SpracheDeutsch

World Chen Xiaowang Taijiquan Association Germany 世界陳小旺太極拳總會

Chen Taijiquan heute

Im Alter von 64 Jahren (2009/2010) freut sich Chen Xiaowang, dass sein Training ihn immer noch weiterbringt. „ Ich hoffe, dass in meinem Alter mein Taiji Level erhalten bleibt und nicht zurückgeht. 1986 machte ich enorme Fortschritte, aber 1996 fing mein linkes Bein an zu schmerzen. Ich hatte 2001 eine Operation an meinem linken Knie, um defekten Knorpel zu entfernen. Kürzlich fühlte ich, dass mein Fähigkeiten auf ein höheres und natürlicheres Niveau kletterten. In der Vergangenheit praktizierte ich Laoji Yilu vier bis fünfmal und machte dann eine Pause. Jetzt kann ich die Form zwanzig Mal ohne Pause laufen, ohne dass ich müde werde. Der Grund dafür ist, dass ich weniger Fehler mache. Mein Energiefluss ist besser und es gibt keine Blockaden, die meine Effizienz beeinträchtigen. So hat sich die Qualität meines Trainings gesteigert – ich verbrauche weniger von meiner Energie. Und das hat mich erstaunt, dachte ich doch, dass so etwas in meinem Alter nicht mehr vorkommt. Nach meiner Operation habe ich meine Formen korrigiert und bin sie genauer gelaufen. Mit jeder Korrektur brauchte ich weniger Kraft und konnte trotzdem mehr vollbringen. Jetzt spüre ich nichts, wenn ich hoch springe. Selbst wenn mir jemand Millionen Dollar bieten würde – ich möchte meine Situation nicht ändern. Ich habe 40 Jahre gebraucht, um diesen Zustand zu erreichen und ich war erstaunt, dass es zum Ende des letzten Jahres passierte. Jetzt trainiere ich morgens zehn bis zwanzig schnelle Formen ohne etwas trinken zu müssen. Ich brauche etwa sieben Minuten für eine Form, so dass ich jeden Morgen etwa zweieinhalb Stunden trainiere. Wenn du all deine Fehler eliminierst, dann fließt dein Qi auf natürliche Weise. Und wenn die Energie fließt, dann steigert sich auch die Leistungsfähigkeit. Jeder hat diese Chance. Selbst ein hohes Alter ist kein Hindernis, um Taiji zu praktizieren“. (Quelle: 15)

Seit nunmehr 21 Jahren reist der Großmeister kontinuierlich um die Welt, um das Taijquan seiner Familie weltweit zu unterrichten. Seine umstrittene Ausreise aus China 1990, hatte den Zweck, mobiler zu sein. Als „lebendiger Staatsschatz der Volkrepublik China“ durfte er nicht ins Ausland reisen. Er sollte als Magnet Touristen ins Land ziehen. Wäre es dabei geblieben – wir würden heute kein ernsthaftes Taijquan lernen können. Um 1978 wurde Chen Xiaowang von der Regierung aufgefordert, eine Kurzform zu entwickeln, die es dem Volk ermöglichte, Taijiquan leichter zu erlernen, als dieses in der Laojia Yilu möglich ist. Sie basiert auf der Laojia und der Xinjia (neuer Rahmen) Yilu. Er verzichtete auf zahlreiche Wiederholungen in den Bewegungen und vereinfachte komplizierte Bewegungen, ohne auf den Charakter von Angriff oder Verteidigung zu verzichten. Wer diese Form, es ist die 38er Form, kennt weiß, dass sie zwar kürzer ist, aber durch Inhalte des neuen Rahmens deutlich schwerer zu erlernen ist und somit ein höheres Niveau als z.B. die 19er Form hat. Im Jahre 1994 kreierte Chen Xiaowang auf Wunsch seiner Schülerschaft die 19er Form. Eine Form, die den Namen Kurzform wirklich verdient und definitiv leichter zu erlernen ist, als die Laojia Yilu oder 38er Form. (Quelle: 16)

Es existieren zahlreiche Chen Taijiquan Verbände nach Chen Xiaowang, die alle unter dem Dach der WCTA zusammengefasst sind, welche Chen Xiaowang und Jan Silberstorff inklusive der deutschen Sektion, der WCTAG, 1994 gründeten. Mehr als 2500 Schüler haben in Deutschland die Möglichkeit, hoch qualifiziertes Chen Taijiquan unter Meister Jan Silberstorff und seinen, von ihm ausgebildeten Vertretern, zu erlernen. 1500 davon sind registrierte WCTAG-Mitglieder und nehmen dadurch auch offiziell an der Ausbildung nach GM Chen Xiaowang teil. Desweiteren kommen der Großmeister Chen Xiaowang selbst, sein Sohn Chen Yingjun und der Sohn von GM Chen Xiaoxing, Chen Ziqiang, jährlich zu Lehrgängen nach Deutschland. Ohne in Personenkult zu verfallen: wer bei Chen Xiaowang trainieren kann oder wer bei einem seiner direkten Schüler Unterricht nimmt, der kann erleben und erahnen, in welche Tiefen Taijiquan führt. Ein Ende ist nicht abzusehen. Der Weg ist das Ziel.