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Ein Jahr Vereinsleben

Seit etwa einem Jahr besteht unser mildtätiger und gemeinnütziger Verein WCTAG hilft e.V. und es ist Zeit für einen kleinen Jahresrückblick. Was ist passiert in diesem Jahr? Haben wir unsere Ziele verwirklicht und können wir zufrieden sein? Es war ein Jahr voller Herausforderungen, vieler Neuigkeiten, kleiner und großer Erfolge, aber auch Enttäuschungen. Ein Jahr des Wartens, des Sorgens und dann doch wieder des Auf- und Durchatmens. Eine Zeit, in der sich manche Entwicklungen überschlagen haben, wobei andere Dinge mühsam, zeit- und nervenraubend waren. Aber vor alle dem steht die Hoffnung, die Freude und die tiefe Dankbarkeit, die wir Euch aussprechen möchten. Denn womit wir nicht gerechnet hätten, ist der viele Zuspruch und die Unterstützung von Euch, den Pateneltern, Fördermitgliedern und allen anderen Helfern. 

Unsere größte Herausforderung des vergangenen Jahres war die Entwicklung unseres brasilianischen Projektes „Insel der Kinder“. Als wir im September 2009 das erste Mal nach Salvador da Bahia kamen, hatten wir nichts als unseren Traum im Kopf, hier ein Erholungs- und Lernzentrum für hilfsbedürftige Kinder aus den Favelas (Slums) von Salvador zu errichten. Wir wollten diesen chancenlosen kleinen Menschen helfen, aus den Elendsvierteln der Stadt zu entkommen und sich für eine Zeit lang im Einklang mit der Natur zu erholen, zu lernen und einfach Kind zu sein. Die Arbeit begann und es galt, die geeignete Insel, ein passendes Grundstück, vertrauenswürdige Mitarbeiter, seriöse Partnerprojekte und vieles mehr zu finden. Dazu kam die anfangs scheinbar unüberwindbare Bürokratie Brasiliens, die ihre eigenen Regeln und ihre eigene Geschwindigkeit hat.

Neben dem deutschen Verein haben wir die brasilianische associação Ilha das Crianças (Insel der Kinder e.V.) ins Leben gerufen und unser Projekt befindet sich in den letzten Umbauarbeiten. Das Haus, ein altes Hotel, mit einem Grundstück von mehr als 3.500 m² und einer Baufläche von 550 m² liegt direkt am Meer auf der Insel Itaparica, die von Salvador per Boot in 45 min. zu erreichen ist. Hier gibt es Schlafmöglichkeiten für 25 Kinder und fünf Betreuer, zwei große Schulräume, eine Bibliothek, einen Kunstraum und ein Spielzimmer für die Kleinen. Der große Garten bietet ausreichend Platz für unsere kleine „Farm“, den Gemüseanbau sowie verschiedene Spiel- und Lernbereiche.

Ab Februar 2011 werden wir unter der Woche für 20 Kinder zwischen sechs und acht Jahren eine Tagesbetreuung mit ausgewogener Ernährung, Unterricht, pädagogischer Betreuung und diversen Sport- und Freizeitmöglichkeiten anbieten. Die älteren Kinder (9 bis 14 Jahre) können verschiedene Kurse wie Englisch, Theater, Ballett, Taiji oder Karate besuchen. Die Kinder kommen aus den sehr armen und sozial schwachen Familien der umliegenden Dörfer bzw. der Wälder. Viele der Kinder leben noch heute ohne Elektrizität und Wasserversorgung. Ihre Behausungen bestehen aus Holz und Plastikfolien. Auch wenn die Inselbewohner aufgrund der natürlichen, ländlichen Umgebung mit einer anderen sozialen Realität konfrontiert sind als Kinder aus den Favelas, verbreiten sich durch die große Armut auch hier Kriminalität, Drogenmissbrauch und Prostitution in einem beachtlichen Ausmaß.

