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Faszination Schwert

 

Das Schwert - die Waffe des Altertums

Das Schwert symbolisiert Stärke und Geschicklichkeit, Macht und Hoheit, Gerechtigkeit und Herrschaft. In fast jedem Reich war es das Zeichen der Staatsgewalt und hoher Ämter. Ein Schwert zu tragen war ein Privileg, das man sich oft erst verdienen musste. Keine andere Waffe wurde je zu klareren Zielen entworfen. Dies ist die Waffe des Altertums, die einzig und allein gegen Menschen entwickelt wurde und nicht von Jagdwaffen abstammt.

Viele Geschichten und Legenden sind überliefert über diese Waffe, die auch so manchen von uns fasziniert. Ebenso viele Geschichten und Legenden ranken um die Herstellung dieser königlichen Waffe. Bis in die Bereiche des Mystischen geht das geheimnisumwitterte Schmieden dieser Waffe, die auch in Europa ihre Fechtschulen, Duelle und Legenden hat.

 

Das Chinesische Schwert

Erste historische Beweise für eine Waffenherstellung aus anderem Material denn als Stein finden sich in der Zeit 2690-2590 vor Christus, der Zeit des Huang Di, dem Gelben Kaiser. Huang Di lies Schwerter aus Jade, Kupfer und Gold herstellen. Diese Zeit bildet den Anfang der metallurgischen Forschung für Waffenherstellung in China.
In der Zeit der Shang Dynastie (1751-1111 v. Chr.) kamen die ersten Bronze-Schwerter auf. In der folgenden Chou Dynastie (1111-221 v. Chr.) machte die Metallurgie Fortschritte und härtere und schärfere Schwerter konnten hergestellt werden. Es folgte eine Zeit der Bürgerkriege, die als Frühling- und Herbstperiode oder als Zeit der kriegsführenden Staaten Geschichte schrieben. In dieser Zeit wurde den Schwertschmieden höchsten Respekt entgegen gebracht. Während der Han Dynastie (206 v. Chr.-220 n. Chr.) wurde der Vorgang der Eisenherstellung erstmals in dem Buch „Huai Nan Wan Hua Shu“ (Huai Nan´s tausend Handwerke), einem Buch der Metallurgie, beschrieben.

Aus der 3 Königreiche Periode bis zur nördlichen Chou Dynastie (Bei Choui 557-581 n. Chr.) ist wenig über die gebrauchten Waffen überliefert.
In der friedlichsten Zeit in Chinas Historie, der Sui- und Tang-Dynastie (581-907 n. Chr.) wurden eher die schönen Künste entwickelt und die Kriegskünste vernachlässigt.

907 n. Chr. wurde China in fünf Regionen geteilt, die als die Zeit der fünf Dynastien (Wu Dai 907-960 n. Chr.) bekannt wurde und in die vereinte Sung Dynastie (960-1279 n. Chr.) mündet. Die Sung Dynastie endete mit der Invasion der Mongolen, welche die Yuan Dynastie gründeten. Erst diese Mischung der Kulturen brachte weitere Entwicklung der Schwertstile.

Mit dem Sieg über die Mongolen 1368 gründete sich die Ming Dynastie (1368-1645). Schwerter aus Stahl wurden erst in der Ching Dynastie (1644-1911), welche die Manchus begründeten, hergestellt.

Die normalen chinesischen Schwerter, die heute im Handel sind, sind eher schlecht verarbeitet, eben Massenware und daher recht billig. Die Qualität der Klingen sind den historischen gegenüber gleichwertig bis überlegen! Obwohl auch heute noch Faszination von dieser Waffe ausgeht, ist das Wissen um die „Magie“ des Schwertes den meisten unbekannt. Das Schwert ist die erste Waffe, welche hergestellt wurde, um ausschließlich gegen Menschen eingesetzt zu werden. Später entwickelten sich in Europa auch „Jagdschwerter“. Diese wurden neben dem normalen Schwerteinsatz auch genutzt, um waidwundem Wild den „Fangstich“ zu setzen.

Das Schwert als Symbol

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch in China war das Schwert Symbol der Würdenträger des Militärs. Nur Adlige durften es tragen.
Die einfachen Soldaten waren mit dem Säbel (DAO) ausgerüstet.

 

Zivile Schwerter

Die ersten zivilen Schwerter (Wen-Jian) entwickelten sich in der Ming Dynastie (1368-1645). Im Gegensatz zum Militärischen Schwert (Wu-Jian) galt das Wen-Jian als weiblich, war kürzer und die Spitze (Feng) abgerundet. Das Aussehen jeder der beiden Schwertarten variierte sehr stark. Je nach Zeit, Schwertschulen, Schmieden und persönlicher Notwendigkeit entstanden unzählige Formen, die nach Feng Shui Aspekten angelegt, und/oder mit magischen Ritualen „erweckt“ wurden.

 

Das 7 Sterne Schwert

Das Qi Xing-Jian (7 Sterne Schwert) z.B. ist an der Klinge mit 7 Punkten/Knöpfen aus Kupfer besetzt, welche die Energie besser fließen lassen sollen und die Anordnung des Sternbildes des Großen Wagen darstellt. Die Punkte wurden mit einer in das Metall eingravierten Linie verbunden.

 

Andere Schwertarten

Verschiedene Fechtschulen verwendeten variabel geformt Klingen, wie z.B. das Schlangenschwert (She-Jian). Das Doppelschwert (Shuang-Jian) wurde meist von Frauen geführt. Weiter gibt es das Zweihandschwert (Shuang-Shou-Jian) oder das tückische gezahnte Schwert (Yu-Na-Jian), was auch als Giftzähne bezeichnet wird.

 

Das Militärische Schwert

Um auf dem Schlachtfeld bestehen zu können, waren die Kriegsschwerter viel schwerer und aus geschmiedetem Stahl. Es gibt Legenden, die besagen, dass manche Kämpfer bis 15 Kilo schwere Schwerter handhabten.

 

Hofschwerter

Um Würdenträger zu belohnen, schmiedete man während der Qing Dynastie (1644-1911) kleine Hofschwerter (Xiao Gong-Jian), auch Gerichtsschwerter genannt. Sie wurden auch fremden Reisenden als eine Art Pass angeboten. Mit etwas Glück kann man solche Hofschwerter heute noch im Antiquitätenhandel erstehen. Die wirklichen Klingen sind heute nur noch selten zu finden und haben Preise wie alte japanische Katana. Heute gibt es in China kaum noch Schmiedemeister, die das alte umfangreiche Wissen in sich vereinen, welches nötig ist, um „lebende Klingen“ zu schaffen.

 

Schnitt- und Stichwaffe

Der Umgang mit ihm wurde als sehr subtil betrachtet. In den alten Schulen war es verpönt, mit dem Schwert einfach zuzuschlagen, was man eher mit dem Säbel (als der eigentlichen Hiebwaffe) ausführte. Das Schwert galt als Schnitt- und Stichwaffe. Mit der Spitze des Schwertes versuchte man, präzise Schnitte an den Sehnen und Arterien der Gelenke oder des Halses anzubringen, da in der Schlacht die chinesischen Rüstungen eher leicht und gerade an den Gelenken Rüstungslücken hatten.

Die alten Meister versuchten den Gegner mit der rasierklingenscharfen Spitze zu ritzen, damit dieser verbluten musste. Die Spitze (Feng) war sehr dünn und scharf. Zum Griff hin wurde die Klinge dicker und konnte zum Schlagen, Schneiden und Blocken genutzt werden. In der alten Mythologie ist das Schwert dem Feuer zugeordnet.

 

Gerade oder gebogene Klingen

Um effektiver zu sein, erfordert der Umgang mit dem chinesischen Schwert kreisförmige, gelupfte Bewegungen, um Techniken optimal ausführen zu können. Gebogene Klingen dagegen können auf direktem, mehr linearem Weg eingesetzt werden, wie man bei Säbel- oder Katanentechniken gut erkennen kann.

Die Fechttechniken Chinas ähneln eher dem europäischen Degenfechten als dem Schwertfechten (welches mit 2 Händen geführt wurde). Chinas Zweihandschwertfechten entspricht dem 1 ½ Händer Europas (1 ½ Händer lässt den Gebrauch mit 1 oder 2 Händen zu).

 

Die Scheide

Grundsätzlich unterscheidet man 2 Arten der Scheide: die Gelehrten Scheide, welche aus Holz hergestellt wurde und um das Schwert gegen Nässe zu schützen, mit Schlangen- oder Krokodilhaut wasserdicht gemacht wurden. Der andere Scheiden-Typ ist die militärische Scheide, die aus Metall geformt härteren Kampfeinsatz wie z.B. Blöcke und Stöße erlaubte.

Die Schwerter, die heute im Gebrauch sind, entsprechen fast ausnahmslos dem Design der Ching Dynastie.

 

Nord-Süd Unterschiede

Nordchinesen sind in der Regel größer als die Südchinesen und die kulturellen Unterschiede von Nord und Süd resultieren in unterschiedlichen Schwertstrukturen und Techniken. Die Klinge des nördlichen Schwertes ist relativ lang und dünn, was Gewicht spart. Die Durchschnittslänge ist ca. 15 cm länger als die Armlänge. Das Parierstück ist nach vorne gebogen, um die Waffe des Gegners festzusetzen. Nördliche Schwerstile sind offensiv bzw. angriffsorientiert und sind spezialisiert in lange und mittlere Distanz.

