernachlässigt.
907 n. Chr. wurde China in fünf Regionen geteilt,
die als die Zeit der fünf Dynastien (Wu Dai 907-960 n. Chr.) bekannt
wurde und in die vereinte Sung Dynastie (960-1279 n. Chr.) mündet.
Die Sung Dynastie endete mit der Invasion der Mongolen, welche die Yuan
Dynastie gründeten. Erst diese Mischung der Kulturen brachte weitere
Entwicklung der Schwertstile.
Mit dem Sieg über die Mongolen 1368 gründete
sich die Ming Dynastie (1368-1645). Schwerter aus Stahl wurden erst
in der Ching Dynastie (1644-1911), welche die Manchus begründeten,
hergestellt.
Die normalen chinesischen Schwerter, die
heute im Handel sind, sind eher schlecht verarbeitet, eben Massenware
und daher recht billig. Die Qualität der Klingen sind den historischen
gegenüber gleichwertig bis überlegen! Obwohl auch heute noch
Faszination von dieser Waffe ausgeht, ist das Wissen um die „Magie“
des Schwertes den meisten unbekannt. Das Schwert ist die erste Waffe,
welche hergestellt wurde, um ausschließlich gegen Menschen eingesetzt
zu werden. Später entwickelten sich in Europa auch „Jagdschwerter“.
Diese wurden neben dem normalen Schwerteinsatz auch genutzt, um waidwundem
Wild den „Fangstich“ zu setzen.
Das Schwert als Symbol

Auch in China war das Schwert Symbol der Würdenträger
des Militärs. Nur Adlige durften es tragen.
Die einfachen Soldaten waren mit dem Säbel (DAO) ausgerüstet.
Zivile Schwerter
Die ersten zivilen Schwerter (Wen-Jian) entwickelten
sich in der Ming Dynastie (1368-1645). Im Gegensatz zum Militärischen
Schwert (Wu-Jian) galt das Wen-Jian als weiblich, war kürzer und
die Spitze (Feng) abgerundet. Das Aussehen jeder der beiden Schwertarten
variierte sehr stark. Je nach Zeit, Schwertschulen, Schmieden und persönlicher
Notwendigkeit entstanden unzählige Formen, die nach Feng Shui Aspekten
angelegt, und/oder mit magischen Ritualen „erweckt“ wurden.
Das 7 Sterne Schwert
Das Qi Xing-Jian (7 Sterne Schwert) z.B. ist an
der Klinge mit 7 Punkten/Knöpfen aus Kupfer besetzt, welche die
Energie besser fließen lassen sollen und die Anordnung des Sternbildes
des Großen Wagen darstellt. Die Punkte wurden mit einer in das
Metall eingravierten Linie verbunden.
Andere Schwertarten
Verschiedene Fechtschulen verwendeten variabel
geformt Klingen, wie z.B. das Schlangenschwert (She-Jian). Das Doppelschwert
(Shuang-Jian) wurde meist von Frauen geführt. Weiter gibt es das
Zweihandschwert (Shuang-Shou-Jian) oder das tückische gezahnte
Schwert (Yu-Na-Jian), was auch als Giftzähne bezeichnet wird.
Das Militärische Schwert
Um auf dem Schlachtfeld bestehen zu können,
waren die Kriegsschwerter viel schwerer und aus geschmiedetem Stahl.
Es gibt Legenden, die besagen, dass manche Kämpfer bis 15 Kilo
schwere Schwerter handhabten.
Hofschwerter
Um Würdenträger zu belohnen, schmiedete
man während der Qing Dynastie (1644-1911) kleine Hofschwerter (Xiao
Gong-Jian), auch Gerichtsschwerter genannt. Sie wurden auch fremden
Reisenden als eine Art Pass angeboten. Mit etwas Glück kann man
solche Hofschwerter heute noch im Antiquitätenhandel erstehen.
Die wirklichen Klingen sind heute nur noch selten zu finden und haben
Preise wie alte japanische Katana. Heute gibt es in China kaum noch
Schmiedemeister, die das alte umfangreiche Wissen in sich vereinen,
welches nötig ist, um „lebende Klingen“ zu schaffen.
Schnitt- und Stichwaffe
Der Umgang mit ihm wurde als sehr subtil betrachtet.
In den alten Schulen war es verpönt, mit dem Schwert einfach zuzuschlagen,
was man eher mit dem Säbel (als der eigentlichen Hiebwaffe) ausführte.
Das Schwert galt als Schnitt- und Stichwaffe. Mit der Spitze des Schwertes
versuchte man, präzise Schnitte an den Sehnen und Arterien der
Gelenke oder des Halses anzubringen, da in der Schlacht die chinesischen
Rüstungen eher leicht und gerade an den Gelenken Rüstungslücken
hatten.
Die alten Meister versuchten den Gegner mit der
rasierklingenscharfen Spitze zu ritzen, damit dieser verbluten musste.
Die Spitze (Feng) war sehr dünn und scharf. Zum Griff hin wurde
die Klinge dicker und konnte zum Schlagen, Schneiden und Blocken genutzt
werden. In der alten Mythologie ist das Schwert dem Feuer zugeordnet.
Gerade oder gebogene Klingen
Um effektiver zu sein, erfordert der Umgang mit
dem chinesischen Schwert kreisförmige, gelupfte Bewegungen, um
Techniken optimal ausführen zu können. Gebogene Klingen dagegen
können auf direktem, mehr linearem Weg eingesetzt werden, wie man
bei Säbel- oder Katanentechniken gut erkennen kann.
Die Fechttechniken Chinas ähneln eher dem
europäischen Degenfechten als dem Schwertfechten (welches mit 2
Händen geführt wurde). Chinas Zweihandschwertfechten entspricht
dem 1 ½ Händer Europas (1 ½ Händer lässt
den Gebrauch mit 1 oder 2 Händen zu).
Die Scheide
Grundsätzlich unterscheidet man 2 Arten der
Scheide: die Gelehrten Scheide, welche aus Holz hergestellt wurde und
um das Schwert gegen Nässe zu schützen, mit Schlangen- oder
Krokodilhaut wasserdicht gemacht wurden. Der andere Scheiden-Typ ist
die militärische Scheide, die aus Metall geformt härteren
Kampfeinsatz wie z.B. Blöcke und Stöße erlaubte.
Die Schwerter, die heute im Gebrauch sind, entsprechen
fast ausnahmslos dem Design der Ching Dynastie.
Nord-Süd Unterschiede
Nordchinesen sind in der Regel größer
als die Südchinesen und die kulturellen Unterschiede von Nord und
Süd resultieren in unterschiedlichen Schwertstrukturen und Techniken.
Die Klinge des nördlichen Schwertes ist relativ lang und dünn,
was Gewicht spart. Die Durchschnittslänge ist ca. 15 cm länger
als die Armlänge. Das Parierstück ist nach vorne gebogen,
um die Waffe des Gegners festzusetzen. Nördliche Schwerstile sind
offensiv bzw. angriffsorientiert und sind spezialisiert in lange und
mittlere Distanz.
Die südlichen Schwerter dagegen sind kurz,
armlang mit breiten, dicken Klingen. Die Parierstücke sind eher
nach hinten gebogen, um die Waffe des Gegners abgleiten zu lassen und
um einen Konter in kurzer Distanz möglich zu machen. Südliche
Schwertkampfkunststile sind eher defensiv und bevorzugen eine kurze
bzw. mittlere Kampfdistanz.
Der Weg des Schwertes
In ganz China wurde der Weg des Schwertes hoch
respektiert. Nicht nur wegen der Schwierigkeit des Erlernens der Techniken,
sondern vor allem wegen der moralisch/ethischen und spirituellen Qualitäten,
welche nötig waren, um die höchste Fertigkeit des Schwertkampfes
zu entwickeln. Um eine seriöse Grundlage für die Schwertkampfausbildung
zu haben, musste der Kampfkünstler zunächst andere „Kurzwaffen“
wie Säbel, Dolch ... meistern, was eine lange Zeit der Vorbereitung
erforderte. Ein Schwertmeister musste Willenskraft, Beharrlichkeit,
Geduld und Ausdauer entwickeln, um die langjährige Ausbildung durchzustehen.
Das Schwert war eher eine defensive Waffe, was Strategien von Ruhe in
Bewegung nötig machte. Eine solche Qualität war ohne Geduld,
Gelassenheit und Tapferkeit nicht zu erreichen. Schwertkämpfer
praktizieren Meditation, um die nötige innere Ruhe und Gelassenheit
zu entwickeln. Zusätzlich half der Meister dem Schüler, Tugenden
zu entwickeln, welche für den Weg des Schwertes notwendig waren.
Die Entwicklung von Loyalität nahm eine zentrale Stellung ein.
Loyalität zum Land, Meister, Eltern und Freunde, selbst mit der
Konsequenz, sein Leben zu geben war nicht nur ein Lippenbekenntnis.
Zusätzlich mussten Respekt, Demut und Rechtschaffenheit vom Schüler
entwickelt werden, um ein Meister des Schwertes zu sein.
