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Taiji-Quan habe ich 1997 »ganz zufällig« für
mich entdeckt. Als berufstätige Mutter wollte ich etwas Sport
treiben. Nicht so anstrengend und möglichst in der nahen Umgebung,
damit der Zeitaufwand gering blieb. In der fünf Minuten entfernten
Turnhalle wurde ein Taiji-Quan-Kurs angeboten. Das entsprach genau
meinen damaligen Vorstellungen. Nach drei Monaten war der Kurs beendet.
Da ich Gefallen am Taiji-Quan gefunden hatte, musste ich mir einen
neuen Kurs suchen. So kam ich zum Taiji Dao und erlernte dort die
24-er Peking Form.
2000 lernte ich dann bei einem Wochenendseminar Jan Silberstorff
und den Chen-Stil kennen. Damit begann, ohne dass ich es so recht
merkte, eine neue Zeit für meine Familie und mich. Nach anfänglicher
Verzweiflung wurde mein Interesse am Taiji-Quan und der Philosophie,
die dahinter steht, größer – und die Trainingszeiten
länger. Es kamen weitere Wochenendseminare bei Jan Silberstorff,
Großmeister Chen-Xiaowang, Intensivtraining im Dao-Camp in
Slowenien und ein Schweige-Retreat an Ostern hinzu. Wie von selbst
ergab es sich, dass ich zunächst Assistenz- und Vertretungsunterricht übernahm,
bis ich im Herbst 2004 meine Kursleiterprüfung ablegte und seitdem
einen eigenen Wochenkurs im Taiji Dao leite. Faszinierend am Taiji-Quan
sind für mich die zahlreichen Facetten – Gesundheit, Körperwahrnehmung,
Meditation, Persönlichkeitsentwicklung, Kampfkunst – die
immer da sind, die aber jeder Praktizierende nach seinen Vorstellungen
und seiner aktuellen Lebenssituation herausarbeiten kann. Durch mein
Training in der Natur sowie Seminarbesuche bei Jan Silberstorff und
Harald Bundschuh vertiefe ich mein Verständnis für die
Hand- und Waffenformen des Chenstils.
»Wenn man etwas gründlich machen will, ist es, wie wenn
man einen Brunnen gräbt. Wenn man neun Klafter tief gegraben
hat und aufhört, bevor Wasser erreicht ist, dann ist es immer
noch ein unbrauchbarer Brunnen. « Mengzi, ca. 320 v. Chr
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