Die südlichen Schwerter dagegen sind kurz, armlang mit breiten, dicken Klingen. Die Parierstücke sind eher nach hinten gebogen, um die Waffe des Gegners abgleiten zu lassen und um einen Konter in kurzer Distanz möglich zu machen. Südliche Schwertkampfkunststile sind eher defensiv und bevorzugen eine kurze bzw. mittlere Kampfdistanz.

 

Der Weg des Schwertes

In ganz China wurde der Weg des Schwertes hoch respektiert. Nicht nur wegen der Schwierigkeit des Erlernens der Techniken, sondern vor allem wegen der moralisch/ethischen und spirituellen Qualitäten, welche nötig waren, um die höchste Fertigkeit des Schwertkampfes zu entwickeln. Um eine seriöse Grundlage für die Schwertkampfausbildung zu haben, musste der Kampfkünstler zunächst andere „Kurzwaffen“ wie Säbel, Dolch ... meistern, was eine lange Zeit der Vorbereitung erforderte. Ein Schwertmeister musste Willenskraft, Beharrlichkeit, Geduld und Ausdauer entwickeln, um die langjährige Ausbildung durchzustehen. Das Schwert war eher eine defensive Waffe, was Strategien von Ruhe in Bewegung nötig machte. Eine solche Qualität war ohne Geduld, Gelassenheit und Tapferkeit nicht zu erreichen. Schwertkämpfer praktizieren Meditation, um die nötige innere Ruhe und Gelassenheit zu entwickeln. Zusätzlich half der Meister dem Schüler, Tugenden zu entwickeln, welche für den Weg des Schwertes notwendig waren. Die Entwicklung von Loyalität nahm eine zentrale Stellung ein. Loyalität zum Land, Meister, Eltern und Freunde, selbst mit der Konsequenz, sein Leben zu geben war nicht nur ein Lippenbekenntnis. Zusätzlich mussten Respekt, Demut und Rechtschaffenheit vom Schüler entwickelt werden, um ein Meister des Schwertes zu sein.

Chinas Fechtkunst hat sich bis heute sein Charisma bewahrt, ist aber in der Breitenanwendung sehr verwässert. Sieht man bei einem Stock- oder Säbelkämpfer die Wirksamkeit der Waffe, so ist es beim Schwertfechten schwer zu erkennen, ob die Technik wirklich funktioniert. Klassische Schwertwege werden kaum noch vermittelt und eher im Hintergrund gepflegt. Die Faszination des Schwertes jedoch sorgt weltweit für den Erhalt und die Pflege der Schwertkunst.

Text: Gerhard Milbrat

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Und kurz noch was zwischendurch...

Alles, was ich sehe, höre, überhaupt wahrnehme, nehme ich aus der Vergangenheit wahr. Es ist mir unmöglich, Dinge in der Gegenwart zu sehen. Sehe ich einen Baum, sehe ich ihn nach der (wenn auch sehr kurzen) Verzögerung, die das Licht braucht, um von dem Baum zu mir zu gelangen, dass ich ihn „sehen“ kann. Nicht berücksichtigt, die vielleicht sehr viel längere Zeit des Informationstransportes, bis sich zu diesem Sehen eine Wahrnehmung von „Erkennen“ einstellt, sprich´ bis das Gesehene auch vom Geist als gesehen wahrgenommen wurde. In einer noch späteren Abfolge erfolgt das Hören, Riechen, Schmecken etc. Demnach nehme ich nichts in der Gegenwart wahr und alles, was ich sehe, erscheint mir nur aus der Vergangenheit. Ein Blick in den Nachthimmel unter gerade erwähnter Idee ermöglicht also einen Blick bis tief zurück in tiefste Vergangenheit, ja laut Physik wohl theoretisch bis zum Ursprung des Universums an sich.
Woran das liegt? Ich kann immer nur über ein Mittel wahrnehmen. Sehe ich eine Jacke am Kleiderschrank, sehe ich ihn über das Mittel des Lichtes, welches den Raum erhellt und die Informationen zu mir bringt. Höre ich Dich reden, so geschieht dies über die Schallwellen, wenn sie mich erreichen. Alles kann nur aus der Vergangenheit wahrgenommen werden, denn die Wahrnehmung unserer Sinne geschieht über Medien, die uns Wahrnehmung ermöglichen, indem sie die Information zu uns transportieren plus der eigenen körperlichen Möglichkeit, dieses „Sichten“ in Information an den Geist zu übertragen. Und beides zusammen verbraucht Zeit. Doch wem ist schon bewusst, dass er immer nur Vergangenes wahrgenommen hat? Vergangenes ist bereits gestorben, vorbei. Ein lustiger, aber ernsthafter Gedanke: Wir sehen immer nur den Tod.
Doch wie kann ich Gegenwart erfahren? Wie kann ich die Dinge sehen, wenn sie sind, sprich, in dem Moment, in dem sie genau gerade leben, nicht gelebt haben?
Das einfachste Mittel wäre die Unmittelbarkeit. Das heißt, ich nehme direkt wahr, ohne eine Vermittlung. Dies kann dann aber nicht mehr über die Augen, nicht mehr über die Ohren, ja überhaupt nicht mehr sinnlich geschehen. Wenn ich die Jacke am Kleiderhacken wahrnehmen will, ohne zeitliche Verzögerung, also im „Hier und Jetzt“, dann darf kein Mittel zwischen mir und der Jacke stehen. Dies würde jedoch bedeuten, ich müsste die Jacke sein. Denn Unmittelbar bedeutet, es ist nichts mehr dazwischen. Und wenn nichts mehr dazwischen ist, dann gibt es auch keinen Unterschied mehr, es ist Eins. Nun gut, ich bin also die Jacke. Doch nun: Was nützt es mir, denn als Jacke bin ich zwar die Jacke, und es ist keine zeitliche Verzögerung mehr da, doch somit ist auch nichts mehr da, was die Jacke als Jacke wahrnimmt.


Weiterhin will ich ja nicht nur die Jacke wahrnehmen in dem Moment, wo sie ist, sondern ich möchte alle Dinge wahrnehmen in dem Moment, wo sie sind.
Kurz: Es bleibt also nur die Leere, wie sie in allen spirituellen Schulen gepriesen wird. Nur in der Leere habe ich Unmittelbarkeit, nur in der Leere kann ich Eins mit allem sein, und nur in diesem Einssein kann ich im hier und jetzt sein, kann ich Gegenwart sein. Wirklich im „Hier und Jetzt“ zu sein, bedeutet also gleichfalls wahrhaft zu leben, ja leben überhaupt erst „live“ zu erleben.
Zusammengefasst: Getrennt von Dingen bedarf es eines übermittelnden Mediums, wenn ich die Dinge erfahren möchte, was bedeutet, das ich sie nur in ihrer Vergangenheit erfahre und daher nicht das Leben, sondern bereits gestorbene Momente wahrnehme. Das wahrhaftige Leben kann ich also nur im "Hier und Jetzt" erfahren. Dies jedoch ist nur in der Unmittelbarkeit, sprich in der Einswerdung möglich. Als einziges Konzept, um mit allen Dingen eins zu werden, um „Leben“ wahrzunehmen, bleibt mir nur die Leere.

In der Leere jedoch ist nichts mehr.

Auch keine Wahrnehmung, sonst wäre es nicht wirklich leer. Das heißt romantisch ausgesprochen, ich gehe ganz aus mir heraus, werde zur absoluten Leere und vereine mich so mit allen Dingen, und schon bin ich unmittelbar und lebe in der Gegenwart. Wissenschaftlich ausgedrückt bedeutet dies jedoch, es nützt mir nichts, denn der Beobachter, und damit auch die komplette Wahrnehmung ist verschwunden. Es klingt wie eine Ironie des Schicksals: Die allerheiligste Seligkeit ist erreicht, doch niemand ist mehr da, um sie wahrzunehmen, um sie zu zelebrieren. Und dies ist nicht bloß esoterisch, sondern auch konkret physikalisch beweisbar.
Und wenn doch noch etwas wahrgenommen werden kann, der Mystiker spricht von dem höchsten Glück göttlicher Wahrnehmung, so kann es keine vollständige Leere sein, denn da ist noch immer der Wahrnehmende, sprich die Sinnlichkeit (denn über sie wird wahrgenommen), schließlich und endlich also ein Ausdruck von Sexualität. Diese Wahrnehmungen jedoch sind dann physikalisch bereits wieder verspätet, sprich in der Vergangenheit, sprich nicht im "Hier und Jetzt". Sprich in der Trennung. Wohl aber ein wenig weiter herangerückt.
Dies ließe wieder die Hoffnung keimen, je näher dran, umso göttlicher die Wahrnehmung. Bis hin zur höchsten Wahrnehmung, der Nichtwahrnehmung. Die vollständige Leere. Was erneut heißt, ich kriege sie nicht mit. Ob Buddha dies wohl meinte, als er ins Nirwana einging, als „die Kerze erlosch?“
Möglich, denn hier kann auch kein Leiden sein. Denken wir diesen Prozess zu Ende: Wie können wir den höchsten Zustand erreichen, wie können wir wahrhaft leben, d.h. im "Hier und Jetzt" sein und weiterhin aber wahrnehmen? Denn alle schlauen Sprüche aller Traditionen der Jahrtausende hin oder her, wem nützt die Vollkommenheit, wenn niemand sie wahrnimmt? Doch ich will nicht so selbstsüchtig sein und mich selber aufgeben. Ich gehe vollständig aus mir heraus, und nehme nicht mehr wahr, denn „ich“, als wahrnehmendes Wesen, bin nicht mehr. Wenn dies jedoch so ist, ist auch das Universum nicht mehr. Wenn niemand es wahrnimmt, wie kann es sein? Wo ist der Beweis? Ich stand einmal nachts vor dem Vulkan Teide auf Teneriffa und die Konturen der Erde gingen nahtlos über in die Konturen des Universums. Ein leichter Wind mutete romantisch als „Rauschen des Universums“. Keine Menschenseele war dort. Nur ich kleiner Mann stand da, entleerte mich all meiner Gedanken und war nur noch Wahrnehmung, nicht mehr Analyse. Es war eine große Glückseligkeit, „Eins“ mit dem Universum zu sein. Jedoch... dies 100% zu sein würde bedeuten, so schien es mir damals, ich bin mit allem eins, und/doch ich nehme gar nicht mehr wahr. Dann, so schien es mir, wird man nicht mit allem Eins, man ist alles.