Chinas Fechtkunst hat sich bis heute sein Charisma
bewahrt, ist aber in der Breitenanwendung sehr verwässert. Sieht
man bei einem Stock- oder Säbelkämpfer die Wirksamkeit der
Waffe, so ist es beim Schwertfechten schwer zu erkennen, ob die Technik
wirklich funktioniert. Klassische Schwertwege werden kaum noch vermittelt
und eher im Hintergrund gepflegt. Die Faszination des Schwertes jedoch
sorgt weltweit für den Erhalt und die Pflege der Schwertkunst.
Text: Gerhard Milbrat
Und kurz noch was zwischendurch...
Alles, was ich sehe, höre, überhaupt
wahrnehme, nehme ich aus der Vergangenheit wahr. Es ist mir unmöglich,
Dinge in der Gegenwart zu sehen. Sehe ich einen Baum, sehe ich ihn nach
der (wenn auch sehr kurzen) Verzögerung, die das Licht braucht,
um von dem Baum zu mir zu gelangen, dass ich ihn „sehen“
kann. Nicht berücksichtigt, die vielleicht sehr viel längere
Zeit des Informationstransportes, bis sich zu diesem Sehen eine Wahrnehmung
von „Erkennen“ einstellt, sprich´ bis das Gesehene
auch vom Geist als gesehen wahrgenommen wurde. In einer noch späteren
Abfolge erfolgt das Hören, Riechen, Schmecken etc. Demnach nehme
ich nichts in der Gegenwart wahr und alles, was ich sehe, erscheint
mir nur aus der Vergangenheit. Ein Blick in den Nachthimmel unter gerade
erwähnter Idee ermöglicht also einen Blick bis tief zurück
in tiefste Vergangenheit, ja laut Physik wohl theoretisch bis zum Ursprung
des Universums an sich.
Woran das liegt? Ich kann immer nur über ein Mittel wahrnehmen.
Sehe ich eine Jacke am Kleiderschrank, sehe ich ihn über das Mittel
des Lichtes, welches den Raum erhellt und die Informationen zu mir bringt.
Höre ich Dich reden, so geschieht dies über die Schallwellen,
wenn sie mich erreichen. Alles kann nur aus der Vergangenheit wahrgenommen
werden, denn die Wahrnehmung unserer Sinne geschieht über Medien,
die uns Wahrnehmung ermöglichen, indem sie die Information zu uns
transportieren plus der eigenen körperlichen Möglichkeit,
dieses „Sichten“ in Information an den Geist zu übertragen.
Und beides zusammen verbraucht Zeit. Doch wem ist schon bewusst, dass
er immer nur Vergangenes wahrgenommen hat? Vergangenes ist bereits gestorben,
vorbei. Ein lustiger, aber ernsthafter Gedanke: Wir sehen immer nur
den Tod.
Doch wie kann ich Gegenwart erfahren? Wie kann ich die Dinge sehen,
wenn sie sind, sprich, in dem Moment, in dem sie genau gerade leben,
nicht gelebt haben?
Das einfachste Mittel wäre die Unmittelbarkeit. Das heißt,
ich nehme direkt wahr, ohne eine Vermittlung. Dies kann dann aber nicht
mehr über die Augen, nicht mehr über die Ohren, ja überhaupt
nicht mehr sinnlich geschehen. Wenn ich die Jacke am Kleiderhacken wahrnehmen
will, ohne zeitliche Verzögerung, also im „Hier und Jetzt“,
dann darf kein Mittel zwischen mir und der Jacke stehen. Dies würde
jedoch bedeuten, ich müsste die Jacke sein. Denn Unmittelbar bedeutet,
es ist nichts mehr dazwischen. Und wenn nichts mehr dazwischen ist,
dann gibt es auch keinen Unterschied mehr, es ist Eins. Nun gut, ich
bin also die Jacke. Doch nun: Was nützt es mir, denn als Jacke
bin ich zwar die Jacke, und es ist keine zeitliche Verzögerung
mehr da, doch somit ist auch nichts mehr da, was die Jacke als Jacke
wahrnimmt.

Weiterhin will ich ja nicht nur die Jacke wahrnehmen in dem Moment,
wo sie ist, sondern ich möchte alle Dinge wahrnehmen in dem Moment,
wo sie sind.
Kurz: Es bleibt also nur die Leere, wie sie in allen spirituellen Schulen
gepriesen wird. Nur in der Leere habe ich Unmittelbarkeit, nur in der
Leere kann ich Eins mit allem sein, und nur in diesem Einssein kann
ich im hier und jetzt sein, kann ich Gegenwart sein. Wirklich im „Hier
und Jetzt“ zu sein, bedeutet also gleichfalls wahrhaft zu leben,
ja leben überhaupt erst „live“ zu erleben.
Zusammengefasst: Getrennt von Dingen bedarf es eines übermittelnden
Mediums, wenn ich die Dinge erfahren möchte, was bedeutet, das
ich sie nur in ihrer Vergangenheit erfahre und daher nicht das Leben,
sondern bereits gestorbene Momente wahrnehme. Das wahrhaftige Leben
kann ich also nur im "Hier und Jetzt" erfahren. Dies jedoch
ist nur in der Unmittelbarkeit, sprich in der Einswerdung möglich.
Als einziges Konzept, um mit allen Dingen eins zu werden, um „Leben“
wahrzunehmen, bleibt mir nur die Leere.
In der Leere jedoch ist nichts mehr.
Auch keine Wahrnehmung, sonst wäre es nicht
wirklich leer. Das heißt romantisch ausgesprochen, ich gehe ganz
aus mir heraus, werde zur absoluten Leere und vereine mich so mit allen
Dingen, und schon bin ich unmittelbar und lebe in der Gegenwart. Wissenschaftlich
ausgedrückt bedeutet dies jedoch, es nützt mir nichts, denn
der Beobachter, und damit auch die komplette Wahrnehmung ist verschwunden.
Es klingt wie eine Ironie des Schicksals: Die allerheiligste Seligkeit
ist erreicht, doch niemand ist mehr da, um sie wahrzunehmen, um sie
zu zelebrieren. Und dies ist nicht bloß esoterisch, sondern auch
konkret physikalisch beweisbar.
Und wenn doch noch etwas wahrgenommen werden kann, der Mystiker spricht
von dem höchsten Glück göttlicher Wahrnehmung, so kann
es keine vollständige Leere sein, denn da ist noch immer der Wahrnehmende,
sprich die Sinnlichkeit (denn über sie wird wahrgenommen), schließlich
und endlich also ein Ausdruck von Sexualität. Diese Wahrnehmungen
jedoch sind dann physikalisch bereits wieder verspätet, sprich
in der Vergangenheit, sprich nicht im "Hier und Jetzt". Sprich
in der Trennung. Wohl aber ein wenig weiter herangerückt.
Dies ließe wieder die Hoffnung keimen, je näher dran, umso
göttlicher die Wahrnehmung. Bis hin zur höchsten Wahrnehmung,
der Nichtwahrnehmung. Die vollständige Leere. Was erneut heißt,
ich kriege sie nicht mit. Ob Buddha dies wohl meinte, als er ins Nirwana
einging, als „die Kerze erlosch?“
Möglich, denn hier kann auch kein Leiden sein. Denken wir diesen
Prozess zu Ende: Wie können wir den höchsten Zustand erreichen,
wie können wir wahrhaft leben, d.h. im "Hier und Jetzt"
sein und weiterhin aber wahrnehmen? Denn alle schlauen Sprüche
aller Traditionen der Jahrtausende hin oder her, wem nützt die
Vollkommenheit, wenn niemand sie wahrnimmt? Doch ich will nicht so selbstsüchtig
sein und mich selber aufgeben. Ich gehe vollständig aus mir heraus,
und nehme nicht mehr wahr, denn „ich“, als wahrnehmendes
Wesen, bin nicht mehr. Wenn dies jedoch so ist, ist auch das Universum
nicht mehr. Wenn niemand es wahrnimmt, wie kann es sein? Wo ist der
Beweis? Ich stand einmal nachts vor dem Vulkan Teide auf Teneriffa und
die Konturen der Erde gingen nahtlos über in die Konturen des Universums.
Ein leichter Wind mutete romantisch als „Rauschen des Universums“.
Keine Menschenseele war dort. Nur ich kleiner Mann stand da, entleerte
mich all meiner Gedanken und war nur noch Wahrnehmung, nicht mehr Analyse.
Es war eine große Glückseligkeit, „Eins“ mit
dem Universum zu sein. Jedoch... dies 100% zu sein würde bedeuten,
so schien es mir damals, ich bin mit allem eins, und/doch ich nehme
gar nicht mehr wahr. Dann, so schien es mir, wird man nicht mit allem
Eins, man ist alles.
Die Existenz an sich, die alles durchdringt, aber
selbst nicht wahrnimmt.
Aber wenn ich nicht mehr wahrnehme, wie kann das
Universum dann noch da sein... klar, es müsste genau wie vorher
da sein. Aber wo, wo ist es, wenn keiner es wahrnimmt? Ja, wenn die
Existenz selbst es nicht wahrnimmt.
