World Chen Xiaowang Taijiquan Association Germany 世界陳小旺太極拳總會

Ein Ausdruck von Psyche und Motorik...

Von den harten Kampfkünsten, autonomen Training aus Büchern und Filmen von Bruce Lee und hartem Wettkampftraining z.B. in Karate und Taekwondo; aus ihrer früheren Zeit erzählen die forensischen Patienten gern.
Das all durchdringende sowie weiche, sowie fließende Tai Chi Chuan verhilft ihnen jetzt ihren Körper und ihren Geist wieder zu entdecken, sowie eine gewisse Gesundung durch Qigong bzw. Tai Chi Chuan zu erlangen. Ihr Zuhause neu zu installieren….. Gedanken und Körperwahrnehmungen zu zulassen, aber auch genauso die Tür vor ausschweifenden Phantasien und Bildern zu schließen, dass bedeutet für die Patienten chi ku.
So begann ich meine erste Stunde in der Forensik mit… „chi ku“, was „bitter Essen“ bedeutet. Mit diesem Ausdruck meinen die Chinesen mit viel Zeit und Mühe Fähigkeiten erwerben.
Mit einer theoretischen Einführung erläuterte ich grundlegende Begriffe, sowie erzählte etwas zur Historie der Jahrhunderte alten Kampfkunst Tai Chi Chuan und zu deren Wurzeln, die in Chenjiagou Provinz Henan VR China zu finden sind.
Zunehmend konnte ich in einigen Gesichtern auch Interesse entdecken, andererseits aber auch in anderen Gesichtern eine Art der Überforderung wahrnehmen. Daher entschloss ich mich zu einer Abkürzung meiner Ausführungen um das erste Treffen nicht gleich zu überstrapazieren. Hier ist Flexibilität von größter Wichtigkeit, was sich im späteren Training immer wieder zeigte.
Gerade am Anfang, musste ich hin und wieder schnell handeln und kreativ reagieren, mir Vorschläge anhören und dazu Stellung beziehen. Anfänglich war für einige Patienten die tiefe des Tai Chi Chuans noch nicht so ersichtlich und daher die Aufmerksamkeit vermindert. Was sich aber deutlich innerhalb der nächsten Monate verändern sollte und auch so eintraf.
Für die Patienten bedeutete es wahrlich ein „bitter Essen“…
Von der anfangs mit acht Patienten startenden Gruppe, blieben fünf Patienten kontinuierlich dabei.
Ab jetzt möchte ich aber nicht mehr von Patienten sprechen sondern von Teilnehmern. Nach einiger Zeit sprechen wir uns nun bei unseren Vornamen an, es ist gleich viel angenehmer und fühlt sich wesentlicher vertrauter an.
Was ich noch gar nicht erwähnte, auch sämtliche Überwachungsvorrichtungen fühlen sich nach einiger Zeit für mich vertrauter an. Zu Beginn eines Trainings steht erst einmal die Begrüßungszeremonie an der Pforte an: Austausch meines Ausweises gegen verschiedene Schlüssel, dem Personennotrufgerät und dem elektronischen Transponder-Schlüssel. Auch ständig durch die Überwachungskameras beobachtet zu werden, nehme ich schon gar nicht mehr wahr und kann mich vollends auf meine Gruppe konzentrieren.

Ich schaue mir immer wieder jeden einzelnen Teilnehmer an und versuche herauszufinden, wie ich seine Aufmerksamkeit bzw. seine Achtsamkeit für sich selbst stabilisieren kann.
Entwicklungsschwerpunkte die mir besonders am Herzen liegen, insbesondere die Hilfe zur Selbsthilfe, um dadurch Selbstachtung, Selbstkontrolle und Selbstvertrauen zu gewinnen, haben höchste Priorität.
Die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Selbsteinschätzung ist für meine Klientel von größter Wichtigkeit.
Tai Chi Chuan stellt einen "aktiven Zweig" dar. Es ist Hilfe zur Selbsthilfe, eine Methode zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Gesundheit aus eigener Kraft. Auf verschiedenen Ebenen unseres vegetativen Nervensystems wirkt Tai Chi Chuan als Medium harmonisierend, kräftigend und stabilisierend. Tai Chi Chuan und Qigong sowie die darin enthaltene Psychomotorik ist ein ganzheitliches und entwicklungsorientiertes Konzept, dass die Wahrnehmung (innen) und Bewegung (außen) gleichermaßen fördert.