Die Existenz an sich, die alles durchdringt, aber selbst nicht wahrnimmt.

Aber wenn ich nicht mehr wahrnehme, wie kann das Universum dann noch da sein... klar, es müsste genau wie vorher da sein. Aber wo, wo ist es, wenn keiner es wahrnimmt? Ja, wenn die Existenz selbst es nicht wahrnimmt.
Es macht Sinn, sich einmal diesem Experiment auszusetzen und auf diese Weise in den Nachthimmel zu schauen...er existiert demnach nur, weil wir existieren. Es ist nur ein Gedanke, eine zu dem auch noch verspätete Wahrnehmung. Es gibt kein Raum und keine Zeit ohne das wahrnehmende Wesen. Umgekehrt betrachtet, erschafft sich Raum und Zeit also durch die Wahrnehmung oder besser: Das fühlende Lebewesen ist gleichzeitig mit Raum und Zeit erschaffen, alle drei hängen direkt mit einander zusammen, das eine kann nicht ohne das andere. Der Ursprung des Universums müsste demnach trotz aller Physik auch der Ursprung des wahrnehmenden Wesens sein. Na ja, halt nur so ein kleines Argument auch mal für die Genesis...

Viel Spaß beim Grübeln!

Jan Silberstorff
© 2003

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Ein Großmeister wie die Lichtgeschwindigkeit


Aus eigenem Bedürfnis heraus möchte ich an dieser Stelle kurz etwas über meinen Lehrer, Großmeister Chen Xiaowang, sagen.
Vor 10 Jahren habe ich bei ihm anfangen dürfen zu lernen. Ich bin bereits viele Jahre in China gewesen, hatte fast alle meine Turniere bereits gewonnen, bevor ich ihn persönlich das erste Mal traf. Doch mein erstes Training unter GM Chen Xiaowang war damals endlich das Ende meiner Suche und der Beginn eines Trainings, was mich nicht mehr verlassen wird. Ich durfte zu Beginn sehr viel pushhands mit ihm machen und es war unglaublich, so etwas beeindruckendes, unerklärliches und vor allen Dingen chanchenloses hatte ich noch nie erlebt. Ich konnte es gar nicht pushhands nennen, denn wir kamen gar nicht dazu. Ich hatte schon verloren, bevor es überhaupt angefangen hatte. Und das jedesmal.
Jetzt, 10 Jahre später durfte ich wieder mit ihm pushen, und ich weiß, dass ich mich in den letzten 10 Jahren viel verbessern konnte. Viele, gegen die ich damals verlor, lernte ich später zu überwinden. Nicht aber meinen Großmeister. Im Gegenteil. War ich damals Lichtjahre von ihm entfernt, so scheint es heute immer noch genau dieselbe Distanz zu sein. Genau dieselbe Chancenlosigkeit, genau dasselbe Gefühl, einfach begeistert zu verlieren, bevor man angefangen hat...
Mein Großmeister ist und bleibt wie die Lichtgeschwindigkeit - vor 10 Jahren genau wie heute - schier unerreichbar.

Ich bin überaus glücklich und froh, bei einem so großen und einzigartigen Meister lernen zu dürfen. Danke. Und nochmals vielen vielen Dank!!

Jan Silberstorff

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Lanckorona - eine Notiz

In Lanckorona bei Krakau (Polen) fand vom 3. bis 9.Februar 2003 das erste deutsch-polnische, von der WCTAG (World Chen Association Germany) und dem polnischen Verein für Entwicklung des Chen Taijiquan (Polskie Towarzystwo Rozwoju Chen Taiji Quan) organisierte Taiji Camp statt.
Das Programm war für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen interessant. Zusammen wurden wir von Jan Silberstorff (WCTAG) unterrichtet. Die Teilnehmerzahl betrug 40 Personen.
Ich war schon ein paar Tage früher in Polen, um meine Familie und Freunde zu besuchen. Die deutsche Gruppe traf ich vor dem Bahnhof in Krakau, sie kamen mit einem Nachtzug aus Berlin. Wir warteten alle zusammen, manche leicht gezeichnet durch die lange Nachtfahrt, auf den Bus, der uns nach Lanckorona bringen sollte. Die Fahrt dauerte ca. eine Stunde und wir hielten vor der ersten Pension auf einem Berg mit sehr schöner Aussicht an, wo zehn Campteilnehmer aus Deutschland und gleiche Anzahl aus Polen untergebracht waren. Der Rest unserer Gruppe wohnte in der Pension Tadeusz im Wald. Beide Pensionen sind schnell zu einander zu erreichen. Die Verteilung der Zimmer ging dank Claudia sehr schnell, und wir hatten noch Zeit, die Umgebung und Nachbarschaft zu erkunden.
Pension Tadeusz ist voller wunderschöner alter Möbel und wirkt wie ein Museum von Marschall Pilsudski. Er regierte Polen nach dem ersten Weltkrieg und brachte es, nach einer langen Zeit der Unterdrückung und Ausbeutung durch fremde Mächte, wieder auf den Weg der Genesung. Pilsudski hat eine besondere Stellung in der Geschichte Polens und ist bis heute sehr beliebt.
Am Abend kamen wir alle zusammen um uns kennenzulernen und den Ablauf der folgenden Tage zu besprechen. Am nächsten Morgen dann ging es los mit dem Training: am Vormittag Yilu (1. Form) und am Nachmittag Erlu (2. Form), danach eine Pushhands-Stunde, alles unter Jan´s Leitung. Der Unterricht fand in einer von beiden Pensionen etwa 10 Minuten Fußweg entfernten Turnhalle statt. Und der Weg dorthin und zurück war traumhaft und nicht zu bereuen: Wir konnten winterlich, märchenhaft verschneite Landschaft wahrnehmen. Der gesamte Ort war in der Stille des Schnees versunken, ab und zu hörten wir Hunde bellen und nur selten verirrte sich ein Auto in diese Gegend. Lanckorona ist ein Bergdorf mit einer historischen Vergangenheit. Die Geschichte des Ortes beginnt im 12. Jahrhundert. Im Jahre 1366 wurden Lanckorona Stadtrechte zugesprochen, die es bis 1934 bewahrte. Es entwickelte es sich zu einem Erholungsort für Ruhe suchende Krakauer. Zu den Besonderheiten zählen die Überreste der Burg, die der polnische König Kazimierz Wielki (Kazimir der Große) im 14. Jahrhundert als eine seiner 50 Burgen errichten ließ. Er gründete auch die Universität in Krakau im Jahre 1364, sie ist einer der ältesten in Europa.
Der Marktplatz in Lanckorona ist mit Holzhäusern von 1868 eingesäumt. In einer der Häuser befindet sich eine Bäckerei, in der nach alten Rezepten das Brot und ausgezeichnete süße Brötchen gebacken wurden. Für manchen Genießer aus der Gruppe etwas köstliches für zwischendurch. Das Essen in beiden Pensionen wurde auch mit großer Sorgfalt vorbereitet und es schmeckte einfach "pysznie" d.h. sehr, sehr lecker.
Die Camp-Woche war leider schnell um. Zum Abschluss feierten wir gemeinsam eine Party mit etwas Bier und keinen Wodka, aber viel Tanz.
Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen, die bei der Gestaltung dieses und hoffentlich nächstes Camps mitwirken und mitgewirkt haben. Ich denke, dass wir gemeinsam die Harmonie und Mitte finden können und uns gegenseitig bereichern - zwei Welten aber ein Herz.


