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World Chen Xiaowang Taijiquan Association Germany 世界陳小旺太極拳總會

Kampffähigkeit

Die Grundlagen der Kampffähigkeiten im Taijiquan


Was ist diese Fähigkeit, in einer realen Situation zur gleichen Zeit verteidigen und angreifen zu können? Die naheliegenste Ansicht ist, dass es sich um durch intensives Training geschulte Reflexe aufeinanderfolgender Techniken wie Block-Schlag-und Trittkombinationen handelt. Die Fähigkeiten, die Chen Xiaowang in den oben genannten Situationen zeigte, sind aber mehr als trainierte Reflexe. Sie sind auch mehr als eine instinktive Fähigkeit. Sie schulen Körper und Geist so weit, dass die Reaktion auf einen Angriff fast ein natürlicher Zustand ist. Denken Sie bei einem so gut ausgebildeten Körper an einen Basketball. Wenn Sie in einen solchen Körper schlagen, fügen Sie ihm nicht mehr Schaden zu als einem Basketball. Die Geschicklichkeit der Reaktion ist ein natürlicher Zustand in diesem Sinne, ohne etwas dazu zu tun. Diese Elastizität des Körpers eines Taiji-Meister auf Druck zu reagieren wie ein Basketball, ist eine Manifestation des Konzeptes "peng jin" (Peng: Balance in alle Richtungen, aufblähen, Zentriert, im Gleichgewicht sein).

Lassen Sie uns eine andere Übung zum Verständnis dieses Konzeptes betrachten. Ein Taiji Meister mit einem hinreichend hohen Niveau hat eine gut entwickelte "peng jin." Wenn sie den Körper eines solchen Meisters versuchen zu drücken oder zu schieben, ist das wie der Druck gegen einen aufgepumpten Ball, der sich verändert. Ihre ausübende Kraft wird zerstreut, ohne dass Sie etwas dagegen unternehmen können. Die "peng" Kraft macht zwei Dinge gegen Ihre Kraftlinie: Erstens schwächt es die Leistung Ihres Schub am Kontaktpunkt, und zweitens leitet sie Ihre Kraft in den Boden. Chen Xiaowang ist so ausbalanciert, dass er – nur auf einem Bein stehend - in der Lage ist, mit der freien Hand ein Glass Wasser zu halten und zu trinken während eine Handvoll kräftiger Kerle mit aller Macht versuchen ihn wegzuschieben. Diese Vorführung wurde oft genug im Fernsehen gezeigt.

"Peng Jin" in einem Taiji-Körper bietet aber noch viel mehr. Die „peng“ Kraft eines Taiji-Meisters verbindet den Gegner mit ihm wie durch ein Gummiband. Er misst die gegnerischen Absichten. Das "Hören" dieser Absichten erzeugt eine dynamische Lebhaftigkeit, bezogen auf die gegnerischen Aktionen. Damit kann der Meister einfach seinen eigenen Körper justieren, um die Struktur des Gegners zu beeinflussen. Sobald die Struktur des Gegners gefährdet ist, kann der Taiji-Meister auf ein Arsenal von Taiji-Techniken zurückgreifen und den Gegner effektiv angreifen.

Die Kultivierung von "Peng Jin" in einem Taiji-Körper ist die "weiche Ausbildung" der inneren Kampfkünste oder "Neijiaquan." Die bewusst langsamen Bewegungen im Taiji-Training sind nicht das Ziel, sondern ein Mittel, um den Körper zu kräftigen und die Langsamkeit ist keineswegs das Ende der Ausbildung. Die Zeitlupe ermöglicht dem Taijiquan-Lernenden, Blockaden zu erkennen und so zu vermeiden. Diese befreit den Körper schrittweise von "jiang jin" oder angespannter Energie bei der Ausführung von Bewegungen. Körper und Geist, die durch dieses weiche Training geschult werden, können Kraft ungehindert durch die Gelenke fließen lassen. Durch diesen Prozess versteht der Taiji-Praktizierende den Fluss von „qi“, der sogenannten Lebensenergie.

Taiji-Training verleiht einem Praktizierenden einen ruhigen Geist und Körper. "Handlung, geboren in der Ruhe und in der Handlung befindet sich Ruhe." Die trainierte Handlung eines Kampfkünstlers mit dieser Ruhe hat eine konzentrierte Qualität, im Gegensatz zur Zerstreuung. Diese Ruhe ist auch der Ursprung der Sensitivität des Taiji-Praktizierenden, eine Empfindlichkeit, die auf den geringsten Ruck reagiert. Chinesische Kung Fu-Filme zeigen immer wieder gerne dieses Bild: ein Vogel, der auf der Hand eines Taiji-Meisters sitzt, unfähig, davon zu fliegen, weil der ihm ständig den Boden unter den Füßen wegzieht.

Da viele der Fähigkeiten eines Meisters der inneren Kampfkünste einem ungeschulten Auge unsichtbar sind und dadurch ihre Anwendungen unerwartet eintreten, ist es leicht, ihnen geheimnisvolle Macht zuzuschreiben. Je unergründlicher die Fähigkeiten sind, desto eher glauben Außenstehende an Übertreibung und reden mystische Fähigkeiten herbei. Wer sich allerdings ernsthaft auf den Weg macht, um diese Kampfkunst zu erlernen, wird schnell erkennen, dass es keine Geheimnisse gibt. (Quelle: 10)