Es macht Sinn, sich einmal diesem Experiment auszusetzen und auf diese
Weise in den Nachthimmel zu schauen...er existiert demnach nur, weil
wir existieren. Es ist nur ein Gedanke, eine zu dem auch noch verspätete
Wahrnehmung. Es gibt kein Raum und keine Zeit ohne das wahrnehmende
Wesen. Umgekehrt betrachtet, erschafft sich Raum und Zeit also durch
die Wahrnehmung oder besser: Das fühlende Lebewesen ist gleichzeitig
mit Raum und Zeit erschaffen, alle drei hängen direkt mit einander
zusammen, das eine kann nicht ohne das andere. Der Ursprung des Universums
müsste demnach trotz aller Physik auch der Ursprung des wahrnehmenden
Wesens sein. Na ja, halt nur so ein kleines Argument auch mal für
die Genesis...
Viel Spaß beim Grübeln!
Jan Silberstorff
© 2003
Ein
Großmeister wie die Lichtgeschwindigkeit
Aus eigenem Bedürfnis heraus möchte ich an dieser Stelle kurz
etwas über meinen Lehrer, Großmeister Chen Xiaowang, sagen.
Vor 10 Jahren habe ich bei ihm anfangen dürfen zu lernen. Ich bin
bereits viele Jahre in China gewesen, hatte fast alle meine Turniere
bereits gewonnen, bevor ich ihn persönlich das erste Mal traf.
Doch mein erstes Training unter GM Chen Xiaowang war damals endlich
das Ende meiner Suche und der Beginn eines Trainings, was mich nicht
mehr verlassen wird. Ich durfte zu Beginn sehr viel pushhands mit ihm
machen und es war unglaublich, so etwas beeindruckendes, unerklärliches
und vor allen Dingen chanchenloses hatte ich noch nie erlebt. Ich konnte
es gar nicht pushhands nennen, denn wir kamen gar nicht dazu. Ich hatte
schon verloren, bevor es überhaupt angefangen hatte. Und das jedesmal.
Jetzt, 10 Jahre später durfte ich wieder mit ihm pushen, und ich
weiß, dass ich mich in den letzten 10 Jahren viel verbessern konnte.
Viele, gegen die ich damals verlor, lernte ich später zu überwinden.
Nicht aber meinen Großmeister. Im Gegenteil. War ich damals Lichtjahre
von ihm entfernt, so scheint es heute immer noch genau dieselbe Distanz
zu sein. Genau dieselbe Chancenlosigkeit, genau dasselbe Gefühl,
einfach begeistert zu verlieren, bevor man angefangen hat...
Mein Großmeister ist und bleibt wie die Lichtgeschwindigkeit -
vor 10 Jahren genau wie heute - schier unerreichbar.
Ich bin überaus glücklich und froh, bei
einem so großen und einzigartigen Meister lernen zu dürfen.
Danke. Und nochmals vielen vielen Dank!!
Jan Silberstorff
Lanckorona
- eine Notiz
In Lanckorona bei Krakau (Polen) fand vom 3. bis
9.Februar 2003 das erste deutsch-polnische, von der WCTAG (World Chen
Association Germany) und dem polnischen Verein für Entwicklung
des Chen Taijiquan (Polskie Towarzystwo Rozwoju Chen Taiji Quan) organisierte
Taiji Camp statt.
Das Programm war für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen
interessant. Zusammen wurden wir von Jan Silberstorff (WCTAG) unterrichtet.
Die Teilnehmerzahl betrug 40 Personen.
Ich war schon ein paar Tage früher in Polen, um meine Familie und
Freunde zu besuchen. Die deutsche Gruppe traf ich vor dem Bahnhof in
Krakau, sie kamen mit einem Nachtzug aus Berlin. Wir warteten alle zusammen,
manche leicht gezeichnet durch die lange Nachtfahrt, auf den Bus, der
uns nach Lanckorona bringen sollte. Die Fahrt dauerte ca. eine Stunde
und wir hielten vor der ersten Pension auf einem Berg mit sehr schöner
Aussicht an, wo zehn Campteilnehmer aus Deutschland und gleiche Anzahl
aus Polen untergebracht waren. Der Rest unserer Gruppe wohnte in der
Pension Tadeusz im Wald. Beide Pensionen sind schnell zu einander zu
erreichen. Die Verteilung der Zimmer ging dank Claudia sehr schnell,
und wir hatten noch Zeit, die Umgebung und Nachbarschaft zu erkunden.
Pension Tadeusz ist voller wunderschöner alter Möbel und wirkt
wie ein Museum von Marschall Pilsudski. Er regierte Polen nach dem ersten
Weltkrieg und brachte es, nach einer langen Zeit der Unterdrückung
und Ausbeutung durch fremde Mächte, wieder auf den Weg der Genesung.
Pilsudski hat eine besondere Stellung in der Geschichte Polens und ist
bis heute sehr beliebt.
Am Abend kamen wir alle zusammen um uns kennenzulernen und den Ablauf
der folgenden Tage zu besprechen. Am nächsten Morgen dann ging
es los mit dem Training: am Vormittag Yilu (1. Form) und am Nachmittag
Erlu (2. Form), danach eine Pushhands-Stunde, alles unter Jan´s
Leitung. Der Unterricht fand in einer von beiden Pensionen etwa 10 Minuten
Fußweg entfernten Turnhalle statt. Und der Weg dorthin und zurück
war traumhaft und nicht zu bereuen: Wir konnten winterlich, märchenhaft
verschneite Landschaft wahrnehmen. Der gesamte Ort war in der Stille
des Schnees versunken, ab und zu hörten wir Hunde bellen und nur
selten verirrte sich ein Auto in diese Gegend. Lanckorona ist ein Bergdorf
mit einer historischen Vergangenheit. Die Geschichte des Ortes beginnt
im 12. Jahrhundert. Im Jahre 1366 wurden Lanckorona Stadtrechte zugesprochen,
die es bis 1934 bewahrte. Es entwickelte es sich zu einem Erholungsort
für Ruhe suchende Krakauer. Zu den Besonderheiten zählen die
Überreste der Burg, die der polnische König Kazimierz Wielki
(Kazimir der Große) im 14. Jahrhundert als eine seiner 50 Burgen
errichten ließ. Er gründete auch die Universität in
Krakau im Jahre 1364, sie ist einer der ältesten in Europa.
Der Marktplatz in Lanckorona ist mit Holzhäusern von 1868 eingesäumt.
In einer der Häuser befindet sich eine Bäckerei, in der nach
alten Rezepten das Brot und ausgezeichnete süße Brötchen
gebacken wurden. Für manchen Genießer aus der Gruppe etwas
köstliches für zwischendurch. Das Essen in beiden Pensionen
wurde auch mit großer Sorgfalt vorbereitet und es schmeckte einfach
"pysznie" d.h. sehr, sehr lecker.
Die Camp-Woche war leider schnell um. Zum Abschluss feierten wir gemeinsam
eine Party mit etwas Bier und keinen Wodka, aber viel Tanz.
Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen, die bei der Gestaltung dieses
und hoffentlich nächstes Camps mitwirken und mitgewirkt haben.
Ich denke, dass wir gemeinsam die Harmonie und Mitte finden können
und uns gegenseitig bereichern - zwei Welten aber ein Herz.
Beata Oleszkiewicz
Reise
in die Stille (01.10.2003 - 20.10.2003)
Taiji Quan Intensive im Land der Morgenstille
Sechs Personen hatten sich zur ersten Reise der
WCTAG nach Südkorea ins „Land der Morgenstille“ aufgemacht.
In Seoul gelandet, wurden wir von Gerhard herzlich in Empfang genommen,
der mit den Mitarbeitern des Balgunvit Meditation Centers (WCTAK) für
einen guten Transfer ins Hotel sorgte.
Drei aus der Gruppe waren schon acht Tage vorher losgeflogen. Sie hatten
Gelegenheit, in Daegu Dr. Park, Gerhards Lehrer in traditioneller chinesischer
Medizin, zu treffen und unter seiner kundigen Führung über
die Medizinstrasse zu bummeln und ein Museum für traditionelle
Medizin zu besuchen. 
Die ersten Tage in Seoul waren voller neuer Eindrücke. Allein das
Essen war märchenhaft: der Tisch bog sich jedesmal unter den verschiedenen
Speisen, die zu jeder Mahlzeit aufgetischt wurden. Der erste Besuch
galt dem Tempel Bong un Sa, der als ruhige Oase mitten zwischen den
Wolkenkratzern von Seoul liegt. Dort konnte jeder von uns einen Abrieb
von einer Kalligraphie herstellen. Auch der Kaiserpalast vermittelte
einen Eindruck der Machtentfaltung im alten Korea. Interessant waren
auch ein Ausflug in eine traditionelle Sauna, wo man in Kleidung die
einzelnen Räume betritt. Ein Bummel auf der Shoppingmeile Insadong
gehörten natürlich ebenso zum Programm wie ruhige Momente
bei einem Tempelritual oder im Teehaus. Training und Demonstration des
kleinen Rahmens Xiaojia des Chen-Stiles im Balgunvit Meditation Center
rundeten den ersten Teil unserer Reise ab.
Die Mitglieder der WCTAK nahmen sich alle Zeit und sorgten mit asiatischer
Gastfreundschaft dafür, daß alles wunderbar organisiert war
und reibungslos ablief!