Beata Oleszkiewicz

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Reise in die Stille (01.10.2003 - 20.10.2003)
Taiji Quan Intensive im Land der Morgenstille

Sechs Personen hatten sich zur ersten Reise der WCTAG nach Südkorea ins „Land der Morgenstille“ aufgemacht. In Seoul gelandet, wurden wir von Gerhard herzlich in Empfang genommen, der mit den Mitarbeitern des Balgunvit Meditation Centers (WCTAK) für einen guten Transfer ins Hotel sorgte.
Drei aus der Gruppe waren schon acht Tage vorher losgeflogen. Sie hatten Gelegenheit, in Daegu Dr. Park, Gerhards Lehrer in traditioneller chinesischer Medizin, zu treffen und unter seiner kundigen Führung über die Medizinstrasse zu bummeln und ein Museum für traditionelle Medizin zu besuchen.
Die ersten Tage in Seoul waren voller neuer Eindrücke. Allein das Essen war märchenhaft: der Tisch bog sich jedesmal unter den verschiedenen Speisen, die zu jeder Mahlzeit aufgetischt wurden. Der erste Besuch galt dem Tempel Bong un Sa, der als ruhige Oase mitten zwischen den Wolkenkratzern von Seoul liegt. Dort konnte jeder von uns einen Abrieb von einer Kalligraphie herstellen. Auch der Kaiserpalast vermittelte einen Eindruck der Machtentfaltung im alten Korea. Interessant waren auch ein Ausflug in eine traditionelle Sauna, wo man in Kleidung die einzelnen Räume betritt. Ein Bummel auf der Shoppingmeile Insadong gehörten natürlich ebenso zum Programm wie ruhige Momente bei einem Tempelritual oder im Teehaus. Training und Demonstration des kleinen Rahmens Xiaojia des Chen-Stiles im Balgunvit Meditation Center rundeten den ersten Teil unserer Reise ab.
Die Mitglieder der WCTAK nahmen sich alle Zeit und sorgten mit asiatischer Gastfreundschaft dafür, daß alles wunderbar organisiert war und reibungslos ablief!
Von der Hektik Seouls ging es in eine atemberaubende Bergwelt, mit klaren Flüssen, Felsformationen und Wasserfällen. Unter diesen Natureinflüssen, die täglichem Wandel unterworfen waren, begann unter der Leitung von Gerhard das intensive Training von Taiji Quan und Qigong. Meister Park, der Leiter des Balgunvit Centers, bot durch die Vermittlung der 12 grundlegenden Taiji Daoyin Übungen einen Einblick in den Kleinen Rahmen und eröffneten weitere Aspekte der Gelenköffnung, die wir in unseren Formen wiederentdecken konnten.
Öffnen der Menschlichkeit - Der Name des Zentrums, das in die herbstliche Farbenpracht eingebettet lag, war nicht nur eine Kalligraphie auf einem Stein am Eingang, sondern wurde täglich geübt. Das Taiji-Training in dieser atemberaubenden Landschaft begeisterte die ganze Gruppe mit einem neugewonnenen Naturerleben. So bekamen die morgendliche Stehende Säule am Fluß und auch die abendliche Sitzmeditation in dieser sehr klaren Bergluft eine andere Tiefe. Ruhe und Stille wirkten sich klärend auf den Geist aus. Ebenso der Wind, der mit seiner Kraft diese Gedanken in Erkenntnisse verwandelte. Bäume und Wald standen für uns sinnbildlich für die feste Verwurzelung und obere Leichtigkeit. Der Fluß mit seiner konstanten Strömung symbolisierte Kraft, Plastizität und auch Weiterentwicklung. So fließt das Leben und ein Wassertropfen wird zu einem Augenblick der in seiner Einmaligkeit niemals wieder kommt. Die intensive Mittagssonne wärmte nicht nur den Körper, sondern auch das Herz von innen. Die Stabilität der Berge, mit ihrer klaren Struktur und Festigkeit bestätigten die Essenz der Stehenden Säule, die eigene Struktur zu wahren, ohne sich anzulehnen oder abzustützen, die Stabilität aus sich selbst heraus zu gewinnen. All diese Dinge verhalfen uns dazu, der eigenen Natürlichkeit ein Stück näher zu kommen.
Der gute Geist des Hauses war Baram, der uns bei all den kleinen Dingen des täglichen Lebens wie Einkaufen auf dem Markt bis zur Bedienung des Reiskochers mit grosser Umsicht und Aufmerksamkeit zur Seite stand. Das Kochen allerdings wurde von der Gruppe selbständig erledigt, wo sich alle mit ihren "Kochkünsten" einbringen konnten. Obwohl sich am Anfang alle noch nicht so gut kannten, entwickelte sich ein sehr harmonisches Miteinander, sodaß es trotz der angestrebten Stille immer etwas zu lachen gab.
Nach 12 Tagen intensiven Trainings ging es wieder zurück in die „Zivilisation“, allerdings mit einem Zwischenstop in einem buddhistischen Tempel, dessen Abt Gerhard bei seiner letzten Reise kennengelernt und eingeladen hatte. Bei unserer abendlichen Ankunft wurden wir mit einem fantastischen vegetarischen Essen begrüßt und genossen die absolute Stille, die an diesem Orte herrscht. Morgens um 4.30 rief die Glocke zum Morning Bell Chant, der uns durch seinen Rhythmus und die Harmonie der verschiedenen Stimmen alle mitriß.
Die Rückkehr nach Seoul mit seinen endlosen Staus und den Hochhäusern war ein deutlicher Kontrast zur vorher erlebten Stille der Natur. Letzte Einkäufe wurden erledigt und wieder etwas „Ordentliches“ gegessen: nach der doch eher spartanischen Ernährung in den Bergen gab es wieder Bulgalbi in Gerhards Stammrestaurant.
Sonntag morgen war es dann soweit: das Taxi brachte uns zur Kwangwoon University im Osten von Seoul, wo wir beim ersten Treffen der koreanischen Taiji-Organisationen, das vom Balgunvit Center organisiert worden war, Formen aus unserem Taiji Quan-System demonstrieren sollten. Die Choreographie Gerhards kombinierte Taiji Quan mit Kungfu, Waffenformen (Schwert, Säbel, Speer) und Anwendungen, die von der Gruppe gemeinsam umgesetzt wurde. Besonders faszinierend war die Vorführung des Zendance, der Elemente der indischen Tanzkunst mit der Haltung des Zen verband.
Ein wunderbares Abendessen, zu dem uns unsere koreanischen Freunde eingeladen hatten, rundete den Tag ab.
Unser Dank gilt vor allem Gerhard, der diese Reise durch die gute Organisation, seine vielfältigen Kontakte und seinen persönlichen Einsatz zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht hat.


Die Teilnehmer

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Taijiquan für JUNG und Alt

Seit inzwischen fast drei Jahren unterrichtet Jan im Auftrag einer Hamburger Kinderärztin Kinder zwischen 4 und 12 Jahren in Taijiquan. Sie kommen im Privatunterricht oder in Zweiergruppen.
Als eine kleine Anregung, dass Taijiquan nicht nur für Jung und Alt, sondern auch für sehr Junge geeignet ist, hier eine kleiner Bericht von Vera und ihrer Mutter. Vera hat im Alter von 7 Jahren bei Jan angefangen.

(Der Text von Vera wurde von ihr selbst aus eigenem Wunsch, ohne Vorgaben, Korrekturen oder Inhaltswünschen geschrieben. Erst durch den Text von Vera mochte ihre Mutter auch kurz dazu Stellung nehmen.)

Ich bin Vera-Dorothea Neumann
und werde bald 10 Jahre alt. Vor 2 ½ Jahren habe ich mit Taiji angefangen. Am Anfang hat mich Taiji gelangweilt. Nach einem halben Jahr hatte ich zusammen mit meiner Freundin Taiji-Unterricht, doch sie hat nach ein paar Monaten wieder aufgehört. Ich habe aber weitergemacht. Langsam, Schritt für Schritt, machte mir Taiji Spaß. Am Anfang machte mir nur das Kämpfen Spaß. Dann machte mir das Schachspielen mehr Spaß. Nach und nach machte mir auch der ganze Unterricht Spaß. Wenn mich jetzt Jan (mein Taiji-Lehrer) fragen würde, was ich bei Taiji am liebsten mache, könnte ich ihm nicht antworten. Einmal in der Woche habe ich Taiji-Unterricht. Ich persönlich trainiere jeden Morgen vor der Schule. An Schultagen meditiere ich zunächst 5 bis 10 Minuten lang sitzend auf meinem selbstentworfenen Taiji-Kissen und mache dann zwei- oder dreimal die Form (19er Form). An schulfreien Tagen meditiere ich zunächst 5 bis 10 Minuten im Sitzen, dann 2 bis 5 Minuten im Stehen (Stehende Säule), anschließend mache ich die Seidenfadenübungen und zum Schluss mache ich dreimal die Form. Ich meditiere gerne, denn so komme ich besser durch den Tag. Ich mache Taiji von Anfang an freiwillig, obwohl ich es erst dadurch kennengelernt habe, dass meine Mutter mich zum Unterricht angemeldet hat, ohne mich zu fragen. Meine Mutter ist weder beim Unterricht dabei, noch wenn ich alleine trainiere. Eigentlich versteht sie nichts davon. Ich kann mir vorstellen, dass ich noch viele Jahre lang am Taiji Spaß haben werde.
Vera-Dorothea Neumann, November 2003

