World Chen Xiaowang Taijiquan Association Germany 世界陳小旺太極拳總會

"Yun dong gui lu"

Chen Xiao Wang nennt dieses Prinzip "Yun dong gui lu" (der Grundsatz von Bewegungen) und drückt ihn aus als:

Yi dan tian wei hai xin.
Yi dong quan shen bi dong.
Jie jie guan chuan.
Yi qi guan tong.

Dantian ist das Herzstück der körpereigenen Bewegung.
Bewegt sich ein Teil, bewegt sich der ganze Körper.
Die Energie dringt durch alle Gelenke.
So wird die Kraft ungehindert in eine Aktion übertragen.

So ist auch der Unterricht im Taijiquan diesen Prinzipien untergeordnet. Er beginnt mit der Stehenden Säule. Hier werden Dantian und die drei äußeren (wei san he) und inneren (nei san he) Zusammenschlüsse aufgebaut. Ziel ist es, eine geschlossene Struktur im Körper zu erreichen, die als Basis für die Bewegungen in den Seidenfäden und Formen unbedingt erhalten werden muss. Als Energiezentrum koordiniert Dantian alle Bewegungen des Körpers.

In den Seidenfadenübungen lernen wir den Energiefluss im Körper wahrzunehmen und zu steuern. Der Körper folgt in seinen äußeren Bewegungen dem Energiezentrum Dantian, das die Bewegung initiiert, ohne seine Struktur zu verlieren. Die Formen bilden dann den Höhepunkt dieser Geschlossenheit. Chen Xiaowang betont fortwährend die Wichtigkeit von „Haltung, Position – die Stehende-Säule-Übung ist bereits die erste Form. Sie bereitet den Körper für die Taijiquan Übung vor. […] Man hat eine Haltung, zwei Bewegungsaspekte: Beim ersten Aspekt bewegt sich Dantian seitlich […]. Der zweite Aspekt ist, dass Dantien sich vor- und zurück- bewegt.“ Der dritte Bewegungsaspekt kombiniert die seitlichen mit den vorwärts- und rückwärtigen Dantianbewegungen. „Wenn man die Haltung und die Bewegungsaspekte versteht, versteht man alle Formen, Anwendungen und Waffen. Wenn man sie nicht versteht, ist man wie ein Baum ohne Wurzeln, der nicht wachsen kann.“ Die Lehre ist Chen Xiaowang stets besonders wichtig, um für guten Unterricht und die Verbreitung des authentischen Chen Taijiquan zu sorgen. (Quelle: 12)

Chen Xiaowang hält drei Sprachen zum Lehren von Taijiquan für nötig: Zuerst das Sprechen, um die Prinzipien zu diskutieren. Die zweite Sprache ist die Körpersprache, um zu demonstrieren, wie wir unseren Körper benutzen sollen, insbesondere in den Formen. Und zuletzt die Sprache der Partnerarbeit und der Körperkorrekturen. (Quelle: 13)

Für ernsthaft praktizierende Taiji-Schüler sind diese Leitsätze nichts Neues. Sie haben von ihnen und ihren Varianten immer schon gehört und sie durch Korrekturen am eigenen Körper erfahren. Die tiefe Bedeutung dieser Leitsätze lässt sich aber nur im eigenen, intensiven Studium des Taijiquan entdecken. Und auch hier gilt der oben erwähnte Leitsatz von Großmeister Chen Xiaowang: „Du musst bereit sein, hart zu trainieren, du brauchst einen guten Lehrer und du solltest ein Talent für Bewegungen haben“.