Von der Hektik Seouls ging es in eine atemberaubende Bergwelt, mit klaren
Flüssen, Felsformationen und Wasserfällen. Unter diesen Natureinflüssen,
die täglichem Wandel unterworfen waren, begann unter der Leitung
von Gerhard das intensive Training von Taiji Quan und Qigong. Meister
Park, der Leiter des Balgunvit Centers, bot durch die Vermittlung der
12 grundlegenden Taiji Daoyin Übungen einen Einblick in den Kleinen
Rahmen und eröffneten weitere Aspekte der Gelenköffnung, die
wir in unseren Formen wiederentdecken konnten. 
Öffnen der Menschlichkeit - Der Name des Zentrums, das in die herbstliche
Farbenpracht eingebettet lag, war nicht nur eine Kalligraphie auf einem
Stein am Eingang, sondern wurde täglich geübt. Das Taiji-Training
in dieser atemberaubenden Landschaft begeisterte die ganze Gruppe mit
einem neugewonnenen Naturerleben. So bekamen die morgendliche Stehende
Säule am Fluß und auch die abendliche Sitzmeditation in dieser
sehr klaren Bergluft eine andere Tiefe. Ruhe und Stille wirkten sich
klärend auf den Geist aus. Ebenso der Wind, der mit seiner Kraft
diese Gedanken in Erkenntnisse verwandelte. Bäume und Wald standen
für uns sinnbildlich für die feste Verwurzelung und obere
Leichtigkeit. Der Fluß mit seiner konstanten Strömung symbolisierte
Kraft, Plastizität und auch Weiterentwicklung. So fließt
das Leben und ein Wassertropfen wird zu einem Augenblick der in seiner
Einmaligkeit niemals wieder kommt. Die intensive Mittagssonne wärmte
nicht nur den Körper, sondern auch das Herz von innen. Die Stabilität
der Berge, mit ihrer klaren Struktur und Festigkeit bestätigten
die Essenz der Stehenden Säule, die eigene Struktur zu wahren,
ohne sich anzulehnen oder abzustützen, die Stabilität aus
sich selbst heraus zu gewinnen. All diese Dinge verhalfen uns dazu,
der eigenen Natürlichkeit ein Stück näher zu kommen.
Der gute Geist des Hauses war Baram, der uns bei all den kleinen Dingen
des täglichen Lebens wie Einkaufen auf dem Markt bis zur Bedienung
des Reiskochers mit grosser Umsicht und Aufmerksamkeit zur Seite stand.
Das Kochen allerdings wurde von der Gruppe selbständig erledigt,
wo sich alle mit ihren "Kochkünsten" einbringen konnten.
Obwohl sich am Anfang alle noch nicht so gut kannten, entwickelte sich
ein sehr harmonisches Miteinander, sodaß es trotz der angestrebten
Stille immer etwas zu lachen gab.
Nach 12 Tagen intensiven Trainings ging es wieder zurück in die
„Zivilisation“, allerdings mit einem Zwischenstop in einem
buddhistischen Tempel, dessen Abt Gerhard bei seiner letzten Reise kennengelernt
und eingeladen hatte. Bei unserer abendlichen Ankunft wurden wir mit
einem fantastischen vegetarischen Essen begrüßt und genossen
die absolute Stille, die an diesem Orte herrscht. Morgens um 4.30 rief
die Glocke zum Morning Bell Chant, der uns durch seinen Rhythmus und
die Harmonie der verschiedenen Stimmen alle mitriß.
Die Rückkehr nach Seoul mit seinen endlosen Staus und den Hochhäusern
war ein deutlicher Kontrast zur vorher erlebten Stille der Natur. Letzte
Einkäufe wurden erledigt und wieder etwas „Ordentliches“
gegessen: nach der doch eher spartanischen Ernährung in den Bergen
gab es wieder Bulgalbi in Gerhards Stammrestaurant.
Sonntag morgen war es dann soweit: das Taxi brachte uns zur Kwangwoon
University im Osten von Seoul, wo wir beim ersten Treffen der koreanischen
Taiji-Organisationen, das vom Balgunvit Center organisiert worden war,
Formen aus unserem Taiji Quan-System demonstrieren sollten. Die Choreographie
Gerhards kombinierte Taiji Quan mit Kungfu, Waffenformen (Schwert, Säbel,
Speer) und Anwendungen, die von der Gruppe gemeinsam umgesetzt wurde.
Besonders faszinierend war die Vorführung des Zendance, der Elemente
der indischen Tanzkunst mit der Haltung des Zen verband.
Ein wunderbares Abendessen, zu dem uns unsere koreanischen Freunde eingeladen
hatten, rundete den Tag ab.
Unser Dank gilt vor allem Gerhard, der diese Reise durch die gute Organisation,
seine vielfältigen Kontakte und seinen persönlichen Einsatz
zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht hat.
Die Teilnehmer
Taijiquan
für JUNG und Alt
Seit inzwischen fast drei Jahren unterrichtet Jan
im Auftrag einer Hamburger Kinderärztin Kinder zwischen 4 und 12
Jahren in Taijiquan. Sie kommen im Privatunterricht oder in Zweiergruppen.
Als eine kleine Anregung, dass Taijiquan nicht nur für Jung und
Alt, sondern auch für sehr Junge geeignet ist, hier eine kleiner
Bericht von Vera und ihrer Mutter. Vera hat im Alter von 7 Jahren bei
Jan angefangen.
(Der Text von Vera wurde von ihr selbst aus eigenem Wunsch,
ohne Vorgaben, Korrekturen oder Inhaltswünschen geschrieben. Erst
durch den Text von Vera mochte ihre Mutter auch kurz dazu Stellung nehmen.)
Ich bin Vera-Dorothea
Neumann 
und werde bald 10 Jahre alt. Vor 2 ½ Jahren habe ich mit Taiji
angefangen. Am Anfang hat mich Taiji gelangweilt. Nach einem halben
Jahr hatte ich zusammen mit meiner Freundin Taiji-Unterricht, doch sie
hat nach ein paar Monaten wieder aufgehört. Ich habe aber weitergemacht.
Langsam, Schritt für Schritt, machte mir Taiji Spaß. Am Anfang
machte mir nur das Kämpfen Spaß. Dann machte mir das Schachspielen
mehr Spaß. Nach und nach machte mir auch der ganze Unterricht
Spaß. Wenn mich jetzt Jan (mein Taiji-Lehrer) fragen würde,
was ich bei Taiji am liebsten mache, könnte ich ihm nicht antworten.
Einmal in der Woche habe ich Taiji-Unterricht. Ich persönlich trainiere
jeden Morgen vor der Schule. An Schultagen meditiere ich zunächst
5 bis 10 Minuten lang sitzend auf meinem selbstentworfenen Taiji-Kissen
und mache dann zwei-
oder dreimal die Form (19er Form). An schulfreien Tagen meditiere ich
zunächst 5 bis 10 Minuten im Sitzen, dann 2 bis 5 Minuten im Stehen
(Stehende Säule), anschließend mache ich die Seidenfadenübungen
und zum Schluss mache ich dreimal die Form. Ich meditiere gerne, denn
so komme ich besser durch den Tag. Ich mache Taiji von Anfang an freiwillig,
obwohl ich es erst dadurch kennengelernt habe, dass meine Mutter mich
zum Unterricht angemeldet hat, ohne mich zu fragen. Meine Mutter ist
weder beim Unterricht dabei, noch wenn ich alleine trainiere. Eigentlich
versteht sie nichts davon. Ich kann mir vorstellen, dass ich noch viele
Jahre lang am Taiji Spaß haben werde.
Vera-Dorothea Neumann, November 2003
Ich heiße Ursula
und habe zwei Töchter. Vera-Dorothea ist die ältere von beiden.
Es ist richtig, dass ich - abgesehen von ein paar wenigen grundsätzlichen
Begriffen - keine Ahnung vom Taiji habe. Als Vera-Dorothea damit anfing,
waren wir völlig unwissend. Doch wie kommt Man/Frau dann zum Taiji?
Auf Empfehlung von Frau Dr. Kieser (HH). Verschiedene therapeutische
Maßnahmen sollten nun abgelöst werden von einem guten Taiji-Unterricht.
Warum? Abgesehen davon, dass die Ausübung an sich gesundheitsfördernd
ist, sollte zum Einen alles „therapeutisch Anmutende“ aus
dem Alltag verschwinden und zum Anderen eine „Sportart“
gefunden werden, die meine Tochter u.U. durch das ganze Leben begleiten
und tragen wird. Bereits nach Vera-Dorotheas erster Unterrichtsstunde
bei Jan spürte und wusste ich (übrigens damals völlig
unerwartet, da ich mit einer längeren Anlaufzeit rechnen musste)
das ist genau das
Richtige für meine Tochter, es tut ihr rundum gut. Inzwischen weiß
ich, dass ihr Taiji-Training sich positiv auf alle sie betreffende Lebensbereiche
auswirkt. In vielerlei Hinsicht stellt dieser damals eingeschlagene
Weg für uns alle in der Familie eine Bereicherung das - ganz besonders
natürlich für Vera-Dorothea.
Ursula Grieser-Neumann
Der
„Tempelpark“
Seit zwei Jahren inzwischen gibt es in Hamburg
den sogenannten „Tempelpark“. Wieso „Tempelpark“?
