Im zweiten Teil des ausführlichen Interviews mit Jan Silberstorff spricht Dominic Schafflinger mit Jan über die kämpferische Seite des Chen-Stil-Taijiquan und darüber, in welchen Bereichen Taijiquan gegenüber Kampfsportarten wie MMA, Boxen oder Muay Thai Vorteile haben kann.
Dabei geht es Jan nicht darum, eine Kampfkunst pauschal über eine andere zu stellen. Entscheidend ist vielmehr die Frage: Für welches Szenario trainieren wir eigentlich?
Ein Wettkampf im Ring, die Arbeit eines Türstehers, der Schutz einer anderen Person und ein überraschender Angriff auf der Straße stellen völlig unterschiedliche Anforderungen. Wer etwas für einen bestimmten Zweck trainiert, kann es nicht automatisch in jeder anderen Situation einsetzen.
Doch das Gespräch bleibt nicht beim Kämpfen stehen. Jan macht deutlich, dass die Gesundheit im Taijiquan über dem Kampf steht. Denn was nützt ein hartes Training, wenn es den Körper über Jahre hinweg verschleißt – für eine Gefahrensituation, die vielleicht niemals eintritt?
Wer ernsthaft kämpferisch trainieren möchte, muss sich auch mit Angst, Gewalt, Adrenalin und realistischen Situationen auseinandersetzen.
Jan erzählt von seiner Arbeit mit Menschen, die Erfahrungen mit Drogen, Gewalt oder extremistischen Milieus gemacht haben. von Menschen mit großartigen Fähigkeiten aber zu wenig Entschlossenheit in Ernstsituationen.
Wie beeinflusst sie unsere Wahrnehmung und Handlungsfähigkeit? Warum genügt Technik allein nicht? Und wie kann man lernen, auch unter großem Stress handlungsfähig zu bleiben?

























