Ich heiße Ursula und habe zwei Töchter. Vera-Dorothea ist die ältere von beiden. Es ist richtig, dass ich - abgesehen von ein paar wenigen grundsätzlichen Begriffen - keine Ahnung vom Taiji habe. Als Vera-Dorothea damit anfing, waren wir völlig unwissend. Doch wie kommt Man/Frau dann zum Taiji? Auf Empfehlung von Frau Dr. Kieser (HH). Verschiedene therapeutische Maßnahmen sollten nun abgelöst werden von einem guten Taiji-Unterricht. Warum? Abgesehen davon, dass die Ausübung an sich gesundheitsfördernd ist, sollte zum Einen alles „therapeutisch Anmutende“ aus dem Alltag verschwinden und zum Anderen eine „Sportart“ gefunden werden, die meine Tochter u.U. durch das ganze Leben begleiten und tragen wird. Bereits nach Vera-Dorotheas erster Unterrichtsstunde bei Jan spürte und wusste ich (übrigens damals völlig unerwartet, da ich mit einer längeren Anlaufzeit rechnen musste) das ist genau das Richtige für meine Tochter, es tut ihr rundum gut. Inzwischen weiß ich, dass ihr Taiji-Training sich positiv auf alle sie betreffende Lebensbereiche auswirkt. In vielerlei Hinsicht stellt dieser damals eingeschlagene Weg für uns alle in der Familie eine Bereicherung das - ganz besonders natürlich für Vera-Dorothea.
Ursula Grieser-Neumann


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Der „Tempelpark“

Seit zwei Jahren inzwischen gibt es in Hamburg den sogenannten „Tempelpark“. Wieso „Tempelpark“? Es ist ein öffentlicher Park, in dem Jan seit Beginn, also genauer gesagt sogar schon vor der Existenz der WCTAG für sich trainiert hat. Nach vielen Jahren gemeinsamen Übens mit seinen Schülern vor Ort, wurde bei Jan das Verlangen, nach sehr viel konkreteren und konsequenterem Training laut. Es wurde vereinbart, von morgens bis 16 Uhr zu schweigen. Dies bedeutet, ohne „Hallo“ und „Tschüß“, bis zu sechs-sieben Stunden intensiv in Stille zu praktizieren. Auch gegenseitiges Zugucken wurde untersagt, so dass wirklich jeder tief zu sich selbst kommen und in wirklicher Konzentration effektvoll und ausdauernd Üben konnte. Und das in der wundervollen Umgebung des Parks mit all seinen Tieren und Pflanzen. Nur bei der „Stehenden Säule“ kommt Jan manchmal vorbei und korrigiert. Ab 16 Uhr findet Privatunterricht mit Jan statt. Dazu wird dann gemeinsam trainiert, geredet und sich ausgetauscht. Oft folgen auch gemeinsame Pushhandsübungen. Das geht so in der Regel bis 18 Uhr und die Schüler verlassen langsam den Park oder gehen wieder in ihr stilles Training.
Inzwischen sind bereits 10 Zimmer und Wohnungen angemietet worden, um die extra hierzu nach Hamburg gezogenen Schüler unterbringen zu können. Und nicht nur aus vielen Städten Deutschlands rührt das Interesse, der bisher internationalste Gast kam aus Brasilien für einen Monat extra zu diesem „Tempelpark“.
Ob ein bis drei Jahre, nur eine Woche oder einen ganzen Monat, alles ist inzwischen hier vertreten und jeder, der ernsthafte Absichten hat, ist willkommen. Viele haben bereits ihr „ein Jahr“ um ein weiteres verlängert.
Um dieses Projekt weiter zu vervollständigen, wird zu Beginn 2004 ein kleines Abendzentrum in der Nähe des Parks eröffnet, in der eine umfangreiche Mediothek mit allen zum Thema gehörenden Büchern, Videos und Dvd`s zum konzentrierten Studium bereitstehen. Viele seltene Raritäten alter Schriften oder früher Filmwerke verstorbener Meister werden aus Jan´s Privatsammlung hierher überführt. Hierzu wird noch eine Teeküche und ein kleiner Übungs- und Meditationsraum eingerichtet. An speziellen Themenabenden wird das Zentrum für eine kleine Lesung oder zu einem kleinen Kino umgebaut.
In dieser Kombination ergibt sich für den Schüler ein ganztägiges, tempelähnlich intensives Studium in Theorie und Praxis. Und doch bleibt jeder absolut in seiner eigenen Individualität, bleibt in der Gesellschaft, wohnt selbstständig, versorgt sich selbstständig und kann sich seine Teilnahmezeiten komplett eigenständig und frei einrichten. So ist es auch Absicht, in einem öffentlichen Park zu bleiben, um sich trotz der Intensität vom Leben nicht zurückzuziehen. Ein Tempel ohne Tempel, .. halt ein „Tempelpark“!!
(an einer Teilnahme hieran Interessierte wenden sich bitte direkt an Jan: jan.silberstorff@t-online.de, Tel.: 0172-4326626)

 

Anbei folgt ein kleiner Erfahrungsbericht eines Schülers, der aus Kassel quasi in den „Tempelpark“ gezogen ist:

 

Ein Jahr Tempelpark oder die Leichtigkeit der überwundenen Mühe

Seit Ende August 2002 fühle ich mich als außerordentlich glücklicher Mensch. Warum? Weil ich seit diesem Zeitpunkt im „Tempelpark“ verweile und mich mit nichts anderem beschäftige als Chen Taijiquan zu erlernen. Glückliche Umstände haben es mir ermöglicht, mir eine „Auszeit“ aus dem Alltagstrott zu nehmen und mich ganz und gar auf Trainieren einzulassen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Menschen, die mir geholfen haben diesen Traum zu verwirklichen. Doch warum sind diese „glücklichen Umstände“ eingetreten? Weil in meinem Herzen ein so übergroßes Verlangen brannte und immer noch brennt Taijiquan zu erlernen, verinnerlichen und zu leben. Instinktiv wusste ich, dass all meine Fragen, meine innere Not aber auch meine Lust durch das Training beantwortet, gelindert und befriedigt werden würden. Ich habe alle äußeren störenden Faktoren zur Seite geschoben, mein Inneres geleert - meint alle Gedanken, Vorurteile und Meinungen abgelegt zu haben, so dass ich vollkommen offen voller Vertrauen und Zuversicht im Park eingetroffen bin. Ein bißchen wie ein Kind, das voller Freude lernen und entdecken möchte. Doch mein Körper ist nicht der eines Kindes, Verhärtungen, Blockaden und Festigkeit, welche sich im Laufe der Jahre angesammelt haben, kann ich schließlich nicht so einfach wegschieben. Hier fängt also die Mühe an!
Durch das viele Laufen der Form spüre ich zunächst wie falsch und unkoordiniert ich mich bewege. Am Ende eines Tages schmerzt mir mein ganzer Körper, von Weichheit und Fluss keine Spur. Doch zum Glück gibt es Korrekturen, ich versuche mich ganz und gar darauf einzulassen. Mein Körper sträubt sich nicht, mein Geist bejaht jede Haltungskorrektur. So wird allmählich das Stehen besser, die Seidenfadenübungen fühlen sich gut an und auch in der Form mache ich Fortschritte. Zwar habe ich oft „dicke“ Arme, weil ich immer noch z.B. im Pushhands beachtlich gegen die Kraft des Anderen arbeite, anstatt sie auszunützen. Jedoch lerne ich dabei, dass es eben keinen Sinn hat, rohe Kraft walten zu lassen, dass es besser ist, die eigene Struktur auszubauen, sich stärker zu zentrieren.
Als nächstes kommt eine Phase des Ausprobierens, ich bearbeite alle möglichen Themen in der Form. Zum Beispiel Kraft aus den Beinen, Hüftdrehen, Bewegung der Arme, Schultern lösen usw. Dies kombiniere ich mit dem Zulassen und Ausleben jeglicher Emotionen, die in mir hochkommen. Mal laufe ich die Form ruhig, ein anderes Mal aggressiv, fast dynamisch. Immer mit dem Wissen, dass ich durch diese Dinge hindurchgehen muss, um in ein tieferes Verständnis einzutauchen. Ich nehme manchmal wenig Rücksicht auf mich, versuche Grenzen zu erweitern, um mein Bewusstsein auszudehnen. Ein anderes Mal habe ich das Gefühl, dass es wichtig ist, Pausen einzulegen, in der Sonne zu sitzen, den Tieren zuzusehen - kurz gesagt den Park wahrzunehmen.
So erlebe ich einen ganzen Jahreswechsel im Park, genieße ein Jahr Unterricht von Jan und freue mich dass mein Repertoire an Hand- und Waffenformen, sowie dem Partnertraining wächst und werde innerlich ruhiger und gelassener. Waren Körper und Geist am Anfang oft schon bald erschöpft, verhält es sich jetzt so, dass mein Körper kräftiger und ausdauernder, der Geist fast immer bei klarem Bewusstsein ist. Dumpfe trübe Tage gibt es nicht mehr.
Mein Verständnis für Taijiquan sowie für Taiji im Generellen schreitet voran. Meine Formen entwickeln sich, ich verfeinere Bewegung immer mehr, entdecke, dass jedes kleinste Drehen und Lösen eine Veränderung verursacht. Yin und Yanganteile verändern sich ständig, durch die Kombination von Lösen und Drehen verdichten sich meine Bewegungen. Peng entwickelt sich stärker.
In mir macht sich große Freude, Ausgeglichenheit und Stille breit. Meine Bewegungen fühlen sich nicht mehr schwerfällig an, es ist eine Leichtigkeit aus der überwunden Mühe entstanden. Was bleibt, ist eine grenzenlose Lust am Trainieren, die, soweit das noch möglich ist, sich steigert und potenziert. Dies führte mich dazu, auf ein weiteres Jahr im Tempelpark zu verlängern, um Taijiquan sowie mein spirituelles Bewusstsein weiter auszubauen. Ich sehe diesem zweiten Jahr genauso hoffnungsvoll und voller Freude entgegen, wie dem ersten.