Es ist ein öffentlicher Park, in dem Jan seit Beginn, also genauer
gesagt sogar schon vor der Existenz der WCTAG für sich trainiert
hat. Nach vielen Jahren gemeinsamen Übens mit seinen Schülern
vor Ort, wurde bei Jan das Verlangen, nach sehr viel konkreteren und
konsequenterem Training laut. Es wurde vereinbart, von morgens bis 16
Uhr zu schweigen. Dies bedeutet, ohne „Hallo“ und „Tschüß“,
bis zu sechs-sieben Stunden intensiv in Stille zu praktizieren. Auch
gegenseitiges Zugucken wurde untersagt, so dass wirklich jeder tief
zu sich selbst kommen und in wirklicher Konzentration effektvoll und
ausdauernd Üben konnte. Und das in der wundervollen Umgebung des
Parks mit all seinen Tieren und Pflanzen. Nur bei der „Stehenden
Säule“ kommt Jan manchmal vorbei und korrigiert. Ab 16 Uhr
findet Privatunterricht mit Jan statt. Dazu wird dann gemeinsam trainiert,
geredet und sich ausgetauscht. Oft folgen auch gemeinsame Pushhandsübungen.
Das geht so in der Regel bis 18 Uhr und die Schüler verlassen langsam
den Park oder gehen wieder in ihr stilles Training.
Inzwischen sind bereits 10 Zimmer und Wohnungen angemietet worden, um
die extra hierzu nach Hamburg gezogenen Schüler unterbringen zu
können. Und nicht nur aus vielen Städten Deutschlands rührt
das Interesse, der bisher internationalste Gast kam aus Brasilien für
einen Monat extra zu diesem „Tempelpark“.
Ob ein bis drei Jahre, nur eine Woche oder einen ganzen Monat, alles
ist inzwischen hier vertreten und jeder, der ernsthafte Absichten hat,
ist willkommen. Viele haben bereits ihr „ein Jahr“ um ein
weiteres verlängert.
Um dieses Projekt weiter zu vervollständigen, wird zu Beginn 2004
ein kleines Abendzentrum in der Nähe des Parks eröffnet, in
der eine umfangreiche Mediothek mit allen zum Thema gehörenden
Büchern, Videos und Dvd`s zum konzentrierten Studium bereitstehen.
Viele seltene Raritäten alter Schriften oder früher Filmwerke
verstorbener Meister werden aus Jan´s Privatsammlung hierher überführt.
Hierzu wird noch eine Teeküche und ein kleiner Übungs- und
Meditationsraum eingerichtet. An speziellen Themenabenden wird das Zentrum
für eine kleine Lesung oder zu einem kleinen Kino umgebaut.
In dieser Kombination ergibt sich für den Schüler ein ganztägiges,
tempelähnlich intensives Studium in Theorie und Praxis. Und doch
bleibt jeder absolut in seiner eigenen Individualität, bleibt in
der Gesellschaft, wohnt selbstständig, versorgt sich selbstständig
und kann sich seine Teilnahmezeiten komplett eigenständig und frei
einrichten. So ist es auch Absicht, in einem öffentlichen Park
zu bleiben, um sich trotz der Intensität vom Leben nicht zurückzuziehen.
Ein Tempel ohne Tempel, .. halt ein „Tempelpark“!!
(an einer Teilnahme hieran Interessierte wenden sich bitte direkt an
Jan: jan.silberstorff@t-online.de,
Tel.: 0172-4326626)
Anbei folgt ein kleiner Erfahrungsbericht eines
Schülers, der aus Kassel quasi in den „Tempelpark“
gezogen ist:
Ein Jahr Tempelpark oder
die Leichtigkeit der überwundenen Mühe
Seit Ende August 2002 fühle ich mich als außerordentlich
glücklicher Mensch. Warum? Weil ich seit diesem Zeitpunkt im „Tempelpark“
verweile und mich mit nichts anderem beschäftige als Chen Taijiquan
zu erlernen. Glückliche Umstände haben es mir ermöglicht,
mir eine „Auszeit“ aus dem Alltagstrott zu nehmen und mich
ganz und gar auf Trainieren einzulassen. An dieser Stelle ein großes
Dankeschön an die Menschen, die mir geholfen haben diesen Traum
zu verwirklichen. Doch warum sind diese „glücklichen Umstände“
eingetreten? Weil in meinem Herzen ein so übergroßes Verlangen
brannte und immer noch brennt Taijiquan zu erlernen, verinnerlichen
und zu leben. Instinktiv wusste ich, dass all meine Fragen, meine innere
Not aber auch meine Lust durch das Training beantwortet, gelindert und
befriedigt werden würden. Ich habe alle äußeren störenden
Faktoren zur Seite geschoben, mein Inneres geleert - meint alle Gedanken,
Vorurteile und Meinungen abgelegt zu haben, so dass ich vollkommen offen
voller Vertrauen und Zuversicht im Park eingetroffen bin. Ein bißchen
wie ein Kind, das voller Freude lernen und entdecken möchte. Doch
mein Körper ist nicht der eines Kindes, Verhärtungen, Blockaden
und Festigkeit, welche sich im Laufe der Jahre angesammelt haben, kann
ich schließlich nicht so einfach wegschieben. Hier fängt
also die Mühe an!
Durch das viele Laufen der Form spüre ich zunächst wie falsch
und unkoordiniert ich mich bewege. Am Ende eines Tages schmerzt mir
mein ganzer Körper, von Weichheit und Fluss keine Spur. Doch zum
Glück gibt es Korrekturen, ich versuche mich ganz und gar darauf
einzulassen. Mein Körper sträubt sich nicht, mein Geist bejaht
jede Haltungskorrektur. So wird allmählich das Stehen besser, die
Seidenfadenübungen fühlen sich gut an und auch in der Form
mache ich Fortschritte. Zwar habe ich oft „dicke“ Arme,
weil ich immer noch z.B. im Pushhands beachtlich gegen die Kraft des
Anderen arbeite, anstatt sie auszunützen. Jedoch lerne ich dabei,
dass es eben keinen Sinn hat, rohe Kraft walten zu lassen, dass es besser
ist, die eigene Struktur auszubauen, sich stärker zu zentrieren.
Als nächstes kommt eine Phase des Ausprobierens, ich bearbeite
alle möglichen Themen in der Form. Zum Beispiel Kraft aus den Beinen,
Hüftdrehen, Bewegung der Arme, Schultern lösen usw. Dies kombiniere
ich mit dem Zulassen und Ausleben jeglicher Emotionen, die in mir hochkommen.
Mal laufe ich die Form ruhig, ein anderes Mal aggressiv, fast dynamisch.
Immer mit dem Wissen, dass ich durch diese Dinge hindurchgehen muss,
um in ein tieferes Verständnis einzutauchen. Ich nehme manchmal
wenig Rücksicht auf mich, versuche Grenzen zu erweitern, um mein
Bewusstsein auszudehnen. Ein anderes Mal habe ich das Gefühl, dass
es wichtig ist, Pausen einzulegen, in der Sonne zu sitzen, den Tieren
zuzusehen - kurz gesagt den Park wahrzunehmen.
So erlebe ich einen ganzen Jahreswechsel im Park, genieße ein
Jahr Unterricht von Jan und freue mich dass mein Repertoire an Hand-
und Waffenformen, sowie dem Partnertraining wächst und werde innerlich
ruhiger und gelassener. Waren Körper und Geist am Anfang oft schon
bald erschöpft, verhält es sich jetzt so, dass mein Körper
kräftiger und ausdauernder, der Geist fast immer bei klarem Bewusstsein
ist. Dumpfe trübe Tage gibt es nicht mehr.
Mein Verständnis für Taijiquan sowie für Taiji im Generellen
schreitet voran. Meine Formen entwickeln sich, ich verfeinere Bewegung
immer mehr, entdecke, dass jedes kleinste Drehen und Lösen eine
Veränderung verursacht. Yin und Yanganteile verändern sich
ständig, durch die Kombination von Lösen und Drehen verdichten
sich meine Bewegungen. Peng entwickelt sich stärker.
In mir macht sich große Freude, Ausgeglichenheit und Stille breit.
Meine Bewegungen fühlen sich nicht mehr schwerfällig an, es
ist eine Leichtigkeit aus der überwunden Mühe entstanden.
Was bleibt, ist eine grenzenlose Lust am Trainieren, die, soweit das
noch möglich ist, sich steigert und potenziert. Dies führte
mich dazu, auf ein weiteres Jahr im Tempelpark zu verlängern, um
Taijiquan sowie mein spirituelles Bewusstsein weiter auszubauen. Ich
sehe diesem zweiten Jahr genauso hoffnungsvoll und voller Freude entgegen,
wie dem ersten.
Armin Fabian
Wo
die Suche endet, beginnt der Weg
Taijiquan Sommercamp der WCTAG 2003
So eine Überschrift hört sich zunächst mal ganz gut,
vielleicht sogar philosophisch an, ist aber erstens nicht von mir, und
will zweitens mit Leben gefüllt sein. Das heißt, dass man
zwar viele Lehr - und Sinnsätze kennen, doch nicht zwangsläufig
mit gelebter Erfahrung füllen kann. Und da sind wir schon mitten
im Geschehen.
