World Chen Xiaowang Taijiquan Association Germany 世界陳小旺太極拳總會

Bewegungen

Die Grundlagen der Bewegungen im Chen Taijiquan


Die Arbeit als Tischler ließ Chen Xiaowang erkennen, wie wichtig Formen und Strukturen der Bauteile waren, die er anfertigte. Aus einer soliden Struktur im Taijiquan ergibt sich eine solide Geschlossenheit des Körpers. Eine wichtige Voraussetzung, um Taijiquan zu begreifen und richtig zu erlernen. Diese Erkenntnis über die Zusammenhänge führten Chen Xiaowang dazu, dass gesamte Taijiquan-System aufzuschlüsseln und in leicht erlernbare Übungen aufzugliedern. So entstanden um 1981 die Seidenfadenübungen (Cansigong: Übungen der Seidenraupe). Sie sind das Aushängeschild von Großmeister Chen Xiaowang: klare Lehre, deutliche Aufschlüsselung von einzelnen Bewegungen und exakte Körperkorrekturen, die es dem Schüler ermöglichen, die komplizierte Kunst des Taijiquan besser zu erlernen. In zahlreichen Lehrgängen, die ich besucht habe, verweist der Großmeister immer wieder darauf, wie wichtig Details sind, wenn der Schüler ein hohes Niveau erreichen möchte. Chen Xiaowang prägte den Leitsatz: „Zehntausend Methoden, ein Prinzip“. Die unterschiedlichen Bewegungen der einzelnen Formen im Chen Taijiquan, folgen einem Grundgedanken: Die Bewegung beginnt in Dantian und führt den äußeren Körper mit sich. Allein nur wenige Kampfkünstler können dieses Prinzip auch umsetzen und vermitteln.

In einem Interview aus dem Jahre 2002 drückt Chen Xiaowang es so aus: Die Beziehung ändert sich dergestalt, dass die Energie im Inneren anfängt sich zu bewegen und die äußere Bewegung folgt. Wenn sich das Qi nicht bewegt, bewegt sich das Äußere auch nicht. Das ist eine Veränderung in der Beziehung zwischen der äußeren Bewegung und der inneren Energie, durch die die Energie die Führung übernimmt. Eine solche Veränderung erreichen wir, indem wir die Seidenübungen üben. Die Kunst der Seidenübungen, das Cansigong, stellt die grundlegenden Bewegungsprinzipien des Chen Taijiquan da. Nämlich dass erstens das Dantian das Zentrum, der Ursprung aller Bewegungen ist und dass zweitens, wenn sich ein Teil des Körpers bewegt, sich der ganze Körper bewegt und als drittes, dass sich immer ein Gelenk nach dem anderen bewegt, so dass die Bewegung von einem Gelenk zum anderen weitergeleitet wird. Alle Bewegungsarten beim Taijiquan, sowohl die Formen wie auch die Bewegungen beim Tuishou (Schiebende Hände, Partnerübungen des Taijiquan), haben diese Aspekte als Ursprung. Das wird kurz ausgedrückt in dem Satz: Tausend Formen der Bewegung – ein Prinzip. Wenn man dieses Prinzip verstanden hat, dann ist das eine sehr gute Methode für das Lernen von jeglichen Formen, Übungen und Anwendungen im Qigong und in den Kampfkünsten. (Quelle: 11)