Durch individuelles Einschätzen und durch differenziertes Beobachten der mir wichtigen Entwicklungskompetenzen, sehe ich gute Möglichkeiten zum einen meine Hypothesen zu überprüfen und zum anderen bekomme ich Informationen über die Gesamtkörperkoordination und das Körperschema. Diese Informationen lasse ich dann weiter in meine Vorher- und Nachherbeobachtung von Entwicklungs(fort)schritten einfließen.

Während des Trainings gebe ich Möglichkeiten zu verbalisieren, auch füge ich kurze Theorieelemente ein, um Möglichkeiten zur Reflektion, ebenso auch zur Selbstreflektion zu geben. Diese Momente sind immer etwas ganz besonderes für mich, da ich z.B. das Befinden während der „stehenden Säule“ (Zhanzhuang), Eindrücke, Emotionen, Wahrnehmungen usw. von den Teilnehmern erfahren. Sie erzählen ganz vorsichtig von ihren Phantasien, dass diese beobachtet werden müssen und dass sie lernen müssen diesen Phantasien und Bildern keine weitere Aufmerksamkeit zu schenken.
Das ist wirklich ein sehr „bitter Essen“ für die meisten Teilnehmer.
Zu einem Training erzählte mir einmal ein Pfleger, dass andere Patienten, die uns nun schon länger durch ihre Fenster beobachteten und auch gern zu diesem „Gongfu Training“ kommen würden, aber leider eher nicht dafür in Frage kämmen, damit sie sich wenn es mal Ärger mit anderen Patienten geben würde, richtig zur Wehr setzen könnten.
Etwas Spaß gehört selbstverständlich auch zum Training und es wird auch schon mal ordentlich gelacht.
Zum Glück haben wir die Möglichkeit bei schönem Wetter auf einem komfortablen großen Sportplatz draußen trainieren zu können. Die Sonne und die Wärme sind wichtige Aspekte um eine positive Grundstimmung und damit eine angenehme Körperwahrnehmung zu implizieren um dann mit Qigong bzw. Tai Chi Chuan effektiv zu arbeiten. Dies sind wunderbare Vorraussetzungen für meine TN in ihren eigenen Körper hinein zu fühlen, sich eine Vorstellung von dem eigenen Zentrum zu machen, um dann in kleinen Schritten dieses bzw. das eigene Unterbauchzentrum wahrnehmen und beobachten zu können, um dann mehr und mehr ein Verständnis für die Zusammenhänge und das Funktionieren des eigenen „Innen“ mit dem eigenen „Außen“ zu entwickeln.
Zu Beginn geschieht dies alles über die Äußerlichkeit.
So beschreibe ich immer wieder meine Vorgehensweise und strukturiere jede Trainingseinheit entsprechend.

Zwei Ziele stehen für mich im Vordergrund:

Selbstwahrnehmung durch Bewegungsabläufe; wie Daoyin = Qigong, dan shou tui shou = schiebende Hände, taktil – kinästhetisch – vestibuläre Körperorientierung. Wahrnehmung „von innen“ in der Standmeditation = Zhanzhuang statt durch Betrachten „von außen“. Das reduziert die Selbstkritik und hilft bei der Entwicklung von Selbstvertrauen, sowohl auf physischer wie auch auf psychischer Ebene.

Die Wahrnehmung zu anderen bzw. zu seinem Gegenüber; die Empathie; Bewegung im und mit dem sozialen Umfeld mit mehr Selbstvertrauen, dadurch positive Erfahrungen und positive Beziehungen zu den Mitmenschen aufbauen.

