Die Schlagenden Hände 太極打手

Die Schlagenden Hände (Dashou) sind ein ebenfalls von den Ursprüngen bis an den heutigen Tag übermitteltes Übungsgut, bei dem die Techniken des Schlagens, Tretens, Ringens, Hebelns, das Pressen von Schmerzpunkten sowie die nötigen Strategien, psychologische Verhaltensweisen und Körpersprache in Notsituationen antrainiert werden. Die Chen Familie arbeitete über Jahrhunderte hinweg im Bereich des Personenschutzes. Die übermittelten Erfahrungen werden hier neben der Praxis auch durch das Studium der klassischen Schriften der Chenfamilie auf die heutigen Anforderungen des Einzelnen übertragen.

Die Taiji-Selbstverteidigung 太極自衛

Die Selbstverteidigung spielt im Taijiquan historisch eine primäre Rolle. Heute wie damals liegt der Kernpunkt auf individuellem Selbstschutz, sowie dem Schutz Angehöriger. Die reichen Erfahrungsschätze letaler Auseinandersetzungen aus den vergangenen Jahrhunderten innerhalb des Chenclans, welche neben dem eigenen Schutz vornehmlich auf dem Schlachtfeld und in dem Schutz Reisender verankert war, führten im letzten Jahrhundert zu einer komplexen Vielfalt der persönlichen Selbstverteidigung. Diese bietet Jan systematisiert in den beiden Bereichen TAIJIdirekt und TaijiPRO an.

- TAIJIdirekt formuliert ein aus dem Gesamtkontext heraus gebildetes Konzept der Selbstverteidigung. Eine bloße Aneinanderreihung von anerlernten Techniken bleibt solange ineffektiv, solange den Techniken nicht eine Überkrönung durch ein Konzept geboten wird. Dieses Konzept gibt dem Schüler/der Schülerin die Sicherheit, ohne überlegen zu müssen im Ernstfall das Richtige und Angemessene zu tun. Die dafür nötigen Techniken liefert dann das

- TaijiPRO, indem es die Bilder aller Formen in klare und effektive Anwendungen überführt.

Beides, TAIJIdirekt und TaijiPRO folgen strikt der Überlieferung der Ahnherren Chen Wangting und Chen Changxing und sind trotz ihres modernen Bezuges traditionell und ausschließlich auf echte Übergriffe bezogen.

Der Taiji-Waffenkampf 太極武裝戰鬥

Der Waffenkampf im Taijiquan gewährt einen historischen Rückblick auf bewaffnete Auseinandersetzungen vergangener Zeit. Dies ist jedoch weit davon entfernt, nur eine Liebhaberei zu sein. Gerade durch die Ernsthaftigkeit bewaffneter Konflikte und deren zumeist tödlichen oder schwer verletzten Ausgänge sowie durch die jeweils der Natur der jeweiligen Waffe eigenen Psychologie lernt der Schüler/die Schülerin extrem wichtige mentale Prozesse, die für eine reale Auseinandersetzung unverzichtbar sind. Hinzu kommen weitere wichtige Erkenntnisse im Bereich der Fußarbeit, der Distanz und des Timings. Und nicht zuletzt lassen sich einige Aspekte der historischen Waffen auf moderne Entsprechungen übertragen.

Jan Silberstorff entwickelte zudem eine Taiji-Methode der Selbstverteidigung mit Kurzstöcken.

Das Taiji-Sicherheitstraining

Aufbauend auf der alten Tradition der Chenfamilie im Bereich der Kriegsführung, des Sicherheitsdienstes und des Sach- und Personenschutzes aus dem 17. bis Anfang des 20. Jahrhunderts, erarbeitete Meister Jan Silberstorff in Zusammenarbeit mit vielen Experten aus nationalen und internationalen Spezialeinheiten und Sicherheitskräften ein der modernen Zeit angepasstes Sicherheitstraining. Diese spezielle Ausbildung beruht auf dem Taijiprinzip und liefert an der Realität orientierte, professionelle Konzepte nicht nur zum Selbstschutz, sondern darüber hinaus auch zum Schutz der Familie und effektive Hilfeleistungen anderen gegenüber, ohne sich dabei selbst unnötig in Gefahr zu bringen. Über die Programme einer „Mann gegen Mann“ Konfrontation des TAIJIdirekt hinausgehend, liefert das Taiji-Sicherheitstraining für den privaten Gebrauch konzipierte Methoden, sowie strategische, psychologische und physische Trainings- und Verhaltensweisen in Bezug auf die moderne Gefahrenlage unserer heutigen Welt. Das gesamte Programm ist philosophisch so untermauert, dass das Training trotz aller Ernsthaftigkeit nicht in einem paranoiden „überall passiert etwas“ Szenario endet. Sondern es mündet in einer der Gesellschaft und dem Mitmenschen gegenüber gesteigerten und interessierten positiven Aufmerksamkeit, welche im Alltag zu mehr Hilfsbereitschaft und Annahme des anderen führt. Neben den unter dem Taijiprinzip beleuchteten Erkenntnissen und Trainingsmethoden moderner professioneller Gewaltprävention, gehört auch eine Auswertung des ‚Sunzi - die Kunst des Krieges‘, sowie alter Manuskripte der Chenfamilie mit zur Ausbildung. Der im 17. Jahrhundert entstandene Waffen-Bereich des Taijiquan wird erweitert und durch moderne Einsatzmittel aktualisiert. Taijiquan findet hierdurch eine Fortführung seiner realen Effizienz der vergangenen Jahrhunderte in unsere heutige Zeit hinein. Die Lehrinhalte des zunächst in drei Module untergliedertem und zertifizierten Programms:

  • Entwicklung von Gefahren- und Situationsbewusstsein, Verhalten in gefährlichen und bedrohlichen Situationen.
  • Entwicklung von Achtsamkeit und Sensibilisierung gegenüber des direkten und weiteren Umfeldes. Dazu gehört die Früherkennung von Gefahren inklusive einer Schulung im Bereich des Profilings. Hierüber entsteht nicht nur eine besonnene „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ Methodik und eine deeskalierende Wirkweise, sondern auch die Fähigkeit, durch bewusstere Wahrnehmung meiner Umgebung in sozialen Kontexten helfend mitwirken zu können.
  • Sich selbst vor seiner eigenen Aggression zu bewahren, um andere und so auch sich selbst zu schützen. Basierend auf der Erkenntnis, dass ein hoher Anteil von Gewaltdelikten im zivilen Bereich, vor allem gegen Frauen, innerhalb von Beziehungsstrukturen verschiedener Art geschehen, gehört hier auch eine generelle Untersuchung dieser Gefahrenpotentiale mit zum Programm.
  • Verhaltensmaßnahmen und Prävention gegenüber religiös oder politisch motivierter Gewalt.
  • Präventive und konkrete Verhaltensstrategien gegenüber eines persönlichen, als auch eines Massenangriffes in Form einer Gruppe, die auf mich als Privatperson abzielt oder auch eines Einzeltäters, der es auf eine anonyme Personengruppe abgesehen hat.
  • Bewusstseinsentwicklung und Einsatz effektiver Teamarbeit.
  • Prävention vor und Verhalten bzw. Fluchtmöglichkeiten während einer Verschleppung.
  • Einführung in den Gebäude- und Geländeschutz.
  • Konstruktives Flucht- und Versteckverhalten.
  • Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung statt Opfermentalität oder Selbstüberschätzung.
  • Moderne Waffenkunde hinsichtlich der Eigennutzung sowie des Schutzes davor.
  • Einführung und Auseinandersetzung mit den rechtlichen Grundlagen der Thematik.