Chen Tai Ji Quan - Sommercamp 2003 der WCTAG NRW unter Leitung v. Gerhard
Milbrat
Es ist jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung sich in eine so große
Gruppe einzufügen, und die eigenen Ansprüche und Erwartungen
an die sich bietenden Chancen anzugleichen und selbige effektiv zu nutzen.
Doch dieses Jahr fiel es mir persönlich leichter als die Jahre
zuvor. Ich hatte das Gefühl, die sogenannte Chemie stimmte. Die
Leute waren vom ersten bis zum letzten Tag bereit, als Teil eines Ganzen
und nicht als egozentrische Solisten zu üben. Und ich glaube, dass
damit die Basis für alle geschaffen war zu lernen. Wenn es mir
auch immer wieder ein Rätsel aufgibt wie es den Dozierenden ( Gerhard
und Hadmut ) gelingt auf die verschiedenen Bedürfnisse und Wehwehchen
von bis zu 43 Personen gleichzeitig einzugehen. Und das fast 24 Stunden
am Tag.
Nichtsdestotrotz ist mir aufgefallen, dass wir es oft nicht nur äußerst
eilig haben und uns damit selber blockieren zu sehen und zu lernen,
sondern auch immer auf der Jagd nach Neuem sind. Wir haben es tausend
Mal gehört und haben nicht den Mut uns zu bremsen.
Der Tui Shou Lehrgang von Jan Silberstorff während des Tai Ji Sommercamps,
war für mich von einer subtilen Botschaft begleitet, die sich schon
länger wie ein roter Faden durch mein Üben zieht, oder anders
mit den Worten meines Lehrers gesagt: „ Was willst du mit einem
Zimmer in der Luft?“. Jans Korrekturen zielten immer und immer
wieder auf die Struktur der Übenden. Doch wir haben es eilig. Wir
müssen suchen, suchen nach Neuem, damit irgendetwas in uns beruhigt
sagen kann: Ja, ich habe etwas Darstellbares gelernt.
Dabei finde ich, gerade im Chen Tai Ji Quan der WCTA und der geschlossenen
Systematik der Übungsvorgaben und -abfolgen, können wir unseren
suchenden Geist beruhigen und brauchen einfach nur zu üben und
den Hilfestellungen unserer Vorgänger zu folgen, um vorwärts
zu kommen.
Wir brauchen unsere Zeit nicht mit dem Suchen guter Systeme und Lehrer
in aller Welt zu vergeuden. Wir können uns ganz auf das Üben
als Solches konzentrieren und anfangen den Weg zu gehen, den andere
vor uns minutiös ausgearbeitet haben und immer wieder verbessern.
Und ich glaube, wenn wir den Mut aufbringen, das ruhelose Suchen in
uns loszulassen, werden wir uns ganz von selbst auf das Wesentliche
beschränken und anfangen zu entdecken.
Wo die Suche endet, beginnt der Weg.
Piet Jütten
Zwischen
Campingplatz und „Tempelhof“
- Taiji zwischen den Jahreszeiten -
Anfang Januar: Angeregt durch den Artikel „Tempelpark“ von
Jan und privilegiert durch die Möglichkeit, ein arbeitsfreies Jahr
nehmen zu können, stellte ich einen von meinen Freunden geliehenen
Wohnwagen auf einen nahe, bei Lüdinghausen, gelegenen Campingplatz.
Ohne berufliche Anforderungen über einen längeren Zeitraum
in einem ruhigen, naturnahen Umfeld leben können, in dem schon
seit zehn Jahren Taiji und Tang -Lang Sommercamps stattfinden, hatte
ich mir vorgenommen, meine Taiji Grundlagen auszubauen und zu vertiefen,
was kann schöner sein?
Der Wettergott war gnädig mit mir. Zwischen kurzen Regenperioden
in den Wintermonaten, zeitweilig klirrender Kälte und einigen Schneetagen,
postkartenähnlichen Sonnenaufgängen im Hochnebel auf der gegenüberliegenden
Ostseite des alten Stichkanals, schnell dahin fliegenden Eisvögeln
und nach Fischen tauchenden Kormoranen, waren früh am Morgen die
Basisübungen angesagt.
Nach dem Frühstück die kurze Fahrt zum Institut, um auf dem
„Tempelhof“ einige Stunden die Kernform des Taiji, die Laojia
Yilu, zu üben.
Ich bezeichne den gepflasterten Platz vor dem Institut ganz persönlich
als „Tempelhof “, weil dieser einerseits eingebettet liegt
zwischen dem Institut für Chinesische Heil - u. Bewegungskunst
und hochwachsenden Gehölzen und Sträuchern.
Andererseits wird der „ Tempelhof“ geprägt durch die
vom Institut herübergetragene, ruhige Atmosphäre, die ich
im Laufe der Übungsmonate als sehr stimulierend lieben und schätzen
gelernt habe.
Beim täglichen gemeinsamen Üben mit Gerhard und Hadmut über
den Wechsel der Jahreszeiten hinweg, beeinflusst auch durch die unterschiedlichen
Witterungsbedingungen, dankbar für Korrekturen und Anregungen in
den Übungspausen, konnte ich allmählich immer besser nachvollziehen,
dass die Form nur ein Werkzeug ist, um irgendwann einmal dahin zu kommen,
was Taiji tatsächlich sein kann.
Neben auftretendem Muskelkater, gelegentlicher Lustlosigkeit und der
manchmal auftretenden Frage: “Warum mache ich das überhaupt
hier, könnte doch auch ein halbes Jahr auf La Palma bei meinem
Freund leben?“ entwickelte sich im Laufe der
Monate eine gewisse „Taiji- Süchtigkeit, die sich fortsetzte
durch abendliche
Übungsstunden mit anderen Schülern im Institut, auf dem Campingplatz
oder an der Burg Lüdinghausen.
Anfang Mai: Durch die schnell hereinbrechenden sommerlichen Temperaturen
entwickelte sich innerhalb weniger Wochen um meinen Wohnwagen herum
eine dichte, grüne blühende Wand.
Das Gezwitscher der Vögel, das von der Kanalseite herüberkommende
Geschnatter der Gänse, Enten und Wasserhühner erleichtert
mir erheblich das ansonsten etwas quälende Herausschälen aus
dem warmen Schlafsack. Die warme, sommerliche Morgenluft gibt dem Körper
Energie und Leichtigkeit mit, also auf zu den Basis-Übungen an
den Kanal.
Aber Vorsicht bei zuviel Euphorie: Nach einigen Monaten täglichen
Taiji Übens fällt mir das Ausführen des äußeren
Bewegungsrahmens zwar leichter, doch sind die Bewegungsausführungen
aus dem Unterbauch, das richtige Positionieren der Hüfte, der Energieverlauf
im Körper noch vielen Einschränkungen unterlegen.
Anregungen und Korrekturen von Gerhard und Hadmut bringen mich aber
immer wieder ein kleines Stück weiter auf den Weg, den Chen Xiaowang
bei der Darstellung der „ 5 Entwicklungsstufen im Taijiquan“
so treffend beschrieben hat.
Mit zunehmender Übungshäufigkeit erschließt sich mir
auch immer deutlicher der Sinngehalt der oft gehörten Aussage“:
Nicht das Wissen über Tai-Ji hilft weiter, sondern nur das kontinuierliche
Üben, damit sich irgendwann über das richtige Ausführen
der Formen so etwas wie Taiji herauskristallisiert.
Juli/ August: Nach dem Taiji Camp in Slowenien und der damit verbundenen
Möglichkeit , direkt beim Großmeister Waffe und Form zu erlernen
und zu vertiefen und mit Teilnehmern aus vielen Ländern Taiji in
unterschiedlichen Facetten zu erleben, konnte ich als krönenden
Abschluss meines Urlaubsjahres noch zehn
Tage am Taiji Sommercamp in Lüdinghausen teilnehmen.
Intensives Üben von Hand- u. Waffenformen und Tuishou in Kleingruppen,
abendliche Vorträge und Einführungen in vertiefende Übungen
zum Taiji gaben immer wieder neue Impulse für die tägliche
Praxis und rundeten meinen bisherigen Übungshintergrund wunderbar
ab.
Orts- u. Rollenwechsel: Ein neues Schuljahr beginnt, der Alltag hat
mich nach Wochen wieder fest im Griff.
Mit einem Fuß noch auf Campingplatz und „Tempelhof“,
mit dem anderen wieder im beruflichen Umfeld, schweife ich mit meinen
Gedanken noch oft ab.
Aber Taiji ist auch Teilbereich des ganz alltäglichen Lebens, also
versuche ich weiterhin in meiner Mitte zu bleiben, ggf. auch abzuleiten
und wenn nötig, auch ein wenig Explosionskraft mit in den Alltag
einzusetzen.
Ansonsten habe ich mir für die Zukunft vorgenommen, einfach den
Worten von
Großmeister Sun Shi - Gang zu folgen“: Es gibt keine Abkürzungen,
nur Fleiß
führt zum Ziel“
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei meinem Ausbilder
Gerhard M. und meiner Lehrerin Hadmut M.- H. für die gemeinsamen
Übungsstunden und für die um das Taijiquan kreisenden Gespräche
auf dem „Tempelhof“ bedanken.