Ein Förderziel/Entwicklungsziel ist für mich in einem ganzheitlichen Bewegungssystem wie dem Tai Chi Chuan zu sehen, in dessen Mittelpunkt die handelnde Auseinandersetzung mit dem Körperselbst und seinen Bewegungen, seiner Motorik steht.
Es beinhaltet innerhalb der motorischen Aktivität immer zeitgleich auftretende analytische (visuelle und sensorisch-haptisch-kinestetische) und emotionale (psycho-sozial-dynamische) Anteile (vgl. Schulz J. Vom Körperkonzept zum Selbstkonzept 2008).  
Mit der Partnerübung „schiebende Hände“ (dan shou tui shou) steht uns eine wunderbare Übung zum Körperselbst zur Verfügung.
Körperraumlagen und -positionen halten und verändern; Krafteinsatz dosieren – Muskeltonus regulieren; Haltungsregulation – Körperhaltung kontrollieren, regulieren und steuern.
Diese Übung gestaltet sich über den Körperkontakt, zumeist der Arme und Hände. Über den Impuls des Schiebens, sucht man auf der einen Seite das Gleichgewicht des Gegenüber (eigene) kontrollieren zu können, auf der anderen Seite anhand des Kontaktes dessen Bewegungen wahrzunehmen und aussteuern zu können. Entwicklung von Gleichgewicht ist ein physischer wie psychischer Prozess, hier bringe ich meinen Körper in Bewegung – so wird die gesamte Struktur in seiner Ganzheit verschoben – Arme und Beine ihre Position verändern aber nicht ihren räumlichen Bezug zum eigenen Körper(Körperstruktur). Entwicklung des eigenen Raumes, Timing und Distanz, um den eigenen Körper zu wissen, aber nicht zu überdehnen und aus dem Gleichgewicht zu kommen. Ziel dieser Übung ist es; mit seinem Gegenüber, von außen völlig unabhängigen Raum, eigene Erfahrung und Erkenntnis über den eigenen Raum im Inneren und der eigenen Zentrierung zu erlangen. Sein Gegenüber spüren und auch dessen Raum wahrnehmen - wann Gewichtungen beginnen - wann Drehungen beginnen - am Partner kleben bleiben und folgen -Druckverhältnisse wahrnehmen - innere und äußere Aufmerksamkeit und das emotional – kognitive Verhalten wird geschult.
Nach einiger Zeit des Trainierens entwickelt sich bei jedem einzelnen TN langsam ein Bild bzw. ein Gefühl, eine Idee zum Kraft hören, zum Kraft verstehen, zum Kraft umlenken und zum Kraft weiterleiten.

Die TN sind äußerst sensibel und feinfühlig, sie verstehen sofort wenn ich in der Partnerübung bzw. im Ablauf der Übung korrigierend eingreife.
Die Dosierung der Kraft kann gut reguliert und differenziert werden und die Aufforderungen zum „Loslassen“ werden spontan und nachhaltig umgesetzt. Teilweise erlebe ich eine bessere Umsetzung der anzuwendenden Kraft, als in manch anderen Kursen die ich außerhalb der Forensik durchführe.

Auch wenn für einzelne TN die Abfolge der Form nicht so ganz einfach ist und dort teilweise die Konzentration nachlässt, besteht dagegen überhaupt keine Schwierigkeit in der Partnerübung „schiebende Hände“ (dan shou tui shou).
Es stellt sich für mich sogar so dar, dass eine erhöhte Sensibilität und Bewusstheit bei jedem einzelnen TN für das eigene Bewegungsempfinden vorliegt… Die Kraft wird ausgezeichnet dosiert und differenziert, die eigene Körperwahrnehmung, sowie die Körperwahrnehmung bzw. die Impulse des Gegenübers werden ausgesprochen gut integriert.
Gerade zu dieser Übung haben die TN eine sehr gute Motivation und ich spüre da auch ein wirkliches Interesse. Es fällt mir auf, dass die Gruppe untereinander eine gute zwischenmenschliche Beziehung führt und dass sie sich gegenseitig helfen, akzeptieren und motivieren. Es ist eine Freude...

Das „Loslassen“ ist eine Maxime in meinem Unterricht.
Insbesondere stellt die ganzheitliche Sichtweise im Tai Chi Chuan und Qigong verbunden mit der Weiterentwicklung der eigenen Körperwahrnehmung bzw. dem Körperselbst und der der Geisteshaltung, ein unabdingbares Kriterium für die einzelnen Trainingseinheiten dar.
Anmerkung:
Die chinesische Philosophie besagt, dass in der gesamten Natur, also auch im Menschen gegensätzliche polare Kräfte wirken. Werden diese polarisierten Gegensätze harmonisiert und in Einklang gebracht, ist der Mensch gesund und er fühlt sich wohl, hat ein gutes Körpergefühl nach innen wie nach außen. Dieses können wir nicht durch fleißiges Lesen und Beüben erlangen, also nur durch theoretisches Wissen erreichen, sondern eher durch Praktizieren und Ausprobieren. Dieses Körpergefühl entwickelt sich durch regelmäßiges Taijiquan bzw. durch psychomotorische Angebote und wir nähern uns diesem Wissen auf eine ganzheitliche Weise.
Wie uns die Jahrtausende alte Philosophie des Taiji Prinzips bzw. den darin enthaltenen Aspekten Yin und Yang bereits verdeutlicht, ist es mit der Psychomotorik nicht anders. Die Psychomotorik ist ebenfalls ein Ausdruck einer Lebensphilosophie und setzt sich aus den sich gegenseitig bedingenden Aspekten Psyche und Motorik zusammen. Dies bedeutet letztendlich, dass unser Geist, unsere Seele, unser Gefühl mit unserem Verstand und somit mit unserem inneren wie äußeren Körper, der Steuerung und Kontrolle von Haltung und Bewegung zusammen eine Einheit bildet und demnach sich unser Körper ganzheitlich entwickeln kann.