In den Ferienzeiten und an Wochenenden wird das Projekt für unsere beiden Partnerinstitutionen, die sich in den Elendsvierteln von Salvador befinden, geöffnet sein. In Zusammenarbeit mit den Institutionen, die eine langjährige Erfahrung mit Straßenkindern und den verheerenden sozialen Problemen in den Favelas haben, entwickeln wir Ferienaufenthalte und –Programme für die Kinder. Viele diese Kinder haben ihr Zuhause, die Favela, noch nie verlassen, hatten niemals die Möglichkeit im Meer zu baden, die Natur zu entdecken und einfach nur zu spielen. Im täglichen Kampf um das Überleben gibt es oft niemanden, der sich um ihr Wohlergehen kümmert. Durch die langfristig angelegten Kooperationen möchten wir gewährleisten, dass diese Kinder in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit bekommen, sich in unserem Projekt zu erholen, zu lernen und ein anderes Umfeld kennenzulernen. Dies wird ihnen helfen, sich zu entfalten und Perspektiven für eine hoffnungsvollere Zukunft zu entwickeln.

Auch in Sri Lanka laufen unsere beiden Projekte erfolgreich weiter. Durch die vielen Spenden für unsere Mönchsschule konnten wir den Bau des lang ersehnten neuen Schulhauses realisieren, welches noch dieses Jahr fertig gestellt werden soll. Endlich kann der Unterricht der vielen Altersgruppen in zwei verschiedenen Klassenräumen stattfinden und es wird Platz für ein kleine Bibliothek und ein Studierzimmer sein. Die Mönchsschule beherbergt 50 Kinder, die hier zu buddhistischen Mönchen ausgebildet werden und eine Heimat gefunden haben. Während der großen Dürreperiode von Juni bis August gab es für die Mönche und Novizen keine ausreichende Wasserversorgung mehr. Die Brunnen lagen brach und die staatlichen Wasserrationen reichten nicht für die Versorgung aller Kinder aus. Dank unserer Projektpatenschaften und anderer Zuwendungen konnten wir schnell handeln und einen neuen und tieferen Brunnen bauen, der nun für ausreichend Wasser sorgt.

Für unser Patenschaftsprojekt in Saliyapura, im Süden Sri Lankas, konnten wir dieses Jahr für weitere 50 Kinder Pateneltern finden. Einige Taiji-Gruppen entschieden sich, gemeinschaftlich eines der Kinder zu unterstützen, während andere Schüler heute bis zu drei Patenkindern helfen. Wir sind über diese beeindruckende Entwicklung sehr dankbar, da wir den Kindern mit der langfristigen und regelmäßigen Unterstützung Nahrung und Wasser bereitstellen, die Schullaufbahn sichern und Kleidung und Schulmaterialien kaufen können. Denn in ihrem kleinen Dorf gibt es außerhalb der Landwirtschaft und Fischerei kaum Arbeitsmöglichkeiten. Der Großteil der Familien lebt ohne ein regelmäßiges Einkommen und bekommt keine staatliche Unterstützung. Die große Trockenheit zerstört manchmal selbst den Eigenanbau der Familien. Sie leben am Existenzminimum, welches es nicht erlaubt, ihren Kindern den Schultransport, Schulgebühren oder Materialien zu bezahlen. Deshalb ist unsere Hilfe so wichtig, denn wir geben den Kindern eine Chance, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Wenn auch Ihr Interesse habt, unsere Arbeit zu unterstützen und einen wertvollen Beitrag zu leisten, könnt Ihr Euch auf unserer Internetseite (www.wctag-hilft.de) über unsere Projekte sowie die verschiedenen Möglichkeiten des Helfens informieren. Natürlich stehen wir Euch bei Fragen auch jederzeit gern telefonisch oder per Email zur Verfügung.

Kontakt:        Spendenkonto:
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Ansprechpartnerin: Ulrike Kramer
Mobil: 0173 - 5367356
WCTAG hilft e.V.
Hamburger Sparkasse
BLZ: 20050550
Kto. Nr.: 1251129563

 

Wenn es dir möglich ist, mit nur einem kleinen Funken die Liebe in der Welt zu bereichern, dann hast du nicht umsonst gelebt. (Jack London)