Armin Fabian

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Wo die Suche endet, beginnt der Weg
Taijiquan Sommercamp der WCTAG 2003


So eine Überschrift hört sich zunächst mal ganz gut, vielleicht sogar philosophisch an, ist aber erstens nicht von mir, und will zweitens mit Leben gefüllt sein. Das heißt, dass man zwar viele Lehr - und Sinnsätze kennen, doch nicht zwangsläufig mit gelebter Erfahrung füllen kann. Und da sind wir schon mitten im Geschehen.
Chen Tai Ji Quan - Sommercamp 2003 der WCTAG NRW unter Leitung v. Gerhard Milbrat
Es ist jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung sich in eine so große Gruppe einzufügen, und die eigenen Ansprüche und Erwartungen an die sich bietenden Chancen anzugleichen und selbige effektiv zu nutzen.
Doch dieses Jahr fiel es mir persönlich leichter als die Jahre zuvor. Ich hatte das Gefühl, die sogenannte Chemie stimmte. Die Leute waren vom ersten bis zum letzten Tag bereit, als Teil eines Ganzen und nicht als egozentrische Solisten zu üben. Und ich glaube, dass damit die Basis für alle geschaffen war zu lernen. Wenn es mir auch immer wieder ein Rätsel aufgibt wie es den Dozierenden ( Gerhard und Hadmut ) gelingt auf die verschiedenen Bedürfnisse und Wehwehchen von bis zu 43 Personen gleichzeitig einzugehen. Und das fast 24 Stunden am Tag.
Nichtsdestotrotz ist mir aufgefallen, dass wir es oft nicht nur äußerst eilig haben und uns damit selber blockieren zu sehen und zu lernen, sondern auch immer auf der Jagd nach Neuem sind. Wir haben es tausend Mal gehört und haben nicht den Mut uns zu bremsen.
Der Tui Shou Lehrgang von Jan Silberstorff während des Tai Ji Sommercamps, war für mich von einer subtilen Botschaft begleitet, die sich schon länger wie ein roter Faden durch mein Üben zieht, oder anders mit den Worten meines Lehrers gesagt: „ Was willst du mit einem Zimmer in der Luft?“. Jans Korrekturen zielten immer und immer wieder auf die Struktur der Übenden. Doch wir haben es eilig. Wir müssen suchen, suchen nach Neuem, damit irgendetwas in uns beruhigt sagen kann: Ja, ich habe etwas Darstellbares gelernt.
Dabei finde ich, gerade im Chen Tai Ji Quan der WCTA und der geschlossenen Systematik der Übungsvorgaben und -abfolgen, können wir unseren suchenden Geist beruhigen und brauchen einfach nur zu üben und den Hilfestellungen unserer Vorgänger zu folgen, um vorwärts zu kommen.
Wir brauchen unsere Zeit nicht mit dem Suchen guter Systeme und Lehrer in aller Welt zu vergeuden. Wir können uns ganz auf das Üben als Solches konzentrieren und anfangen den Weg zu gehen, den andere vor uns minutiös ausgearbeitet haben und immer wieder verbessern. Und ich glaube, wenn wir den Mut aufbringen, das ruhelose Suchen in uns loszulassen, werden wir uns ganz von selbst auf das Wesentliche beschränken und anfangen zu entdecken.
Wo die Suche endet, beginnt der Weg.

Piet Jütten

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Zwischen Campingplatz und „Tempelhof“
- Taiji zwischen den Jahreszeiten -


Anfang Januar: Angeregt durch den Artikel „Tempelpark“ von Jan und privilegiert durch die Möglichkeit, ein arbeitsfreies Jahr nehmen zu können, stellte ich einen von meinen Freunden geliehenen Wohnwagen auf einen nahe, bei Lüdinghausen, gelegenen Campingplatz.
Ohne berufliche Anforderungen über einen längeren Zeitraum in einem ruhigen, naturnahen Umfeld leben können, in dem schon seit zehn Jahren Taiji und Tang -Lang Sommercamps stattfinden, hatte ich mir vorgenommen, meine Taiji Grundlagen auszubauen und zu vertiefen, was kann schöner sein?
Der Wettergott war gnädig mit mir. Zwischen kurzen Regenperioden in den Wintermonaten, zeitweilig klirrender Kälte und einigen Schneetagen, postkartenähnlichen Sonnenaufgängen im Hochnebel auf der gegenüberliegenden Ostseite des alten Stichkanals, schnell dahin fliegenden Eisvögeln und nach Fischen tauchenden Kormoranen, waren früh am Morgen die Basisübungen angesagt.
Nach dem Frühstück die kurze Fahrt zum Institut, um auf dem „Tempelhof“ einige Stunden die Kernform des Taiji, die Laojia Yilu, zu üben.
Ich bezeichne den gepflasterten Platz vor dem Institut ganz persönlich als „Tempelhof “, weil dieser einerseits eingebettet liegt zwischen dem Institut für Chinesische Heil - u. Bewegungskunst und hochwachsenden Gehölzen und Sträuchern.
Andererseits wird der „ Tempelhof“ geprägt durch die vom Institut herübergetragene, ruhige Atmosphäre, die ich im Laufe der Übungsmonate als sehr stimulierend lieben und schätzen gelernt habe.
Beim täglichen gemeinsamen Üben mit Gerhard und Hadmut über den Wechsel der Jahreszeiten hinweg, beeinflusst auch durch die unterschiedlichen Witterungsbedingungen, dankbar für Korrekturen und Anregungen in den Übungspausen, konnte ich allmählich immer besser nachvollziehen, dass die Form nur ein Werkzeug ist, um irgendwann einmal dahin zu kommen, was Taiji tatsächlich sein kann.
Neben auftretendem Muskelkater, gelegentlicher Lustlosigkeit und der manchmal auftretenden Frage: “Warum mache ich das überhaupt hier, könnte doch auch ein halbes Jahr auf La Palma bei meinem Freund leben?“ entwickelte sich im Laufe der
Monate eine gewisse „Taiji- Süchtigkeit, die sich fortsetzte durch abendliche
Übungsstunden mit anderen Schülern im Institut, auf dem Campingplatz oder an der Burg Lüdinghausen.
Anfang Mai: Durch die schnell hereinbrechenden sommerlichen Temperaturen entwickelte sich innerhalb weniger Wochen um meinen Wohnwagen herum eine dichte, grüne blühende Wand.
Das Gezwitscher der Vögel, das von der Kanalseite herüberkommende Geschnatter der Gänse, Enten und Wasserhühner erleichtert mir erheblich das ansonsten etwas quälende Herausschälen aus dem warmen Schlafsack. Die warme, sommerliche Morgenluft gibt dem Körper Energie und Leichtigkeit mit, also auf zu den Basis-Übungen an den Kanal.
Aber Vorsicht bei zuviel Euphorie: Nach einigen Monaten täglichen Taiji Übens fällt mir das Ausführen des äußeren Bewegungsrahmens zwar leichter, doch sind die Bewegungsausführungen aus dem Unterbauch, das richtige Positionieren der Hüfte, der Energieverlauf im Körper noch vielen Einschränkungen unterlegen.
Anregungen und Korrekturen von Gerhard und Hadmut bringen mich aber immer wieder ein kleines Stück weiter auf den Weg, den Chen Xiaowang bei der Darstellung der „ 5 Entwicklungsstufen im Taijiquan“ so treffend beschrieben hat.
Mit zunehmender Übungshäufigkeit erschließt sich mir auch immer deutlicher der Sinngehalt der oft gehörten Aussage“: Nicht das Wissen über Tai-Ji hilft weiter, sondern nur das kontinuierliche Üben, damit sich irgendwann über das richtige Ausführen der Formen so etwas wie Taiji herauskristallisiert.
Juli/ August: Nach dem Taiji Camp in Slowenien und der damit verbundenen Möglichkeit , direkt beim Großmeister Waffe und Form zu erlernen und zu vertiefen und mit Teilnehmern aus vielen Ländern Taiji in unterschiedlichen Facetten zu erleben, konnte ich als krönenden Abschluss meines Urlaubsjahres noch zehn
Tage am Taiji Sommercamp in Lüdinghausen teilnehmen.
Intensives Üben von Hand- u. Waffenformen und Tuishou in Kleingruppen, abendliche Vorträge und Einführungen in vertiefende Übungen zum Taiji gaben immer wieder neue Impulse für die tägliche Praxis und rundeten meinen bisherigen Übungshintergrund wunderbar ab.
Orts- u. Rollenwechsel: Ein neues Schuljahr beginnt, der Alltag hat mich nach Wochen wieder fest im Griff.
Mit einem Fuß noch auf Campingplatz und „Tempelhof“, mit dem anderen wieder im beruflichen Umfeld, schweife ich mit meinen Gedanken noch oft ab.
Aber Taiji ist auch Teilbereich des ganz alltäglichen Lebens, also versuche ich weiterhin in meiner Mitte zu bleiben, ggf. auch abzuleiten und wenn nötig, auch ein wenig Explosionskraft mit in den Alltag einzusetzen.
Ansonsten habe ich mir für die Zukunft vorgenommen, einfach den Worten von
Großmeister Sun Shi - Gang zu folgen“: Es gibt keine Abkürzungen, nur Fleiß
führt zum Ziel“
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei meinem Ausbilder Gerhard M. und meiner Lehrerin Hadmut M.- H. für die gemeinsamen Übungsstunden und für die um das Taijiquan kreisenden Gespräche auf dem „Tempelhof“ bedanken.