Wenn ich nun meine Aufzeichnungen der letzten Trainingsstunden lese und differenziere, stelle ich eine Vielzahl von positiven Eindrücken, sowohl eigene als auch von den Teilnehmern geäußerte fest. Wie z.B. eine Besserung im vestibulären System, in anderen Therapien nimmt die Konzentration zu, mehr Motivation zur Bewegung im Allgemeinen und eine sehr wichtige Angelegenheit, die Verdauung funktioniert erheblich besser… :-)
Ich beobachte, dass ihnen die tiefe Unterbauchatmung schon etwas leichter fällt. Ihre Körperwahrnehmung (Perzeption), dass propriozeptive und vestibuläre System und somit das Körperschema, all diese Ebenen werden deutlich durch Qigong und Tai Chi Chuan angesprochen und dies sind wiederum sehr gute Vorraussetzungen für die Entwicklung des Selbstempfindens.

Langfristig sehe ich eine gute Möglichkeit durch das Tai Chi Chuan Training, den Kohärenzsinn der TN für sich zu aktivieren und zu kultivieren.
Die Reflexion nach jedem Training oder zu Beginn des nächsten Angebots ist für mich von größter Wichtigkeit. Hier kommt auch schon mal Kritik. Die Teilnehmer sagen mir sehr offen was ihnen mal nicht so „passte“ und was vielleicht verändert werden sollte. Das hatte ich mit ihnen ganz explizit zu Beginn des Trainings so besprochen, dass wenn mal eine Situation für sie nicht in Ordnung ist, sie dies auch gleich ansprechen mögen. Dies sind für mich sehr, sehr wertvolle Momente, in denen ich mich selbst reflektiere und die Situation überdenke.
Darüber hinaus bekomme ich Anregungen und Einsichten, die für meinen weiteren Weg sehr förderlich sind und insbesondere eine tiefe Dankbarkeit in meinem Herzen hervorrufen.
Nach jedem Training ein „Danke“ zu hören, dass sind wirkliche Glücksmomente.

Jetzt nach 5 Monaten, muss ich sagen, dass jeder einzelne von ihnen mir ans Herz gewachsen ist und ich heute mal wieder voller Glücksseligkeit die Forensik verlassen habe. Ein weiteres Highlight, ich wurde von meinen Teilnehmern zu ihrer ersten Theateraufführung gebeten. Das machte mich sehr stolz. Es war ein sehr tiefgreifendes Erlebnis, wobei ich mit meinen Tränen zu kämpfen hatte. Durch diese Theateraufführung habe ich weitere Einsichten in die jeweiligen Persönlichkeiten erhalten und bin auch dafür sehr dankbar. Ich denke gerne an diese Aufführung zurück.
Heute wohnte eine Hospitantin unserer Tai Chi Chuan Gruppe bei. Eine Studentin, die sich zur Theatertherapeutin ausbilden lassen möchte. Wir kamen schnell überein, wie wichtig die Gesamtheit; sprich das „Innen“ und das „Außen“ eines einzelnen Individuums doch ist.
Die eigene Körperlichkeit erkennen und zulassen, den Körper sprechen lassen und mal nichts „sagen müssen“. Eben über die Motorik, Bewegung, innen wie außen, seinen Körper zu erkennen und letztendlich durch bzw. mit unserem Geist und unserem Körper in Einklang zu kommen. Ein Wunsch von ihr und auch von meiner Seite wäre es, dass dem therapeutischen Theater, sowie dem Tai Chi Chuan und der Psychomotorik doch viel mehr Beachtung geschenkt werden solle. Welches meiner Ansicht nach sehr, sehr förderlich, gerade für forensische Patienten doch wäre. Gerade im Fokus der Psyche bzw. der Psychosomatik ist Tai Chi Chuan (Psychomotorik) und Therapeutisches Theater einfach nicht wegzudenken und meiner Ansicht nach ist der kurative Aspekt hier besonders hervorzuheben.
Dadurch könnte ressourcenorientiert und ganz individuell jeder einzelne Patient beobachtet und wertvolle Details ersichtlich werden, um eine gestellte Diagnose fortlaufend überprüfen zu können.
Wie bei einem letzten Training, beobachte ich einen TN der es nicht ganz leicht mit der Abfolge der 19er Form hat, kann sich aber hervorragend weich, sensitiv, empathisch im einhändigen Tuishou bewegen. Jetzt, Wochen später, bewegt er sich nun deutlich leichter (weniger Anspannung) und kontrollierter in der Form.