Olaf Lukowski
Ansichten
eines Hausmeisters
Fegen ist wie Tuishou, man muss den rechten Druck,
die rechte Technik verwenden, um den Dreck, das Laub oder die Kontrahenten
in gewünschte Richtung zubringen.
Man mag darüber lachen, jedoch stellt das Fegen, will man es richtig
machen, d.h. ohne körperliche Anstrengung, einige Anforderungen
, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Man denkt Besen ist
Besen, Laub ist Laub. Das habe ich auch gedacht, als ich meine Stelle
als Hausmeister antrat. Doch nach einiger Zeit des Fegens - Schnee Schaufelns
stellte sich ein Zwicken im Lendenwirbelbereich ein, die Arme wurden
matt, die Schultern und der obere Rückenbereich schmerzten. Kein
Zweifel, hier lief etwas neben der Spur. Der Teufel steckt im Detail.
- Denn wenn man schon fegt - Schnee schiebt, dann sollte man darauf
achten, dass zumindest die drei äußeren Zusammenschlüsse
gegeben sind.
Sprich:
jian yu kua he - Schulter und Hüften
verbinden sich
zhou yu xi he - Ellenbogen und Knie verbinden sich
shou yu zu he - Hand und Fuß verbinden sich
Und siehe da, das Fegen - Schnee schaufeln fiel plötzlich
sehr viel leichter und die Trainingspartner und die Trainingspartner
hatten es sehr viel schwerer.
Schließlich wurde es noch leichter - „einfacher „
als sich durch intensiveres Üben der Form, sich so etwas wie „
Dantien „ (Energiezentrum, ca. drei Finger unter dem Bauchnabel)
einstellte und mir allmählich klarer wurde, was sich hinter dem
begriff „ drei innere Harmonien“ verbarg:
xin yu yi he - Herz und Verstand/Aufmerksamkeit
verbinden sich
qi yu li he - Energie und Kraft verbinden sich
jin yu gu he - Sehnen und Knochen verbinden sich
Langsam gelangte ich dahin, dass ich kaum noch Kraft für
Fege - und Schaufel Tätigkeiten benötigte. Ich merkte plötzlich,
wann ich den Besen fest aufsetzen musste und wann man besser war sanft
und seicht den Asphalt zu säubern, wann etwas forsch den Besen
zu schwingen und wann es klüger war doch nachzugeben um dann noch
vorzudringen. Und schon sind wir wieder beim Tuishou:
ting jin = Kraft hören
dong jin = Kraft verstehen
hua jin = Kraft umleiten
fa jin = die eigene Kraft hinzufügen
Schließlich hört man sehr genau über den Kontakt,
das Anfassen des Besens / Gegners, wie das zu entfernende Objekt- /
respektive Gegner zu bewegen sei. Dann wird einem der Satz klar:
wo bu dong - ich weiß nicht
ta bu dong - er weiß nicht
ta dong - er weiß
wo xian zai kuai - ich bin schneller als er
Mit der Zeit wurde mir klar, das Fegen mehr als nur eine Bedeutung
hat. Das ist nicht nur die eintönige Arbeit eines Hausmeisters,
das Tuishou mit dem Gegner, sondern, wenn man es auf die Spitze treibt,
die Erklärung und Handhabung aller Dinge. Vor allem das Fegen an
uns selbst. All unsere Nöte, Ängste Sorgen fortzukehren -
sowie das größte Hindernis - das sogenannte Ich.
Frank Hagedorn
Montag
ist Taiji-Tag
Es ist April. Mein Wecker klingelt. Gestern war
es trübe und grau, vorgestern war es trübe und grau... Ich
ziehe mein Rollo hoch - jawoll auch heute ist es trübe und grau.
Ich schlurfe in mein Bad. Auf dem hinweg ein kurzer Abstecher in die
Küche um den Wasserkocher anzuschmeißen.
Nach der Morgentoilette und mit meinem Becher Tee in der Hand sieht
die Welt schon freundlicher aus.
Ich gehe auf den Balkon und begutachte das Wetter. Es nieselt. O.K.
das bedeutet dick anziehen und Stehende Säule auf dem Balkon. 45
Minuten später. Meine Nachbarin schmettert mir ein "guten
Morgen" zu. Das bedeutet für mich: Zeit zum Frühstücken.
Jetzt wird’s erst mal voll draußen. Alle Welt rennt zum
Mülleimer, bringt die Kinder zur Schule oder fährt zur Arbeit.
Ruckzuck geht die Hausarbeit von der Hand. Ein Blick zur Uhr zeigt -
noch 2 1/2 Stunden dann muss ich im Kindergarten sein. Fein! Noch Zeit
ne Runde Laojia im Garten zu drehen. Regenhose und Jacke anpellen, Mütze
auf, Handschuhe an, los geht’s. Ich sehe aus wie das Michelinmännchen.
Ich erwische mich summend und grinsend. Heute ist ein guter Tag. Montag.
Au weiha! Schon 11:30 Uhr. Fix Mittag kochen, essen, oh und wichtig
- Conni anrufen: "Ich fahre heute nach Gifhorn zum Training. Jipijey.
Kannst du früher da sein? Dann können wir noch ein wenig Schwerteln.
Was sagst du? " - "Prima. Bis dann.
Oh ooh! Schon 12:40 Uhr. Nun aber los. Auf dem Weg zum Auto schmettert
mit meine Nachbarin ein "Na! Wohl spät dran was!" zu.
Ich erwische mich summend und wippend im Auto.
Heute ist ein guter Tag. Montag.
Ich steige aus meinem Auto und schlendere in den Kindergarten. Einen
Plausch hier, ein Pflaster aufkleben dort, erreiche ich die Küche.
Während ich den Spüler ausräume kommt meine Kollegin
hinzu: "Ich habe jemanden pfeifen gehört. Bist du das?"
Ich grinse sie an: "Kann sein. Wieso?" "Wie kann man
an einem Montag nur so gut drauf sein?" "Ich fahre heute Abend
zum Taiji nach GF." Uuuups! Muggelalarm! Diesen Gesichtsausdruck
kenne ich bereits. Der Blick wird finster, der Atem lauter. Jetzt schnell
vom Thema ablenken: "Wie war dein Vormittag?" Sie antwortet.
Gut. Keine "Du-bist-so-anders-Diskussion". Glück gehabt.
Der Nachmittag verläuft schnell.
17:30 Uhr rein ins Auto. Auf nach Gifhorn. Im Radio läuft gute
Musik. Ich singe mit und freue mich.
Um 18:15 Uhr rolle ich auf den Parkplatz vor der Halle. Mein Brot in
der rechten und die Taiji-Klamotten in der linken Hand düse ich
kauend in die Umkleide.
Um 18:30 Uhr ist die Halle mein. Hurra! Zum Aufwärmen etwas Blütentanz
mit dem Speer, danach etwas dehnen. Jetzt Speerform. Es fühlt sich
gut an. Die Tür geht auf und Conni erscheint. Wir beide stellen
fest: "Darauf haben wir uns schon den ganzen Tag gefreut."
Wir üben mit dem Schwert. Nach und nach wird die Halle voller.
Um 19:30 Uhr beginnt Thilo mit dem Unterricht: "Ihr lauft mit Petra
lange Form und wir (dabei schaut er die Neueinsteiger an) kümmern
uns um die 19er-Form."
Und als hätte er meine Gedanken erraten sagt er: "Für
Partnertaiji und Fragen haben wir nachher noch Zeit."
Jubel!
Die Form läuft gut. Ich fühle mich wohl und warm.
Es folgen Fragen und Korrektur. Ich übe und experimentiere. Plötzlich
stehen wir schon da und grüßen ab. "Wie jetzt... ist
schon Schluss?"
Um 21:45 Uhr sitze ich bereits wieder im Auto und
fahre nach Hause.
Montag ist Taijitag.
Petra Henninges
Die
Sitzmeditation in unserem System
Letztes Jahr führte Jan auf einem Lehrgang
die Sitzmeditation zu unserem Chenstil mit ein. Er erarbeitete dazu
drei von ihm zusammengesetzte Übungen, die sich aus seinen Erfahrungen
mit der Sitzmeditation, wie er sie aus seiner Zeit in Chenjiagou damals
gelehrt bekommen hat. Einige Inhalte verfeinerte er durch die Erfahrungen,
die er in den letzten Jahren während seiner Aufenthalte in Sri
Lanka in dem buddhistischen Tempel und Meditationszentrum gemacht hat,
in dem er vor und nach seinen eigenen Retreats, Taijiquan an die Mönche
unterrichtet. Diese Synthese besteht aus drei Stufen, die entweder hintereinander
in einer Übung, oder, mehr im klassischen Ansatz, jeweils einzeln
intensiv für einen bestimmten Zeitraum geübt und so aufeinander
aufgebaut werden.
Die erste Stufe beinhalten noch Armbewegungen innerhalb des Sitzens,
die es dem Beginner noch erleichtern sollen, sich zu konzentrieren.
