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World Chen Xiaowang Taijiquan Association Germany 世界陳小旺太極拳總會

Editorial 2009

„Tage, Wochen, Monate und Jahre vergehen, in rasendem Tempo”, so sagte gerade die Zahnarzthelferin vor mir, kurz bevor das Bohren beginnt. Sie ist 21. „Man sollte jeden Tag so leben, als wäre es der letzte - denn eines Tages wird es so sein“, sagte wiederum meine russische Übersetzerin letzte Woche in Smolensk. Ob 21, 49 oder 82, das Leben ist nicht endlos. Das zu begreifen, bedeutet, dem Leben einen Sinn geben zu wollen. Es täglich darauf auszurichten, was einem wirklich wichtig ist und was man in diesem Leben, das uns geschenkt ist, wirklich tun will.

Dies zu erkennen, dafür ist ein klarer und freier Geist wichtig. Ein reines Herz gibt den Wünschen die richtige Richtung. So, dass unser Leben nicht nur für uns, sondern auch für alle anderen Früchte trägt. Wie glücklich ist ein Leben, welches auch den Menschen um mich herum Freude bereitet und wie traurig, wenn meine Freude auf Kosten der anderen geht.

Taijiquan hilft uns, diesen klaren Geist und ein reines Herz zu entwickeln. Es verhilft uns zu einem neutralen Standpunkt, von dem aus wir starten können. Aber es ist kein Selbstgänger. Auf der Basis eines guten Trainings müssen wir uns täglich immer wieder neu ausrichten, altes überdenken, neues in Angriff nehmen. „Der Berufene vollbringt sein Werk und verharrt nicht dabei”, sagt Laozi. Das Leben ist wie ein Fluss und wir müssen lernen uns in die Richtung unserer Bestimmung treiben zu lassen. Und doch ist dieses Treiben lassen mit harter Arbeit an uns selbst verbunden.

Dass jeder seine persönliche Stromrichtung zum Wohle aller finden kann und dass uns das Taijiquan dabei hilft, dieses wünsche ich uns allen besonders für das kommende Jahr 2009!

Alles Liebe,
Jan Silberstorff