Olaf Lukowski

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Ansichten eines Hausmeisters

Fegen ist wie Tuishou, man muss den rechten Druck, die rechte Technik verwenden, um den Dreck, das Laub oder die Kontrahenten in gewünschte Richtung zubringen.
Man mag darüber lachen, jedoch stellt das Fegen, will man es richtig machen, d.h. ohne körperliche Anstrengung, einige Anforderungen , die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Man denkt Besen ist Besen, Laub ist Laub. Das habe ich auch gedacht, als ich meine Stelle als Hausmeister antrat. Doch nach einiger Zeit des Fegens - Schnee Schaufelns stellte sich ein Zwicken im Lendenwirbelbereich ein, die Arme wurden matt, die Schultern und der obere Rückenbereich schmerzten. Kein Zweifel, hier lief etwas neben der Spur. Der Teufel steckt im Detail. - Denn wenn man schon fegt - Schnee schiebt, dann sollte man darauf achten, dass zumindest die drei äußeren Zusammenschlüsse gegeben sind.
Sprich:

jian yu kua he - Schulter und Hüften verbinden sich
zhou yu xi he - Ellenbogen und Knie verbinden sich
shou yu zu he - Hand und Fuß verbinden sich

Und siehe da, das Fegen - Schnee schaufeln fiel plötzlich sehr viel leichter und die Trainingspartner und die Trainingspartner hatten es sehr viel schwerer.
Schließlich wurde es noch leichter - „einfacher „ als sich durch intensiveres Üben der Form, sich so etwas wie „ Dantien „ (Energiezentrum, ca. drei Finger unter dem Bauchnabel) einstellte und mir allmählich klarer wurde, was sich hinter dem begriff „ drei innere Harmonien“ verbarg:

xin yu yi he - Herz und Verstand/Aufmerksamkeit verbinden sich
qi yu li he - Energie und Kraft verbinden sich
jin yu gu he - Sehnen und Knochen verbinden sich

Langsam gelangte ich dahin, dass ich kaum noch Kraft für Fege - und Schaufel Tätigkeiten benötigte. Ich merkte plötzlich, wann ich den Besen fest aufsetzen musste und wann man besser war sanft und seicht den Asphalt zu säubern, wann etwas forsch den Besen zu schwingen und wann es klüger war doch nachzugeben um dann noch vorzudringen. Und schon sind wir wieder beim Tuishou:

ting jin = Kraft hören
dong jin = Kraft verstehen
hua jin = Kraft umleiten
fa jin = die eigene Kraft hinzufügen

Schließlich hört man sehr genau über den Kontakt, das Anfassen des Besens / Gegners, wie das zu entfernende Objekt- / respektive Gegner zu bewegen sei. Dann wird einem der Satz klar:

wo bu dong - ich weiß nicht
ta bu dong - er weiß nicht
ta dong - er weiß
wo xian zai kuai - ich bin schneller als er

Mit der Zeit wurde mir klar, das Fegen mehr als nur eine Bedeutung hat. Das ist nicht nur die eintönige Arbeit eines Hausmeisters, das Tuishou mit dem Gegner, sondern, wenn man es auf die Spitze treibt, die Erklärung und Handhabung aller Dinge. Vor allem das Fegen an uns selbst. All unsere Nöte, Ängste Sorgen fortzukehren - sowie das größte Hindernis - das sogenannte Ich.


Frank Hagedorn

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Montag ist Taiji-Tag

Es ist April. Mein Wecker klingelt. Gestern war es trübe und grau, vorgestern war es trübe und grau... Ich ziehe mein Rollo hoch - jawoll auch heute ist es trübe und grau. Ich schlurfe in mein Bad. Auf dem hinweg ein kurzer Abstecher in die Küche um den Wasserkocher anzuschmeißen.
Nach der Morgentoilette und mit meinem Becher Tee in der Hand sieht die Welt schon freundlicher aus.
Ich gehe auf den Balkon und begutachte das Wetter. Es nieselt. O.K. das bedeutet dick anziehen und Stehende Säule auf dem Balkon. 45 Minuten später. Meine Nachbarin schmettert mir ein "guten Morgen" zu. Das bedeutet für mich: Zeit zum Frühstücken. Jetzt wird’s erst mal voll draußen. Alle Welt rennt zum Mülleimer, bringt die Kinder zur Schule oder fährt zur Arbeit.
Ruckzuck geht die Hausarbeit von der Hand. Ein Blick zur Uhr zeigt - noch 2 1/2 Stunden dann muss ich im Kindergarten sein. Fein! Noch Zeit ne Runde Laojia im Garten zu drehen. Regenhose und Jacke anpellen, Mütze auf, Handschuhe an, los geht’s. Ich sehe aus wie das Michelinmännchen. Ich erwische mich summend und grinsend. Heute ist ein guter Tag. Montag.
Au weiha! Schon 11:30 Uhr. Fix Mittag kochen, essen, oh und wichtig - Conni anrufen: "Ich fahre heute nach Gifhorn zum Training. Jipijey. Kannst du früher da sein? Dann können wir noch ein wenig Schwerteln. Was sagst du? " - "Prima. Bis dann.
Oh ooh! Schon 12:40 Uhr. Nun aber los. Auf dem Weg zum Auto schmettert mit meine Nachbarin ein "Na! Wohl spät dran was!" zu.
Ich erwische mich summend und wippend im Auto.
Heute ist ein guter Tag. Montag.
Ich steige aus meinem Auto und schlendere in den Kindergarten. Einen Plausch hier, ein Pflaster aufkleben dort, erreiche ich die Küche. Während ich den Spüler ausräume kommt meine Kollegin hinzu: "Ich habe jemanden pfeifen gehört. Bist du das?" Ich grinse sie an: "Kann sein. Wieso?" "Wie kann man an einem Montag nur so gut drauf sein?" "Ich fahre heute Abend zum Taiji nach GF." Uuuups! Muggelalarm! Diesen Gesichtsausdruck kenne ich bereits. Der Blick wird finster, der Atem lauter. Jetzt schnell vom Thema ablenken: "Wie war dein Vormittag?" Sie antwortet. Gut. Keine "Du-bist-so-anders-Diskussion". Glück gehabt.
Der Nachmittag verläuft schnell.
17:30 Uhr rein ins Auto. Auf nach Gifhorn. Im Radio läuft gute Musik. Ich singe mit und freue mich.
Um 18:15 Uhr rolle ich auf den Parkplatz vor der Halle. Mein Brot in der rechten und die Taiji-Klamotten in der linken Hand düse ich kauend in die Umkleide.
Um 18:30 Uhr ist die Halle mein. Hurra! Zum Aufwärmen etwas Blütentanz mit dem Speer, danach etwas dehnen. Jetzt Speerform. Es fühlt sich gut an. Die Tür geht auf und Conni erscheint. Wir beide stellen fest: "Darauf haben wir uns schon den ganzen Tag gefreut."
Wir üben mit dem Schwert. Nach und nach wird die Halle voller. Um 19:30 Uhr beginnt Thilo mit dem Unterricht: "Ihr lauft mit Petra lange Form und wir (dabei schaut er die Neueinsteiger an) kümmern uns um die 19er-Form."
Und als hätte er meine Gedanken erraten sagt er: "Für Partnertaiji und Fragen haben wir nachher noch Zeit."
Jubel!
Die Form läuft gut. Ich fühle mich wohl und warm.
Es folgen Fragen und Korrektur. Ich übe und experimentiere. Plötzlich stehen wir schon da und grüßen ab. "Wie jetzt... ist schon Schluss?"

Um 21:45 Uhr sitze ich bereits wieder im Auto und fahre nach Hause.

Montag ist Taijitag.