Folgende Entwicklungskompetenzen und deren deutliche Stabilisierung kann ich nun beobachten. Die Gesamtkörperkoordination, das Körperschema, der Muskeltonus, die Rechts-Links-Orientierung, die Ausdauer und die Kraft, die Beweglichkeit, das Reaktionsvermögen, An- und Entspannung, Auge - Fuß – Hand Koordination, Visuomotorik, Fußmotorik, der Bewegungsfluss, das statisches u. dynamisches Gleichgewicht, sowie das sozial-emotionales Verhalten. Hier wird der breitgefächerte, bedeutungsvolle Wirkungskreis der ganzheitlichen Bewegungskunst des Tai Chi Chuans bzw. Qigongs sehr deutlich erkennbar.

Anmerkung:
Langfristig gesehen wird meiner Ansicht nach, durch regelmäßiges Tai Chi Chuan und Qigong Training, eine positive Wahrnehmung und Wirkung an allen die an der Steuerung und Kontrolle von Haltung und Bewegung beteiligten Prozesse und damit auch sensorische, perzeptive, kognitive und motivationale Vorgänge beteiligt sind, kontinuierlich gefördert und gestärkt.
Weiterhin wird eine Kräftigung im Bereich der körpernahen Sinne (vestibuläres u. propriozeptives System) und im emotional – kognitiven Bereich hervorgerufen und kultiviert. Dadurch kann sich eine ressourcenorientierte Weiterentwicklung entfalten und zu einer Stabilisierung bzw. zu einer Interaktion des stofflichen, sowie des feinstofflichen Körpers führen.

Noch zum Schluss:
Heute bekam ich eine sehr nette und sehr vertrauenswürdige Einladung!
Eine Einladung zu einem chinesischen Abend, wobei auch chinesisch gekocht werden soll. Ich bot mich auch gleich an etwas dazu bei zu steuern, ob es in Form von theoretischer Weiterbildung wäre oder ich meinen gusseisernen Wok mitbringen würde. Das müssten sie sich noch überlegen, hieß es mit einem Grinsen im Gesicht... Bin sehr gespannt wie es funktionieren wird.
Eine nächste Einladung ließ nicht lange auf sich warten... Zu einem Fußball- und Basektballtunier, welches in ein gemeinsames Sommerfest mit einer live Band weitergeführt werden soll.
Über dieses mir entgegen gebrachte Vertrauen freue ich mich sehr und sehe dies als ein gewisses Zeichen der Anerkennung. Von einzelnen Teilnehmern höre ich im Gespräch, ebenso von Therapeuten, dass sich bei allen Teilnehmern positive Veränderungen in der Konzentrationsfähigkeit zeigen, sowie über positive Wahrnehmungen im Bereich der körpernahen Sinne (vestibuläres u. propriozeptives System) und im emotional – kognitiven Bereich. Aufgrund dessen gelangen die Teilnehmer der Tai Chi Chuan Gruppe nun zu weiterführenden Prozessen, die meiner Meinung nach, langfristig gesehen eine positive Auswirkung für ihren weiteren Aufenthalt in der Forensik bewirken.
Des Weiteren möchte ich hier anmerken, das diese wichtige Körperarbeit; das Tai Chi Chuan, sowie Qigong bzw. die Psychomotorik ein unabdingbares Element zur therapeutischen Förderung in der Somatik ebenso wie in der Psychosomatik darstellt.

Carolin Melcher