Die Bewegungen sind so angelegt, dass konsequent und spürbar Dantian
aufgebaut wird. In der zweiten Stufe fallen alle Bewegungen weg und
der Schüler konzentriert sich nur noch auf das aus der ersten Stufe
erhaltene Dantian-Gefühl. In der dritten Stufe fällt dann
auch diese Konzentration weg und der Schüler beginnt, anfänglich
noch mit zur Hilfenahme bestimmter Techniken, klaren Geist und hieraus
entstehende Leere in sich zu entwickeln, bzw. wahrzunehmen.
(Diese Beschreibungen sind in größter Kürze. Einen ausführlichen
Lehrgang hierzu findet ihr unter „Sonderseminare“ auf Seite
...)
Jan´s Schüler Armin Fabian trainiert seit 1 ½ Jahren
im “Tempelpark” und hat diese drei Stufen hintereinander
jeweils 100 Tage pro Sequenz mit einer Stunde pro Tag (ohne eine einzige
Ausnahme) durchlaufen. Folgend sein in Kürze gehaltener Erfahrungsbericht:
Meditationserfahrung
· Die ersten 100 Tage
Eine Stunde sitzen und das Praktizieren der Hand-
Armübungen fällt mir zuerst sehr schwer. Das Problem ist zunächst
der Rücken, dieser ist zum Teil so verspannt, dass am nächsten
Morgen Muskelkater zu spüren ist. Mit der Zeit finde ich die korrekte
Sitzposition, mein Körper wird ruhiger, ich kann mich mehr auf
das Drehen der Arme konzentrieren. Durch das tägliche Üben
gewöhnt sich Körper und Geist immer besser an die Übungen.
Dantian entwickelt sich stärker, mein Geist hat damit zu kämpfen,
trotz der späten Stunde (eine Stunde zwischen 23 und 1 Uhr nachts)
noch konzentriert zu sein. Je nachdem wie stark mich der Tag beansprucht
hat, klappt es besser oder schlechter. Am Ende der ersten 100 Tage ist
das Sitzen zu einer eher angenehmen Gewohnheit geworden, Dantian hat
sich gut entwickelt, mein Körper fühlt zentrierter an als
zuvor. Ein nicht verachtender Aspekt ist der, dass die Meditation zur
Nacht das Training im Gesamten abrundet, im trainiere rund um die Uhr,
es gibt Pausen, aber keinen Bruch bzw. Stop mehr.
· Die zweiten 100 Tage
Das Sitzen fühlt sich weiterhin gut an. Es
fällt mir nicht schwerer als zum Schluss der ersten 100 Tage. Ich
konzentriere mich auf Dantian, versuche meine Aufmerksamkeit dort zu
sammeln und das Gefühl, dass sich aus den ersten 100 Tagen entwickelt
hat, zu stabilisieren. Konkret spüre ich vor allem ein Völlegefühl
in Dantian. Es gelingt mir zunehmend, dieses Gefühl zu halten und
zu entwickeln, so dass ich es auch tagsüber auf meine Handformen
übertragen kann. Somit fällt es mir viel leichter, zu verstehen,
was mit einer Dantianbewegung gemeint sein kann. Auch wenn es mir noch
nicht direkt gelingt, eine Bewegung hieraus auf den Körper zu übertragen.
Die Gesamtsensibilität für meinen ganzen Körper steigert
sich.
Die Konzentration des Geistes ist (vor allem auch wegen der späten
Stunde) weiterhin das Schwierigste beim Üben. Es kommt schon vor,
dass die Müdigkeit sehr stark ist und ich das Gefühl habe
meine Übungen gemacht zu haben, aber nicht wirklich bei der Sache
gewesen zu sein. Genauso gibt es Tage (Nächte) wo der Geist sehr
präsent ist und der Körper ihm folgt. Manchmal taucht der
Geist nach anfänglich großer Müdigkeit plötzlich
klar auf, so dass die Müdigkeit bis zum Schluss verschwunden bleibt.
· Die dritten 100 Tage
Die letzte Übung ist für den Geist die
schwierigste. Ohne eine Körperbewegung oder eine Aufgabe in dem
Sinne, fällt es dem Geist viel schwerer sich zu konzentrieren.
Er kann seine Aufmerksamkeit nicht auf etwas äusserlich Sichtbares
lenken. Ein Gefühl von Leere zu entwickeln und dann zu versuchen,
dies zu „halten“, erfordert am meisten Konzentration. Immer
wieder hab ich das Gefühl die Leere nur zu „erdenken“,
sie nicht wirklich korrekt zu erfassen. Ich helfe mir mit meiner Atmung,
stimme den „Beginn“ der Leere mit meiner Atmung ab, zwischen
der Aus- und Einatemphase, wobei ich, ohne es zu forcieren, Bauchatmung
einsetze. Ich kann aber nicht behaupten, wirklich in dem Sinne in eine
Leere einzutauchen. Es ist mehr ein Gesamtgefühl des Körpers
von großer Fülle und großer Stille, welches sich aus
allen drei Übungen fortlaufend entwickelt hat.
Doch noch etwas anderes, für mich sehr wichtiges, hat sich entwickelt.
Nämlich das Gefühl, dass es einen Geist gibt der rein und
klar ist und durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist. Egal wie anstrengend
die 300 Tage Meditation waren, ob Gedanken vorbeizogen, mein Körper
müde oder verspannt war, dieser klare Geist ist immer da und verhält
sich objektiv, lässt sich vom Gefühl nicht beeindrucken und
kann gerade dadurch um so richtiger handeln. Er (der klare Geist) nimmt
den eigenen Körper und seine Schmerzen/Freuden nicht übertrieben
wichtig. Er lässt sich nicht von Äusserlichkeiten beeindrucken
und haftet nicht daran. Wenn ich mit den Augen dieses Geistes schaue,
ärgern mich keine Menschen, empfinde ich keine störenden Emotionen.
Natürlich ist das gerade Beschriebene noch nicht genügend
stark entwickelt, alte Ängste, Emotionen jeglicher Art sind trotz
alledem noch da und können mich auch wieder einholen. Aber ein
Gespür für den klaren Geist habe ich und den Wunsch noch stärker
in Ihm zu ruhen und aus Ihm heraus zu handeln.
Armin Fabian
Den Schmerz zum Freund
machen und / oder durch Schmerzen Freunde gewinnen
( Anwendungslehrgang mit Großmeister Chen Xiaowang,
Karlsruhe 2003 )
Diese für mich sehr tiefsinnige Aussage habe ich beim Üben
Anfang der 90er Jahre von einem chinesischen Kampfkunstmeister, der
in Malaysia lebte, bekommen. Nach langem Suchen in verschiedenen Kampfkünsten
nun endlich im traditionellen Taijiquan der Chenfamilie bei Großmeister
Chen Xiaowang angekommen, durfte ich als Übungspartner vom Großmeister
im Anwendungskurs in Karlsruhe November 2003 wieder neue Erfahrungen
machen. Sie sind schmerzvoll, überraschend, gegen
jede Gegenwehr erhaben. Wohltuend, motivierend und richtungsweisend.
Beim Üben in der Gruppe war viel Schmerz und Freude im Raum, und
die
Hebeltechniken ließen keine Müdigkeit zu. Nur - was mich,
nach dem sinnlosen Versuch beim Großmeister einen Hebel anzuwenden,
zu Boden krachen ließ, war keine Hebeltechnik als Gegenmaßnahme,
wie wir es üben sollten, sondern Taijiquan vom Großmeister.
Ein Niveau weit über der Technik, was ich etwas spüren und
ahnen, aber nicht sicher einschätzen kann. Ich danke dem Großmeister
und auch Jan und Claudia, die diese Erfahrung für uns auch in Deutschland
möglich machen, durch vorbereitenden Unterricht und Organisationskram.
Beste Wünsche Allen für den weiteren Weg zum Dao, beim Stehen,
Chansigong, Formen- und Tuishou üben und ab und zu mal zu hebeln
- mit vielen neuen Freunden.
Ein dankbarer Kursleiter aus
Berlin
Seminar
Taijiquan und sexuelle Energie für Männer (03.10.04 Hamburg)
Inhalt des Lehrgangs ist es, neben der Erarbeitung
eines generellen Fundaments und Verständniss des Themenbereiches
"sexuelles Qigong" eine für das Taijiquan kompartible
Variante zu entwerfen, westliche Sexualität als nicht hinderlich,
sondern anregned für den Entwicklungsprozess von Taijiquan zu gestalten.

Schwerpunkt wird hier das Konzept der Energieerhaltung und Pflege sowie
Nutzbarkeit im generellen, aber auch für das Taijiquan sein.
Erlernt wird:
- generelle Erkenntnis und theoretisches Basiswissen über sexuelle
Energiearbeit
- Ejakulationskontrolle und Entwicklung eines "inneren Orgasmus"
- Trennung von Orgasmus und Ejakulation
- Taijiquan und sexuelles Qigong als Medium und Fundament eines fruchtbaren
und gläcklichen Liebeslebens, sowie die Möglichkeit von Integrität
aller essenziellen Lebensprozesse innerhalb der Praxis von Taijiquan.
Während des Lehrgangs wird weder eine Entkleidung noch eine sexuelle
Handlung stattfinden.
Der Kursus beschrängt sich aufgrund der männlichen Dozentenschaft
auf die sexuelle Energetik des Mannes.
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