Petra Henninges

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Die Sitzmeditation in unserem System

Letztes Jahr führte Jan auf einem Lehrgang die Sitzmeditation zu unserem Chenstil mit ein. Er erarbeitete dazu drei von ihm zusammengesetzte Übungen, die sich aus seinen Erfahrungen mit der Sitzmeditation, wie er sie aus seiner Zeit in Chenjiagou damals gelehrt bekommen hat. Einige Inhalte verfeinerte er durch die Erfahrungen, die er in den letzten Jahren während seiner Aufenthalte in Sri Lanka in dem buddhistischen Tempel und Meditationszentrum gemacht hat, in dem er vor und nach seinen eigenen Retreats, Taijiquan an die Mönche unterrichtet. Diese Synthese besteht aus drei Stufen, die entweder hintereinander in einer Übung, oder, mehr im klassischen Ansatz, jeweils einzeln intensiv für einen bestimmten Zeitraum geübt und so aufeinander aufgebaut werden.
Die erste Stufe beinhalten noch Armbewegungen innerhalb des Sitzens, die es dem Beginner noch erleichtern sollen, sich zu konzentrieren. Die Bewegungen sind so angelegt, dass konsequent und spürbar Dantian aufgebaut wird. In der zweiten Stufe fallen alle Bewegungen weg und der Schüler konzentriert sich nur noch auf das aus der ersten Stufe erhaltene Dantian-Gefühl. In der dritten Stufe fällt dann auch diese Konzentration weg und der Schüler beginnt, anfänglich noch mit zur Hilfenahme bestimmter Techniken, klaren Geist und hieraus entstehende Leere in sich zu entwickeln, bzw. wahrzunehmen.
(Diese Beschreibungen sind in größter Kürze. Einen ausführlichen Lehrgang hierzu findet ihr unter „Sonderseminare“ auf Seite ...)
Jan´s Schüler Armin Fabian trainiert seit 1 ½ Jahren im “Tempelpark” und hat diese drei Stufen hintereinander jeweils 100 Tage pro Sequenz mit einer Stunde pro Tag (ohne eine einzige Ausnahme) durchlaufen. Folgend sein in Kürze gehaltener Erfahrungsbericht:

 


Meditationserfahrung

· Die ersten 100 Tage

Eine Stunde sitzen und das Praktizieren der Hand- Armübungen fällt mir zuerst sehr schwer. Das Problem ist zunächst der Rücken, dieser ist zum Teil so verspannt, dass am nächsten Morgen Muskelkater zu spüren ist. Mit der Zeit finde ich die korrekte Sitzposition, mein Körper wird ruhiger, ich kann mich mehr auf das Drehen der Arme konzentrieren. Durch das tägliche Üben gewöhnt sich Körper und Geist immer besser an die Übungen. Dantian entwickelt sich stärker, mein Geist hat damit zu kämpfen, trotz der späten Stunde (eine Stunde zwischen 23 und 1 Uhr nachts) noch konzentriert zu sein. Je nachdem wie stark mich der Tag beansprucht hat, klappt es besser oder schlechter. Am Ende der ersten 100 Tage ist das Sitzen zu einer eher angenehmen Gewohnheit geworden, Dantian hat sich gut entwickelt, mein Körper fühlt zentrierter an als zuvor. Ein nicht verachtender Aspekt ist der, dass die Meditation zur Nacht das Training im Gesamten abrundet, im trainiere rund um die Uhr, es gibt Pausen, aber keinen Bruch bzw. Stop mehr.

· Die zweiten 100 Tage

Das Sitzen fühlt sich weiterhin gut an. Es fällt mir nicht schwerer als zum Schluss der ersten 100 Tage. Ich konzentriere mich auf Dantian, versuche meine Aufmerksamkeit dort zu sammeln und das Gefühl, dass sich aus den ersten 100 Tagen entwickelt hat, zu stabilisieren. Konkret spüre ich vor allem ein Völlegefühl in Dantian. Es gelingt mir zunehmend, dieses Gefühl zu halten und zu entwickeln, so dass ich es auch tagsüber auf meine Handformen übertragen kann. Somit fällt es mir viel leichter, zu verstehen, was mit einer Dantianbewegung gemeint sein kann. Auch wenn es mir noch nicht direkt gelingt, eine Bewegung hieraus auf den Körper zu übertragen. Die Gesamtsensibilität für meinen ganzen Körper steigert sich.
Die Konzentration des Geistes ist (vor allem auch wegen der späten Stunde) weiterhin das Schwierigste beim Üben. Es kommt schon vor, dass die Müdigkeit sehr stark ist und ich das Gefühl habe meine Übungen gemacht zu haben, aber nicht wirklich bei der Sache gewesen zu sein. Genauso gibt es Tage (Nächte) wo der Geist sehr präsent ist und der Körper ihm folgt. Manchmal taucht der Geist nach anfänglich großer Müdigkeit plötzlich klar auf, so dass die Müdigkeit bis zum Schluss verschwunden bleibt.

· Die dritten 100 Tage

Die letzte Übung ist für den Geist die schwierigste. Ohne eine Körperbewegung oder eine Aufgabe in dem Sinne, fällt es dem Geist viel schwerer sich zu konzentrieren. Er kann seine Aufmerksamkeit nicht auf etwas äusserlich Sichtbares lenken. Ein Gefühl von Leere zu entwickeln und dann zu versuchen, dies zu „halten“, erfordert am meisten Konzentration. Immer wieder hab ich das Gefühl die Leere nur zu „erdenken“, sie nicht wirklich korrekt zu erfassen. Ich helfe mir mit meiner Atmung, stimme den „Beginn“ der Leere mit meiner Atmung ab, zwischen der Aus- und Einatemphase, wobei ich, ohne es zu forcieren, Bauchatmung einsetze. Ich kann aber nicht behaupten, wirklich in dem Sinne in eine Leere einzutauchen. Es ist mehr ein Gesamtgefühl des Körpers von großer Fülle und großer Stille, welches sich aus allen drei Übungen fortlaufend entwickelt hat.
Doch noch etwas anderes, für mich sehr wichtiges, hat sich entwickelt. Nämlich das Gefühl, dass es einen Geist gibt der rein und klar ist und durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist. Egal wie anstrengend die 300 Tage Meditation waren, ob Gedanken vorbeizogen, mein Körper müde oder verspannt war, dieser klare Geist ist immer da und verhält sich objektiv, lässt sich vom Gefühl nicht beeindrucken und kann gerade dadurch um so richtiger handeln. Er (der klare Geist) nimmt den eigenen Körper und seine Schmerzen/Freuden nicht übertrieben wichtig. Er lässt sich nicht von Äusserlichkeiten beeindrucken und haftet nicht daran. Wenn ich mit den Augen dieses Geistes schaue, ärgern mich keine Menschen, empfinde ich keine störenden Emotionen.
Natürlich ist das gerade Beschriebene noch nicht genügend stark entwickelt, alte Ängste, Emotionen jeglicher Art sind trotz alledem noch da und können mich auch wieder einholen. Aber ein Gespür für den klaren Geist habe ich und den Wunsch noch stärker in Ihm zu ruhen und aus Ihm heraus zu handeln.

Armin Fabian

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Den Schmerz zum Freund machen und / oder durch Schmerzen Freunde gewinnen
( Anwendungslehrgang mit Großmeister Chen Xiaowang, Karlsruhe 2003 )


Diese für mich sehr tiefsinnige Aussage habe ich beim Üben Anfang der 90er Jahre von einem chinesischen Kampfkunstmeister, der in Malaysia lebte, bekommen. Nach langem Suchen in verschiedenen Kampfkünsten nun endlich im traditionellen Taijiquan der Chenfamilie bei Großmeister Chen Xiaowang angekommen, durfte ich als Übungspartner vom Großmeister im Anwendungskurs in Karlsruhe November 2003 wieder neue Erfahrungen machen. Sie sind schmerzvoll, überraschend, gegen jede Gegenwehr erhaben. Wohltuend, motivierend und richtungsweisend. Beim Üben in der Gruppe war viel Schmerz und Freude im Raum, und die Hebeltechniken ließen keine Müdigkeit zu. Nur - was mich, nach dem sinnlosen Versuch beim Großmeister einen Hebel anzuwenden, zu Boden krachen ließ, war keine Hebeltechnik als Gegenmaßnahme, wie wir es üben sollten, sondern Taijiquan vom Großmeister. Ein Niveau weit über der Technik, was ich etwas spüren und ahnen, aber nicht sicher einschätzen kann. Ich danke dem Großmeister und auch Jan und Claudia, die diese Erfahrung für uns auch in Deutschland möglich machen, durch vorbereitenden Unterricht und Organisationskram. Beste Wünsche Allen für den weiteren Weg zum Dao, beim Stehen, Chansigong, Formen- und Tuishou üben und ab und zu mal zu hebeln - mit vielen neuen Freunden.

Ein dankbarer Kursleiter aus Berlin

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Seminar Taijiquan und sexuelle Energie für Männer (03.10.04 Hamburg)
Inhalt des Lehrgangs ist es, neben der Erarbeitung eines generellen Fundaments und Verständniss des Themenbereiches "sexuelles Qigong" eine für das Taijiquan kompartible Variante zu entwerfen, westliche Sexualität als nicht hinderlich, sondern anregned für den Entwicklungsprozess von Taijiquan zu gestalten.


Schwerpunkt wird hier das Konzept der Energieerhaltung und Pflege sowie Nutzbarkeit im generellen, aber auch für das Taijiquan sein.
Erlernt wird:
- generelle Erkenntnis und theoretisches Basiswissen über sexuelle Energiearbeit
- Ejakulationskontrolle und Entwicklung eines "inneren Orgasmus"
- Trennung von Orgasmus und Ejakulation
- Taijiquan und sexuelles Qigong als Medium und Fundament eines fruchtbaren und gläcklichen Liebeslebens, sowie die Möglichkeit von Integrität aller essenziellen Lebensprozesse innerhalb der Praxis von Taijiquan.

Während des Lehrgangs wird weder eine Entkleidung noch eine sexuelle Handlung stattfinden.
Der Kursus beschrängt sich aufgrund der männlichen Dozentenschaft auf die sexuelle Energetik des Mannes.

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